Nach historischem Sieg volle Konzentration auf DHB-Pokal!

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar muss am Mittwoch kommender Woche beim heimstarken Zweitligisten VfL Bad Schwartau ran

14 Jahre hintereinander waren die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar ambitioniert Richtung Magdeburg aufgebrochen, mit dem Ziel aus der Bördelandhalle (heute GETEC-Arena) Punkte zu entführen – ohne Erfolg. Gestern, im 15. Anlauf seit dem Erstliga-Aufstieg, ist dieses Vorhaben den Grün-Weißen endlich geglückt. Mit 26:24 gewannen die Mittelhessen am Abend beim favorisierten SC Magdeburg und feierten den historischen Triumpf nach dem Schlusspfiff entsprechend ausgelassen auf dem Parkett, in der Kabine und auf der Heimreise.

„Es ist toll, dass wir auch diesen Bann endlich brechen konnten“, freute sich Trainer Kai Wandschneider nach der Partie. „Wir haben verdient gewonnen, weil wir über 60 Minuten konzentriert und engagiert zu Werke gegangen sind. Die Magdeburger Halle ist eine Festung! Es war klar, dass wir dort nur eine Chance haben, wenn wir die Anfangsphase gut überstehen und die Partie eng halten können – das ist uns geglückt. Auch weil wir sehr viel Energie in unser Rückzugsverhalten gesteckt haben, um dem SCM keine leichten Gegenstoßtreffer über die erste und zweite Welle zu ermöglichen. Das war stark, aber den entscheidenden Anteil am Sieg hat unser Torhüter Nikolai Marinovic. Er war der Matchwinner!“

Stattliche 24 Paraden standen am Ende der kampfbetonten Partie für den österreichischen Nationaltorhüter zu Buche, der die Magdeburger Angreifer vor allem in der zweiten Halbzeit zur Verzweiflung gebracht hatte. In der „Crushtime“ um die 50. Minute herum hatte Wetzlar mit zwei Treffern geführt, jedoch zehn Angriffe in Folge nicht mit einem Treffer anschließen können. „In dieser Phase hätte Magdeburg die Partie zu ihren Gunsten drehen und vielleicht sogar entscheiden können, aber ‚Bobby‘ Marinovic war unser Fels in der Brandung“, so Wandschneider, der mit seinem Team bereits tags zuvor in Magdeburg angereist war und am Morgen des Spieltags nicht in der GETEC-Arena trainieren ließ. „Die Übernachtungen helfen uns zu regenerieren und uns zu fokussieren. Das hat schon in Balingen geholfen, dort erstmals zu gewinnen und jetzt auch in Magdeburg“, bilanzierte der Trainer mit einem Schmunzeln.

Nach dem heutigen trainingsfreien Tag heißt es für die Grün-Weißen ab morgen volle Konzentration auf den DHB-Pokal. Am Mittwoch müssen die Wetzlarer beim heimstarken Zweitligisten VfL Bad Schwartau antreten. „Das wird eine richtig schwere Aufgabe“, weiß HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Was es heißt im Pokal in Lübeck auflaufen zu müssen, hat erst vor ein paar Jahren ein ambitionierter TBV Lemgo zu spüren bekommen.“ In der Spielzeit 2009/2010 verloren die Ostwestfalen an der Ostseeküste mit 28:29. „Wer diese Aufgabe auf die leichte Schulter nimmt, wird scheitern. Deshalb muss unsere Mannschaft weiter hart daran arbeiten, ihr Leistungsvermögen konstant abrufen zu können. Die verdiente Heimniederlage gegen Hannover-Burgdorf zuletzt war sicherlich schmerzlich, aber vielleicht ein Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit. Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir Hundertprozent Einsatz und Leidenschaft an den Tag legen – so wie gestern in Magdeburg! Das war eine absolut beeindruckende Teamleistung, mit einem großartigen Torhüter.“