Nächster Heimerfolg: HSG Wetzlar schlägt TBV Lemgo souverän!

DKB Handball-Bundesliga

Start-Ziel-Sieg der Grün-Weißen - 31:28 fällt am Ende zu gering aus.

Nach dem überraschenden Sieg am 1. Spieltag gegen den HSV Handball hat man in der Wetzlarer Handballwelt von einem gelungenen Auftakt in die Saison gesprochen. Der Start in die Spielzeit hingegen seien die ersten fünf, sechs Spiele, so HSG-Trainer Kai Wandschneider damals. Nach dem gestrigen 31:28 (17:15)-Heimerfolg der Domstädter gegen den TBV Lemgo darf man nun aber endlich von einem gelungenen Saisonstart sprechen – auch in der grün-weißen Handballwelt.

Diese könnte nach dem 6. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga kaum schöner sein, hat man doch mit 8:4 Punkten das schwere Auftaktprogramm in die Spielzeit hervorragend gemeistert. „Das ist unglaublich!“, waren die Worte von Coach Wandschneider nach dem Spiel gegen den ehemaligen Deutschen Meister TBV Lemgo, das die HSG Wetzlar in beeindruckend souveräner Manier „nach Hause“ gebracht hatte.

 Es war ein glatter Start-Ziel-Sieg der Lahnstädter, die in der gesamten Begegnung nicht einmal ins Hintertreffen geraten waren. Lediglich beim 1:1 (3.), 2:2 (4.) und 5:5 (11.) konnten die Gäste aus Ostwestfalen das Geschehen auf dem Parkett ausgeglichen gestalten.  Besonders das Auflösen auf die  4:2-Formation in der zweiten Welle der HSG funktionierte in der Anfangsviertelstunde hervorragend und brachte den Hausherren eine 9:6-Führung ein. Gestützt auf eine überragende Torwartleistung von Keeper Nikola Marinovic, der alleine in den ersten zehn Minuten fünf Bälle und über die gesamte Spieldauer 21 Würfe abwehren konnte, verteidigte die HSG ihren Vorsprung bis zum 16:13 (28.), ehe es mit 17:15 in die Halbzeit ging.

Genau wie zu Beginn der Partie war es auch am Anfang der zweiten Halbzeit der österreichische Nationaltorhüter, der wie eine Wand hinter der 6:0-Deckungformation der Wetzlarer stand. Gleich drei Großchancen machte „Bobby“ unmittelbar nach Wiederanpfiff zunichte und legte damit den Grundstein für die 19:15-Führung nach 34 Minuten. „Nikola Marinovic hat heute einen großen Anteil daran, dass wir das Spiel siegreich gestalten konnten. Er hat sehr stark gehalten. Dazu passend war der gehaltene Siebenmeter von Nikolai Weber, der in der Phase extrem wichtig für uns war“, lobte Coach Wandschneider seine Keeper, was Nikola Marinovic an die Deckung zurückgab. „Der Block hat heute überragend gestanden und es mir in vielen Situationen einfach gemacht“, erklärte der Österreicher bescheiden und zielte damit wohl auch ein wenig auf die mit 2:0 gewonnene doppelte Unterzahl in Halbzeit eins ab.

Beeindruckend für die 4006 Zuschauer in der heimischen Rittal Arena war auch die Gefahr, die von der Wetzlarer Bank ausging. Bis auf Alois Mraz, der gesundheitlich angeschlagen nur in der Abwehr zum Zug kam, und Fannar Thor Fridgeirsson konnten sich alle grün-weißen Feldspieler in die Torschützenliste eintragen. Zwar verpasste es die HSG in der zweiten Hälfte das Spiel frühzeitiger zu entscheiden, doch spätestens mit dem Tor zum 29:23 durch Kari Kristjan Kristjansson nach 56 Minuten war der Sieg besiegelt – sehr zum Missfallen von Lemgo-Trainer Dirk Beuchler. „Ich bin sehr angefressen. Trotz unserer personellen Sorgen war Wetzlar heute schlagbar. Um hier etwas mitzunehmen haben wir aber zu viele Fehler gemacht – individuell, wie kollektiv. Dass wir Handball spielen können, haben wir über kurze Phasen gezeigt, im Gesamten haben wir aber zu viele freie Bälle liegen gelassen“, so der Übungsleiter des TBV, der auf die verletzten Gunnar Dietrich, Florian Kehrmann und Patrik Johansson verzichten musste. 

HSG Wetzlar: Marinovic, Weber; Schmidt (3/2), Fridgeirsson, Tiedtke (3), Rompf (n.e.), Valo (3), Mraz, Philipp Müller (2), Reichmann (6), Fäth (4), Michael Müller (4), Harmandic (4/2), Kristjansson (2).

TBV Lemgo: Dresrüsse, Lichtlein; Preiß (2), Bechtloff (1), Strobel (6), Kehrmann (n.e.), Hermann (5), Pekeler (2), Schneider (5/2), Lemke (2), Haenen (5).

 

Stimmen zum Spiel:

Nikola Marinovic: "Nach der langen Pause waren wir heute bis in die Haarspitzen motiviert und wollten dem Publikum eine gute Leistung zeigen. Auch wenn nicht alles rund gelaufen ist, können wir mit dem Sieg gegen Lemgo sehr zufrieden sein. Ich bin mit meiner Leistung natürlich sehr glücklich, muss aber auch dem Block ein Lob aussprechen, der heute überragend gestanden hat. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung."

Tobias Reichmann: "Ich denke, dass es in der ersten Hälfte ein Spiel auf Augenhöhe war. Lemgo hat vielleicht ein paar wenige Fehler mehr gemacht als wir. Nach dem Wechsel waren wir dann viel souveräner und haben eine wirkliche starke Leistung gezeigt - vor allem in der Abwehr. Ich bin mit großen Selbstvertrauen vom DHB-Lehrgang zurückgekommen und ich hoffe, dass man das in meiner Leistung heute auch gesehen hat."

Philipp Müller: "Unsere beiden Keeper waren heute unglaublich! Ich weiß gar nicht, wieviele 'Freie' Bobby heute gehalten hat. Auch der gehaltene Siebenmeter von Niko Weber passt in das Gesamtbild und hat uns in dieser speziellen Phase noch einmal mehr Sicherheit gegeben. Ich denke, wir können mit dem Spiel sehr zufrieden sein und haben wieder einmal gesehen, dass wir einen guten und breiten Kader haben."