Salzer tanzt mit Karlchen

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HSG Wetzlar feiert mit dem 32:29 gegen den TBV Lemgo den langersehnten Sieg

Vor dem Spiel tanzte nur das Maskottchen der HSG Wetzlar. Denn Karlchen hat nun einen Namen. Nach der Schlusssirene tanzten auch die Spieler des Handball-Bundesligisten. Sie hatten gestern Abend allen Grund zum Feiern. Gerade hatten sie den TBV Lemgo mit 32:29 (15:16) geschlagen und mit dem vierten Heimerfolg dieser Saison in der mit 3921 Zuschauern prächtig besetzten Rittal-Arena eine Durststrecke von über zwei Monaten ohne Sieg beendet.

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Die Fans hielt es nicht mehr auf den Sitzen, und HSG-Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann atmete kurz tief durch: "Es ist das eingetroffen, was wir uns alle erhofft hatten. Die Mannschaft hat einen starken Gegner niedergerungen." Dessen Geschäftsführer Volker Zerbe vor dem Anwurf bereits gewarnt hatte: "Wetzlar hat sich prima entwickelt und ist auf einem guten Weg. Es wird schwer." Es war eine enge Kiste im ersten Durchgang. Nur dreimal lagen die Gastgeber in Führung: beim 1:0 durch einen Siebenmeter von Lars Friedrich (2.), beim 2:1 nach einem schönen Alleingang von Daniel Valo (4). und beim 7:6 durch Peter Jungwirth (15.). Nikolai Weber bekam im HSG-Kasten kaum einen Ball zu fassen und wurde in der 23. Minute durch Nikola Marinovic ersetzt.

Allerdings konnte sich der zweifache deutsche Meister und dreifache DHB-Pokalsieger aus Lemgo auch nicht auf mehr als zwei Tore absetzen. In der 24. Minute traf Valo in Überzahl nur die Latte statt zum möglichen 11:10, das Rolf Hermann kurz darauf auf der Gegenseite gelang.

Nach einem schwachen Pass von Timo Salzer auf Valo fiel das 12:10 für die Gäste durch Christoph Theuerkauf, den mit sieben Toren besten Werfer der Ostwestfalen. "In der ersten Halbzeit lief nicht alles optimal. Wir waren zu passiv in der Abwehr und vorne zu nervös", meinte Valo. Salzer, der ab der 19. Minute für den enttäuschenden Adnan Harmandic Regie führte, erzielte den 15:16-Pausenstand.

Friedrich verwandelt sechs Siebenmeter: "Wir hatten den cooleren Kopf"

"Wir wollten den Sieg mehr", lautete Philipp Müllers kurze und knappe Erklärung für das, was dann folgte. Nach seinem 17:17 in der 34. Minute hatten die Hausherren das Sagen. "In der zweiten Hälfte hatten wir eine andere Einstellung. Die Körpersprache hat gestimmt, wir sind mehr in die Zweikämpfe gegangen und haben die Gegenstoßtore gemacht", lobte Trainer Gennadij Chalepo. Sein Kollege Dirk Beuchler zeigte sich als fairer Verlierer: "Wetzlar hat über 60 Minuten aggressiv gespielt, wir haben hingegen in der zweiten Halbzeit nachgelassen. Das entscheidet solche Spiele." Aber auch Timo Salzer, der mit einem Doppelschlag in der 45. Minute für die 25:20-Führung sorgte. "Ich trainiere gut. Das war eine prima Mannschaftsleistung mit Nikola Marinovic dahinter. Es hat viel Spaß gemacht, auch wie die Zuschauer mitgegangen sind", wollte der stark aufspielende Regisseur nicht groß auf seine eigene Leistung eingehen, ließ sich aber nur zu gerne vom Maskottchen Karlchen beim Freudentanz abklatschen und umarmen.

Zwar kamen die Gäste beim 26:28 (55.) durch Gunnar Dietrich und beim 27:29 (56.) durch Martin Strobel jeweils noch einmal auf zwei Treffer heran, doch spätestens als Valo mit zwei Toren in Folge das 31:27 (58.) erzielte, hatte keiner mehr einen Zweifel am Sieg der Grün-Weißen.

"Wir hatten den cooleren Kopf", sagte Lars Friedrich, der gestern alle sechs Siebenmeter für die HSG verwandelte und per Strafwurf auch den Schlusspunkt zum 32:29 setzte. "Das haben wir gebraucht. Diese beiden Punkte waren sehr wichtig für uns. So kann es weitergehen", sprach Torwart Nikola Marinovic seinen jubelnden Teamkollegen aus dem Herzen.

Wetzlar: Weber, Marinovic (ab 23.) - Schmidt (3), Salzer (6), Valo (4), Jungwirth (4), Mraz (3), Müller (4), Chalkidis (1), Fäth (n.e.), Harmandic, Friedrich (6/6), Kristjansson (1), Rompf (n.e.)

Lemgo: Lichtlein (bei einem Siebenmeter, ab 38.), Dresrüsse - Johansson (2), Preiß (3), Bechtloff (2), Patrail (2), Theuerkauf (7/2), Strobel (4), Hermann (4), Liniger, Dietrich (4), Schneider, Kehrmann (1), Prüßner (n.e.)

Schiedsrichter: Moles/Pittner (Heddesheim/Hemsbach)
Zuschauer: 3921
Zeitstrafen: Wetzlar vier (Valo, Mraz, Müller, Chalkidis), Lemgo vier (Johansson, Dietrich drei, rote Karte 59.)

Christiane Müller-Lang