Philipp Pöter: Für Reha und neue Aufgabe auf Urlaub verzichtet!

Schuftet unter anderem im Sports Plaza täglich für sein Comeback – Wetzlars neuer Spielmacher Philipp Pöter.

DKB Handball-Bundesliga

30-jähriger Spielmacher fiebert Trainingsauftakt Mitte Juli entgegen – „Bin optimistisch dann voll ins Mannschafttraining einsteigen zu können!“

Noch nicht einmal vier Monate ist es her, dass er sich im Auswärtsspiel des SC DHfK Leipzig in Eisenach das Sprunggelenk gebrochen und das Syndesmoseband abgerissen hatte. Nunmehr steht der Neuzugang der HSG Wetzlar, Philipp Pöter, kurz vor seinem Comeback. „Woche für Woche mache ich erhebliche Fortschritte und ich bin optimistisch zum Vorbereitungsstart Mitte Juli voll ins Training einsteigen zu können“, freut sich der gebürtige Westfale. „Sicherlich sollte man zu Beginn aber keine Wunderdinge erwarten.“  

Bereits seit Anfang Juni wohnt der 30-jährige in Lahnau bei Wetzlar und setzt seitdem die in Leipzig begonnene Reha unter der Leitung von Peter Nagel in Biskirchen fort. „Ich bin den Ärzten in Leipzig und hier in Mittelhessen wirklich sehr dankbar. Der Club und die medizinische Abteilung der HSG Wetzlar haben sich direkt so um mich gekümmert, als ob ich hier schon ewig spiele“, ist Pöter voll des Lobes. „Es war eine echt schmerzhafte Verletzung. Ich hatte viel Metall im Fuß. Nach sechs Wochen konnte ich die Krücken zur Seite legen und war auf die Prognose gespannt. Die war positiv. Ich muss jetzt noch am Aufbau der Muskulatur arbeiten. Ich bin gespannt und freue mich sehr auf die neue Herausforderung“, so Pöter, der im Team der Grün-Weißen die Nachfolge von Florian Laudt antreten wird. Lauth hatte seine Karriere Anfang Juni beendet. 

Leipzig hat der quirlige Spielmacher nach zwei Jahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen, sieht die Zeit aber nunmehr gekommen, sich einer neuen sportlichen Herausforderung zu stellen. „Trainer Kai Wandschneider will von mir ein Gesamtpaket sehen. Ich war in der abgelaufenen Saison, bis zu meiner Verletzung, torgefährlich, konnte aber auch mein taktisches Verständnis einbringen. Das ist auch in Wetzlar gefragt“, weiß der ausgebildete Sport- und Fitness-Kaufmann, für den auch seine in Essen lebende Familie bei der Entscheidung den Club zu wechseln, eine nicht unwesentliche Rolle spielte. „Meine Frau lebt in Essen und arbeitet dort als Kriminalkommissarin bei der Polizei. Sie kann aus unserer Heimat nicht so einfach weg und entwickelt sich dort auch gerade beruflich. Wir gönnen uns gegenseitig unsere Karriereleiter und werden jetzt wieder enger beieinander leben.“

Auf einen Sommerurlaub hat Pöter in Hinblick auf die Reha und die neue Aufgabe verzichtet. „Mit einem großen Urlaub wird es leider nichts, weil ich doch noch sehr viel aufarbeiten muss. Morgens starte ich mein Reha-Training in Leun. Abends ist Krafttraining oder Kondition für mich angesagt und dazwischen physiotherapeutische Behandlung in Wetzlar“, erklärt der sympathische Spielmacher. „Am Wochenende fahre ich eigentlich immer nach Essen, um meine Frau zu sehen und mich mit Freunden oder der Familie treffen. Wenn das Wetter beständig wird, bin ich auch sehr auf den Dutenhofener See gespannt.“

Freizeit bleibt trotz Sommerpause derzeit also wenig, zum Beispiel um die Domstadt näher kennen zu lernen. Dies möchte „Pippo“ jedoch möglichst schnell nachholen: „Bis jetzt habe ich noch nicht so viel von der Stadt sehen können, weil mein Tag gerade doch sehr gut getaktet ist. Aber es ist schon nochmal was anderes wie das Ruhrgebiet oder Leipzig. Ich freue mich drauf, bald mehr von Wetzlar und Umgebung sehen zu können.“

Besonders freut sich Pöter aber auf Mitte Juli, den Trainingsstart in der Halle, mit seinen neuen Mannschaftskollegen. „Es kribbelt gewaltig, dann wieder den Ball in die Hand zu nehmen“, so der 30-jährige, der mit sportlichen Prognosen für die kommende Saison aber vorsichtig ist. „Ich würde gerne Dreiviertel der Vorbereitung abwarten. Dann zeichnet sich vielleicht schon eine Tendenz ab. Erstmal wird es wichtig sein, aus den recht vielen Neuzugängen und den aktuellen Spielern eine Einheit zu formen, um dann auf dem Feld die gleiche Sprache zu sprechen. Sicherlich ist es so, dass die HSG Wetzlar starke Neuzugänge verpflichtet hat und wir einiges an Potential besitzen.“