Ohne Steffen Fäth in der Flensburger "Hölle Nord" bestehen!

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar tritt heute Abend beim heimstarken Champions League-Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt an - Partie ab 19 Uhr live auf sport.de im Internet zu sehen

In dicke Jacken eingepackt, mit Schals und Mützen standen sie gestern Mittag um 11 Uhr an der Sporthalle Dutenhofen und warteten auf die Abfahrt zum Auswärtsspiel nach Flensburg. Für die Handballer der HSG Wetzlar wartet dort heute Abend um 19 Uhr (live auf www.sport1.de) in der Flens-Arena der derzeitige Rangdritte, die SG Flensburg Handewitt, zur schweren Auswärtspartie. 

Die Flensburger beweisen auch in dieser Runde unter ihrem Coach Lubo Vranjes, wie stark und fokussiert die Mannschaft um die Ex-Wetzlarer Lars Kaufmann und Petar Djordjic spielen. Selbst die langen Ausfälle von Djordjic, Glandorf, die Meniskusoperation von Lars Kaufmann, der Ausfall von Svan Hanssen im November letzten Jahres oder auch der Achillessehnenriss von Djordjic-Ersatz Atlasson bremsten die Jungs von der Förde nur unwesentlich in Meisterschaft, dem DHB-Pokal und der Champions League. In allen drei Wettbewerben noch mit guten Möglichkeiten gehen die Schleswiger unbeirrt ihren Weg. Aber nicht nur die mannschaftliche Geschlossenheit seitens der Flensburger und deren taktische Variabilität und Cleverness macht die Aufgabe so schwer. Auch das Torhüterduo und hier insbesondere der zuletzt einmal mehr bärenstarke Mats Andersson, haben den HSG-Protagonisten schon ein ums andere Mal den Zahn ziehen können. 

Wie etwa bei den letzten Spielen, die allesamt knapp ausgingen. War es in der vergangenen Spielzeit und im DHB-Pokal noch knappe Niederlagen, so retteten sich die Flensburger im Hinspiel gerade noch einmal so mit einem Unentschieden über die Ziellinie. Eins von insgesamt drei Remis bei einem Sieg und 27 Niederlagen in 31 Begegnungen insgesamt. Doch all diese Statistiken sind für Wandschneider Makulatur: „Wir wollen immer gewinnen und haben auch diese Woche mit den zur Verfügung stehenden Spielern sehr gut trainiert. Man ist nie chancenlos, und wenn es in Flensburg immer sehr schwer ist, wir werden alles tun, um es trotzdem zu schaffen. Steffen fällt heute Abend allerdings aus, er ist erst gar nicht mitgefahren“, so HSG-Trainer Wandschneider, den der Verzicht einmal mehr schmerzt und der erneut auf den A-Jugendlichen Moritz Zörb als Ersatz für den langzeitverletzten Kreisläufer Kari Kristjansson zurückgreift. 

Diese Woche hat er mit der Mannschaft intensiv an der Variabilität seiner verschiedenen Deckungssysteme gearbeitet, um die Angriffsmaschine der SG auszubremsen. Im Angriff ist er sich einmal mehr sicher: „Wir haben genügend Möglichkeiten und ich traue meiner Mannschaft sehr viel zu, wichtig werden die Details sein, gutes Timing, Geduld aber auch, dass jeder sein individuelles Potenzial abrufen und einbringen kann.“ 

Die, seit gestern nun auch endlich offiziell geklärte, personelle Situation für die kommende Runde könnte zusätzliche Motivation und Kraft freisetzen. „Dieser Aspekt war mir so gar nicht präsent, aber ja, wir haben alle sehr hart gearbeitet, um diese Wechsel zu realisieren und es ist sicher ein Zeichen an die Mannschaft. Im Unterbewusstsein könnte dies bei einigen die Angst vor einer ungewissen Zukunft nehmen, wenn nicht gleich in Flensburg, aber sicher in den kommenden Wochen.“ Das wichtigste für ihn für heute Abend ist allerdings „das wir einfach nach einer sehr guten Trainingswoche, da weitermachen, wo wir in Lemgo aufgehört haben, denn da waren wir auf einem sehr guten Weg, haben phasenweise so gespielt wie in der Hinserie. Das muss uns weiter gelingen, dafür gilt es sich zu konzentrieren und dann werden wir weiter punkten“.

Quelle: Gießener Anzeiger