Salzer wechselt zur SG Bietigheim

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Abschied des Spielmachers steht nach sechs Jahren bevor Einige Erstligaangebote ausgeschlagen

Anfang 2008 sprach Timo Salzer in dieser Zeitung von seinem »großen Traum«, dem er »einiges unterordnen« würde. »Wenn ich die Möglichkeit hätte, wieder mit meinem Bruder zusammen zu spielen, würde ich einigen Topklubs absagen«, hatte der Spielmacher des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar damals gesagt. Und so verwundert es nicht, dass sich Salzer, dessen Vertrag in Wetzlar ausläuft, trotz einiger Angebote aus der 1. Liga nach der Saison dem Zweitligisten SG BBM Bietigheim anschließen wird, denn auch sein jüngerer Bruder Thorsten Salzer wird vom TV Bittenfeld zurück zur SG BBM wechseln.

 

Salzer, der 2006 vom damaligen Zweitligisten TV Kornwestheim nach Wetzlar gekommen war, hatte nie einen Hehl daraus gemacht, gerne wieder in seine schwäbische Heimat zurückkehren zu wollen. Dieser Schritt steht nun bevor.

Beim aktuellen Tabellen-zwölften der 2. Liga wird Salzer dem Vernehmen nach Nachfolger von Spielmacher Nico Kibat. Der Vertrag des ehemaligen Kielers, der über die TSG Ludwigshafen-Friesenheim nach Bietigheim gekommen war, wird offenbar von den Schwaben nicht verlängert werden.

Für Salzer, dem auch mehrere Angebote aus der 1. Liga vorlagen, schließt sich mit dem Wechsel nach Bietigheim der Kreis. Über die Stationen TSV Asperg, VfL Waiblingen und Kornwestheim kam er als Nachfolger von Nebosja Golic zur Saison 2006/2007 zur HSG. Bereits in seiner ersten Saison an der Lahn debütierte er unter Bundestrainer Heiner Brand in der deutschen Nationalmannschaft. Am 22. November 2006 wurde er in der Partie gegen Österreich eingesetzt. Zehn Länderspiele folgten.

Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Thorsten Salzer gehört seit Januar 2011 dem Kader des Zweitligisten Bittenfeld an. Dorthin kam er über die Stationen Asperg, VfL Waiblingen, TSG Friesenheim, Eintracht Hildesheim und den SC Magdeburg II. Von 2004 bis 2007 spielte Thorsten Salzer bereits schon einmal für Bietigheim, damals fungierte der Klub noch als SG Bietigheim-Metterzimmern. Der Rückraumspieler, der eine ähnliche Spielweise und Auffassung vom Handball verkörpert wie Timo Salzer, wurde immer wieder von Verletzungen geplagt. 2006 wurde er Junioreneuropameister, zwei Jahre nach seinem älteren Bruder.

Dass Salzer, nach Keeper Niko Weber dienstältester Spieler der »Grün-Weißen« die HSG nach sechs Jahren, in der vergangenen Saison war er sogar Kapitän, verlässt, ist nicht überraschend.

Der Wetzlarer Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann hatte dem Regisseur über dessen Spielerberater zunächst in Aussicht gestellt, den auslaufenden Kontrakt zu verlängern, zu einem persönlichen Gespräch zwischen Thielmann und Salzer war es aber nie gekommen. Vor einigen Wochen hatte sich der Aufsichtsratssprecher in der »Wetzlarer Neuen Zeitung« wie folgt über Salzer geäußert: »Timo Salzer ist lange nicht so stark, wie viele glauben … Er wird von vielen überschätzt.«

»Ich habe nicht das Gefühl, dass Wetzlar weiterhin mit mir plant«, erklärte der Schwabe daraufhin vor einigen Tagen. »Nach den vielen negativen Nebengeräuschen in den vergangenen Wochen hätte ich aber auch nicht unterschrieben«, so Salzer, der sich nicht erst nach den Worten Thielmanns in Wetzlar nicht mehr richtig wohlgefühlt hat und froh darüber sein dürfte, sich in Bietigheim bald wieder ausschließlich auf den Sport konzentrieren zu können. Zumal mit diesem Wechsel für ihn ein großer Traum in Erfüllung geht.

(mac)