Neuzugang Fannar Thor Fridgeirsson: „Wetzlar bietet gute Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln!“

DKB Handball-Bundesliga

25jähriger Isländer fühlt sich wohl in Mittelhessen und hofft auf viele Spielanteile

Der Werdegang von Fannar Thor Fridgeirsson (Bild) liest sich gut. Mit 16 Jahrendebütierte der Isländer in der ersten isländischen Liga. Vor zwei Jahren dann kam er nach Deutschland, schlug damals ein Angebot aus der ersten Liga aus, um im Handball-Unterhaus beim TV Emsdetten Spielpraxis zu sammeln und sich sportlichzu entwickeln. Mit Erfolg. Denn dort schaffte er den Sprung ins Nationalteam Islands. Nach zwei Jahren auf hohem Zweitliganiveau, in denen der heute 25jährige beim TVE zu einem wirklichen Leistungsträger heranreifte, steht für Fannar Thor Fridgeirsson jetzt der nächste Schritt in seiner Karriere an. Der Wechsel in die demnächst heißende DKB Handball-Bundesliga. Im Interview spricht der sympathischeBlondschopf über seine ersten Eindrücke von der Domstadt, der HSG Wetzlarund gibt einen Ausblick auf seine persönlichen Ziele.

Fannar, Dein Ziel war es in der 1. Handball-Bundesliga zu spielen. Mit Deinem Wechsel zur HSG Wetzlar wird das jetzt Realität. Wie fühlt es sich an, wenn ein Traum wahr wird?
Fannar Thor Fridgeirsson: „Ich bin natürlich extrem froh, dass ich mit dem Wechsel nach Wetzlar dieses Ziel erfüllen konnte. Ich wollte unbedingt in Deutschland bleiben, mich hier durchsetzen und den Sprung in die erste Liga schaffen. Die HSG Wetzlar ist ein gut geführter Verein, mit einem klaren sportlichen Konzept und ich freue mich sehr, dass mein Traum hier wahr wird. Es passt genau.“

Wie ist Dein erster Eindruck von der Stadt Wetzlar, der RITTAL Arena und Trainer Kai Wandschneider?
Fannar Thor Fridgeirsson: „Mein Eindruck hier ist wirklich super. Die Menschen sind alle sehr freundlich und Wetzlar hat Charme. Es gibt eine schöne Altstadt, einen Dom und im Forum kann man gut einkaufen. Natürlich ist es anders als in Emsdetten und vor allem in Island, aber ich fühle mich hier sehr wohl. Ich mag keine Großstadt-Atmosphäre, sondern fühle mich in Kleinstädten wohler. Und die RITTAL Arena ist wirklich toll. Ich durfte schon einen Blick hineinwerfen und ich muss sagen, dass sie mich beeindruckt hat! Ich freue mich schon auf das erste Heimspiel Ende August gegen Hamburg – von der tollen Unterstützung der Wetzlarer Fans habe ich schon gehört. Der erste Eindruck von Kai Wandschneider ist absolut positiv. Er hat mir in einem langen Gespräch erklärt, wie ich in sein Konzept passe und was er von mir erwartet, aber auch Dinge aufgezeigt, die er bei mir noch verbessern kann.“

Was erwartest Du hier in Wetzlar? Welches sind Deine persönlichen Ziele?
Fannar Thor Fridgeirsson: „Mein Ziel war es ja immer in die erste Liga in Deutschland zu kommen. Das habe ich geschafft. Jetzt will ich natürlich möglichst viel spielen, um mich weiterzuentwickeln. Schließlich habe ich den Ehrgeiz ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft zu werden. Die Voraussetzungen dafür sind in Wetzlar natürlich besser als in Emsdetten. Vor zwei Jahren, als ich nach Deutschland gekommen bin, hätte ich auch in die Bundesliga nach Dormagen gehen können, habe mich aber für die zweite Liga und Emsdetten entschieden, weil ich dort die besseren Möglichkeiten gesehen habe, Spielzeiten zu bekommen. Jetzt möchte ich in meiner Karriere den nächsten Schritt machen. Ich denke, die Zeit ist genau richtig dafür.“

Du hast bereits einige Spiele für die isländische Nationalmannschaft gemacht. Welche Erfahrungen hast Du dort gesammelt?
Fannar Thor Fridgeirsson: „Ich habe alle Jugendnationalmannschaften durchlaufen und bin seit 2009 immer mal A-Kader dabei gewesen. Ich habe zum Beispiel die Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Serbien dieses Jahr mitgemacht, habe es aber leider nicht in den Kader geschafft. Das Testspiel gegen Deutschland in der SAP-Arena in Mannheim sollte ich eigentlich auch mitmachen, aber dann habe ich mich leider verletzt. Es ist ein großer Ansporn für mich, mich mit den besten Spielern der Welt zu messen. Auf internationaler und jetzt auch nationaler Ebene.“

Mit Kari Kristjansson steht ein weiterer Isländer im Kader der HSG Wetzlar. Hat das Deine Entscheidung nach Mittelhessen zu wechseln mit beeinflusst?
Fannar Thor Fridgeirsson: „Natürlich ist es schön, dass Kari auch hier spielt. Wir kennen uns schon sehr lange, noch aus Zeiten in Island. Dort haben wir immer gegeneinander gespielt. Darunter war auch die eine oder andere hitzige Partie, wenn es um die Meisterschaft ging. Jetzt freue ich mich darauf, mit ihm gemeinsam auflaufen zu dürfen.“

Was glaubst Du, kann die HSG Wetzlar in der kommenden Saison erreichen? Wie siehst Du die Qualität des Kaders?
Fannar Thor Fridgeirsson: „Ich denke, dass sich der Club für die kommende Saison sehr gut verstärkt hat. Wir haben junge und international erfahrene Spieler im Kader. Das Ziel frühzeitiger Klassenerhalt sollte für uns machbar sein, auch wenn ich weiß, dass man in der stärksten Liga der Welt in keinem Spiel etwas geschenkt bekommt. Ich denke trotzdem, dass es gut aussieht und freue mich auf den Trainingsstart am 11. Juli.“