Salzer und Kollegen lassen Taten sprechen

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Nach 54:35 Minuten war das Derby endgültig entschieden. In dieser Sekunde hatte Timo Salzer von der HSG Wetzlar einen Angriff mit dem Tor zum 25:20 abgeschlossen. Es war der fünfte Treffer des Spielmachers, der in den Tagen vor der gestrigen Partie gegen den TV 05/07 Hüttenberg einiges aushalten musste. Zunächst wurde er in der »Wetzlarer Neuen Zeitung« von Wetzlars Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann als »einer der am meisten überschätzten Spieler der Bundesliga« gedemütigt, am Donnerstag dann von der »WNZ« sinngemäß sogar als zu schlecht für die 1. Liga bezeichnet.

 

Dass es sich dabei um zwei Fehleinschätzungen handelte, bewies der 28-Jährige, der die HSG am Saisonende in seine Heimat nach Bietigheim verlässt, gestern mit einer eindrucksvollen Leistung und avancierte gemeinsam mit Keeper Nikolai Weber zu den Sieggaranten der Grün-Weißen. Salzers entscheidendem Treffer war eine Parade von Weber vorausgegangen Der Torhüter hatte einen Siebenmeter von Hüttenbergs Matthias Gerlich abgewehrt und ließ sich noch von den HSG-Fans hinter seinem Tor feiern, als Salzer vorne das Derby entschied.

»Er hat dem einen oder anderen gezeigt, dass er sehr wohl Bundesligaformat hat und für uns ein ganz wichtiger Spieler ist. Ohne ihn wäre der Schuss heute nach hinten losgegangen«, sagte HSG-Rückraumspieler Philipp Müller. Kapitän Weber fügte hinzu: »Ich freue mich so sehr für Timo«. Gegenüber der »WNZ« waren die Spieler aus Wetzlar gestern zu keiner Stellungnahme bereit. »Wir sind nicht damit einverstanden, wie in den letzten Tagen und Wochen dort über uns und speziell über Timo berichtet wurde. Dass wir heute nicht mit diesen Leuten, die so über uns schreiben, reden, ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, um das zu zeigen«, schob Weber nach.

Aufsichtsratssprecher Thielmann wurde von dieser Geschlossenheit demonstrierenden Aktion seiner Mannschaft überrascht und entschuldigte sich für das Verhalten. »Das wird Konsequenzen haben. Ich war nicht informiert«, so Thielmann, der auf Anfrage auch die jüngsten abschätzigen Äußerungen über seinen Spielmacher revidieren musste. »Wenn das Spiel von heute gilt, dann ja. Keine Frage, Timo hat heute ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht – wie andere auch. Auf dieses Zitat lege ich großen Wert«, sagte Thielmann, während die Spieler in der Halle ihren verdienten Derbysieg feierten. Sie herzten sich, tanzten, lachten und sangen. Rückraumhüne Müller drückte Salzer sogar ein Küsschen auf die Wange.

Und der Schwabe? »Ich sage heute nichts«, so Salzer, ehe er in der Kabine verschwand. Das musste er auch nicht. Er hatte auf dem Feld Taten sprechen lassen. Seiner Leistung war ohnehin nichts mehr hinzuzufügen.

(mac)