Nach Sieg in Lübbecke: HSG Wetzlar stellt Startrekord in Handball-Bundesliga ein!

DKB Handball-Bundesliga

Neuformierte Mannschaft der Mittelhessen mit 9:5-Punkten in 18 Erstliga-Saison in Folge gestartet – Grün-Weißen lösen auch schwere Aufgabe beim Tabellenletzten erfolgreich

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben am Abend ihr Auswärtsspiel beim TuS N-Lübbecke mit 29:28 (14:12) gewonnen und ihre positive Serie in der DKB Handball-Bundesliga fortgesetzt. Damit schraubten die Mittelhessen ihre Bilanz aus den letzten vier Spielen auf 7:1-Punkte und rangieren aktuell auf Platz sieben der Tabelle. Mit derzeit 9:5-Punkten nach sieben Spieltagen konnten die Grün-Weißen zudem ihren Startrekord aus der Saison 2012/2013 einstellen.

„Ich bin froh, dass es uns so früh in der Saison gelungen ist, die Auswärtspunkte vier und fünf einzufahren“, diktierte HSG-Trainer Kai Wandschneider den Journalisten nach dem Erfolg in der Merkur-Arena in Lübbecke zufrieden in die Notizblöcke. „Nach unserem sensationellen Sieg über Flensburg herrschte so etwas wie ein Hype um unsere Mannschaft und ich bin froh, dass die Spieler sich davon nicht haben abstecken lassen und fokussiert geblieben sind. Die lange Pause nach der Englischen Woche mit vier Spielen in elf Tagen hat uns ganz offensichtlich gut getan!“

Beim Schlusslicht in Lübbecke bestach das neuformierte Wetzlarer Team einmal mehr durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und lies sich auch durch einen durchwachsenen Start in die Partie nicht aus der Ruhe bringen. Angeführt von einem sehr gut ausgelegten Kapitän Steffen Fäth drehten die Domstädter einen 2:4-Rückstand schnell in eine Führung und gingen gestützt auf eine bewegliche 6:0-Deckung bis zur Pause mit 14:12 in Front. „Ich bin aber auch mit unserer Angriffsleitung sehr zufrieden“, bilanzierte Wandschneider nach dem Spiel. „Gegen Ende der ersten Halbzeit konnten wir uns etwas absetzen. Sowohl gegen die 5:1-Deckung als auch die 6:0-Variante des TuS sind uns immer wieder Lösungen eingefallen und wichtige Tore gelungen. Wir haben sehr fokussiert und konzentriert gespielt! Dafür muss ich der Mannschaft ein großes Lob aussprechen.“

Auch im zweiten Durchgang lag Wetzlar bis zur 52. Spielminute durchgehend vorne, zwischenzeitlich sogar mit drei Treffern. Erst eine Zeitstrafe gegen Abwehrstrategen Carlos Prieto brachte die Gäste dann ins Wanken. „Beim Ausgleichstreffer von Lübbecke zum 23:23 ist es noch einmal spannend geworden und ich dachte, das Spiel könnte jetzt kippen, denn wir hatten davor zwei bis drei Mal die Chance verpasst, uns noch deutlicher abzusetzen“, gibt Wandschneider einen Einblick in sein Gefühlsleben acht Minuten vor dem Abpfiff. „In den Schlussminuten haben wir aber die Nerven bewahrt. Steffen Fäth hat ein richtig gutes Spiel gemacht, aber auch Jannik Kohlbacher und Maximilian Holst waren stark. Max hat in der Schlussphase wichtige Treffer von Außen gemacht und die beiden entscheidenden Siebenmeter rein geworfen. In so einer engen Schlussphase sind Siebenmeter und Siebenmeter nicht immer dasselbe!“

Das Strafwurf-Tor des Linksaußen zum 29:27 brachte knapp eine Minute vor dem Ende die Entscheidung in der kampfbetonten Partie, der nur 1.635 Zuschauer beiwohnten. Der 26jährige wurde nach dem Abpfiff von seinen Mannschaftskameraden und den mitgereisten Schlachtenbummlern gefeiert, blieb selbst aber cool. „Siebenmeter müssen halt rein und die ganz wichtigen erste recht. Das hat heute geklappt“, freute sich der siebenfache Torschütze.
„Das war ein Sieg der Psyche“, wusste Wetzlars Nationaltorhüter Andreas Wolff, der in dieser Partie nicht an die Glanzleistungen gegen Hannover und Flensburg anknüpfen konnte. „Wir hatten vor der Partie sieben Punkte auf dem Konto und Lübbecke keinen. Das hat ganz besonders in der Schlussphase den Ausschlag gegeben, dass wir diese Nervenschlacht gewonnen haben.“

Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp sprach dem Team ein großes Lob aus: „Die Vorzeichen vor der Partie waren schwierig! Nach einem sensationellen Sieg über Flensburg zum Tabellenletzten zu fahren, ist mental nicht ganz einfach. Dazu hatten wir in den Tagen dazwischen mit einigen Verletzungen und Erkrankungen zu kämpfen. Filip Mirkulovski und Evars Klesniks sind angeschlagen ins Spiel gegangen und haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das zeigt, welche Moral und welcher Teamgeist bei uns herrscht! Wenn man bedenkt, dass diese Mannschaft erst seit zweieinhalb Monaten zusammen ist, dann ist dieses Ergebnis nach sieben Spieltagen herausragend und Ansporn genug, hart weiterzuarbeiten. Schaut man sich die bisherigen Ergebnisse und die tabellarische Entwicklung in der Handball-Bundesliga an, dann waren unsere bisherigen Ergebnisse nicht nur schön, sondern auch wichtig!"