Nichts zu holen an der Elbe

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Die HSG Wetzlar unterliegt beim SC Magdeburg klar mit 25:31

13 Mal traten die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar bisher erfolglos die Reise in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt an. Auch nach dem 14. Versuch kehrten die Grün-Weißen ohne Punkte heim und unterlagen dem SC Magdeburg leistungsgerecht mit 25:31 (10:18).

 

"Wir haben erst nach 18 Minuten angefangen, Handball zu spielen", ärgerte sich der durch einen Magen-Darm-Infekt geschwächte Rückraumakteur Philipp Müller hinterher, als seine Kollegen längst von ihrem angesäuerten Trainer Gennadij Chalepo in die Kabine zitiert worden waren. Auch ohne ihren wegen einer Beckenprellung noch weitgehend geschonten Ales Pajovic stürzten die Hausherren die Grün-Weißen in der mit 7007 nahezu ausverkauften GETEC-Arena vom Anwurf weg in arge Nöte. Pajovic durfte sich auf der Bank über zwei Fehlpässe von HSG-Spielmacher Timo Salzer freuen, die mit Kontern von Robert Weber und Yves Grafenhorst zum 2:0 bestraft wurden. Auch danach schien die Weihnachtsgans den Mittelhessen noch schwer im Magen zu liegen. Steffen Fäth, der anstelle von Müller auflief, wusste SCM-Kreisläufer Bartosz Jurecki nur mit einem Foul zu bremsen und "brummte" dafür zwei Minuten auf der Bank, Stian Tönnesen traf per Siebenmeter zum 5:1 (5.).

Gäste haben ihre stärkste Phase Kreisläufer Kristjansson zu verdanken

So hatte sich das HSG-Coach Chalepo nicht vorgestellt - der gebürtige Weißrusse brachte erst Adnan Harmandic für den indisponierten Salzer und knallte schon nach acht Minuten und dem 2:7 durch den Österreicher Robert Weber die grüne Karte auf den Tisch. Besserung trat nicht ein, denn nur Sekunden später scheiterte Lars Friedrich per Siebenmeter am in Durchgang eins überragenden Heimkeeper Gerri Eijlers.

Seine stärkste Phase hatte der Tabellenzwölfte vor allem seinem Kreisläufer Kari Kristjan Kristjansson zu verdanken. Der Isländer kämpfte sichtbar für einen neuen Kontrakt an der Lahn und erarbeitete sich und seinen Mitspielern immer wieder Möglichkeiten. Eine davon schloss der 27-Jährige zum 5:10 selbst ab (18.), bevor Harmandic 120 Sekunden später den sechsten Treffer nachlegte. Als Nikola Marinovic, der nach zwölf Minuten für seinen glücklosen Teamkollegen Nikolai Weber zwischen die Pfosten gerückt war, dann auch noch einen Strafwurf von Stian Tönnesen entschärfte, schienen die Handballer aus Münchholzhausen und Dutenhofen zurück in der Partie zu sein. Doch die "Gladiators" hatten an Heiligabend offenbar genug Geschenke verteilt und verurteilten den Wetzlarer Aufschwung mit zwei Treffern von Damir Doborac zum 14:7 nach 26 Minuten zum Strohfeuer. Nachdem Stian Tönnesen 20 Sekunden vor der Halbzeitsirene für das 18:10 gesorgt hatte, verabschiedete sich der Meister von 2001 mit stehenden Ovationen in die Kabine - der HSG-Tross verließ das Parkett hingegen mit Wut und Enttäuschung über die eigene Darbietung.

Diese Elemente legte Fäth kurz nach Wiederbeginn in seinen energischen Abschluss zum 11:18. An der Überforderung in der Defensivarbeit änderte dies jedoch nichts, Andreas Rojewski belohnte das flexible Angriffsspiel der Hausherren mit dem 21:12 (37.). Die Truppe von der Elbe nutzte die individuellen Patzer der Gäste gnadenlos aus und zeigte wie beim 24:15 durch Weber per Kempa (41.) sogar noch das ein oder andere Kabinettstück.

Mit einem Debakel wollten sich die Wetzlarer aber nicht in die EM-Pause verabschieden, Tobias Hahn mit dem 17:24 (45.) und Lars Friedrich mit dem 19:26 (48.) verhinderten immerhin einen höheren Rückstand. Kristjansson betrieb von der Linie ebenso Ergebniskosmetik (22:27, 52.) wie Daniel Valo mit dem 25:30 eine Minute vor dem Ende.

"Wir haben nochmal alles aus uns herausgeholt", freute sich Magdeburgs Linksaußen Yves Grafenhorst. Das gelang der HSG Wetzlar auch im 14. Anlauf an der Börde nicht.

Magdeburg: Gustavsson (bei zwei Siebenmetern), Eijlers - Wiegert, Doborac (4), Rojewski (6), Landsberg (2), Pajovic (1), Hornke (2), Grafenhorst (3), Tönnesen (7/6), Robert Weber (5), Jurecki, Musche (1)

Wetzlar: Weber, Marinovic (ab 12.) - Schmidt, Rompf, Salzer (2), Valo (2), Jungwirth (1), Müller, Chalkidis, Fäth (4), Hahn (2), Harmandic (2), Friedrich (5), Kristjansson (7/4)

Schiedsrichter: Schaller/Wutzler (Leipzig/Frankenberg)
Zuschauer: 7007
Zeitstrafen: Magdeburg drei (Jurecki, Pajovic, Doborac), Wetzlar vier (Fäth, Valo, Chalkidis, Rompf)
verworfene Siebenmeter: Friedrich (Wetzlar) scheitert an Eijlers (9.), Tönnesen (Magdeburg) scheitert an Marinovic (21.)

Matthias Georg