Punktgewinn in Göppingen um haaresbreite verpasst!

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar verliert Spitzenspiel bei Frisch Auf! nach hartem Kampf mit 22:23 (10:10) - Björn Seipp: "Unentschieden wäre gerecht gewesen!"

Im Spitzenspiel der noch verlustpunktfreien Mannschaften der Handball-Bundesliga unterlag die HSG Wetzlar im sonntäglichen Teil des ersten Doppelspieltags in der Eliteliga bei Frisch Auf Göppingen mit 22:23 (10:10). Vor 4800 Zuschauern in der Göppinger EWS-Arena hielten die Mittelhessen die Partie bis in die Schlussphase offen. Als die Gastgeber in der 59. Minute zum zweiten Mal in der gesamten Begegnung mit drei Treffern in Front gingen, gelang den Grün-Weißen zwar binnen 30 Sekunden noch zwei Tore, doch der Endspurt zu einem verdienten Unentschieden kam zu spät.

„Es waren Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben. Aber dafür war die Quote an technischen Fehlern zu hoch. Man hat doch gesehen, dass sich der Doppelspieltag auch an der Konzentration bemerkbar machte. Da sind uns Dinge unterlaufen, die normalerweise nicht passieren“, fand Wetzlars Trainer Kai Wandschneider nach dem Schlusspfiff eine passende Erklärung für die äußerst knappe Niederlage.

Die Schwaben, die letztmals in der Saison 2011/12 zu einem Sieg über die Mittelhessen gekommen waren, gingen in der Abwehr nicht zimperlich zu Werke. Gleich drei Göppinger Akteure (Tim Kneule, Zarko Sesum und Felix Lobedank) kassierten in der Anfangsphase Verwarnungen. Bis zur zehnten Minute mussten die Unparteiischen auch drei Strafwürfe den Gästen zusprechen, wobei allerdings Guillaume Joli bei einer Exekution mit seinem ersten Fehlwurf der Saison von der Siebenmeter-Linie am Pfosten scheiterte.

Gegen die robuste Defensive der Hausherren taten sich Wetzlarer Angreifer überraschend schwer. Und konnten sie doch einmal den FAG-Abwehrverband ins Laufen bringen, um eine Lücke zu finden, dann stand mit Primosz Prost ein starker Torhüter bei Göppingen zwischen den Pfosten.

Auf der anderen Seite vermochte Andreas Wolff im HSG-Gehäuse nicht an seine überragende Leistung gegen Lemgo anzuknüpfen, sodass Kai Wandschneider nach 14 Minuten beim Stand von 6:4 José Javier Hombrados einwechselte. Zwei Minuten später sah sich Wandschneider gar gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen.

8:5 (17.) führte Göppingen, als Florian Laudt bei Wetzlar plötzlich das Heft in die Hand nahm. Zwei Treffer des blonden Mittelmannes zum 8:7 veranlassten nun Gastgeber-Coach Magnus Andersson seinerseits, seine Truppe zur Dienstbesprechung an die Seitenlinie zu holen. Als dann noch Hombrados einen Strafwurf von Halén, dem schwedischen Neuzugang von Frisch Auf, glänzend parierte und wenig später Florian Laudt zum 9:9 erfolgreich war, mussten die Karten nach dem 10:10-Pausenstand neu gemischt werden.

Bis zur 37. Minute gelangen beiden Teams je nur zwei Treffer (12:12), im Gleichschritt folgten die Zwischenstände 14:14 (Laudt, 41.) und 16:16 (Kneule 44.). Wetzlar ließ sich in der Folgezeit auch nicht von einer erneuten Göppinger Führung (18:16) nervös machen, sondern spielte diszipliniert weiter, sodass zehn Minuten vor dem Ende mit dem 18:19 (Fäth) die HSG-Führung von der Anzeigentafel leuchtete. Als dann noch Hombrados wieder mit einer Glanzparade gegen Fontaine aufwartete, verhinderte nur ein technischer Fehler (Kreisbetreten) von Joli, dass nun Wetzlar mit zwei Toren in Front ging.

In der spannenden Schlussphase blieb jedoch Göppingen am Drücker und setzte sich auf 22:20 ab. Kai Wandschneider nahm drei Minuten vor dem Ende seine dritte Auszeit und brachte Florian Laudt als siebten Feldspieler für Torhüter Hombrados. Doch das Überzahlspiel der Gäste blieb ohne Erfolg. Als Evgeni Pevnov eine Minute vor dem Ende auf 23:20 erhöhte, war die Partie entschieden, denn die beiden HSG-Treffer von Steffen Fäth und Kristian Bliznac in den letzten dreißig Sekunden kamen zu spät.

„Heute haben hüben wie drüben die Abwehrreihen und die Torhüter das Spiel bestimmt“, sagte Trainer Wandschneider, während HSG-Geschäftsführer Björn Seipp ergänzte: „Ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf gerecht geworden.“ 

Quelle: Gießener Anzeiger