Schwache erste Halbzeit kostet Wetzlar mögliche Punkte!

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DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen verlieren bei Tabellennachbarn SC DHfK Leipzig mit 26:30 - Trainer Kai Wandschneider bemängelt Einstellung einzelner Spiel zu Beginn der kampfbetonten Partie

Schlecht gestartet, besser geworden, um dann wieder abzubauen. Die HSG Wetzlar hat bei ihrem Gastspiel in Leipzig nur eine durchschnittliche Leistung abrufen können. Und so stand am Ende eine Niederlage in Höhe von 26:30 (10:14) zu Buche.

Die HSG Wetzlar musste auch im zweiten Aufeinandertreffen der Saison gegen den SC DHfK Leipzig eine Niederlage hinnehmen. Die Hoffnungen, vom Chaos rund um die Bundestrainerfrage bei den Ostdeutschen profitieren zu können, erfüllten sich nicht. Das Team von Coach Kai Wandschneider unterlag am Sonntagnachmittag bei den Messestädtern mit 26:30 (10:14). Vor 4019 Zuschauern in der Arena Leipzig legten die Gäste einen völlig misslungenen Start hin, dem sie lange Zeit erfolglos hinterherliefen.

„Ich war insbesondere in der ersten Hälfte sauer über die Einstellung bei einigen Spielern“, monierte Wandschneider später. Er habe bereits im Vorfeld die Befürchtung gehabt, dass sich die zehn Tage Spielpause negativ auswirken würden. Auch die Leistung von Benjamin Buric und Nikolai Weber im Kasten stieß auf wenig Gegenliebe. „Wir hatten heute nicht das Torwartspiel, das wir benötigen, um in dieser Liga punkten zu können.“

Die Leipziger, die mit Niederlagen in Kiel und Flensburg sowie dem Hin und Her um Trainer Christian Prokop eine schwere Woche hinter sich hatten, präsentierten sich vom Anpfiff weg bissig, willensstark und vor allem fokussiert. Mit einer wie so oft in dieser Saison kompakten Abwehr und einem ideenreichen Niclas Pieczkowski im Angriff machten sie der HSG das Leben schwer. In deren Reihen hatte neben anderen auch „Heimkehrer“ Philipp Weber arge Probleme, in die Partie zu finden. Man spürte förmlich, wie sehr er an alter Wirkungsstätte viel zeigen wollte und damit haderte, dass es so gar nicht lief. Erst durch die Hereinnahme von Emil Berggren für Filip Mirkulovski nach rund einer Viertelstunde bekam die HSG das Geschehen etwas besser in den Griff. Zur Halbzeit stand es 10:14 aus Sicht der Gäste.

Wandschneider nutzte die Pause, seinen Jungs die Köpfe geradezurücken und sie taktisch neu zu formieren. Fast die komplette zweite Halbzeit hindurch setzte der Coach auf den siebten Feldspieler. „Wir haben dieses Mittel bisher nicht genutzt, weil wir es aufgrund der vielen Neuzugänge und Verletzten in der Vorbereitung nicht trainieren konnten. Erst in den vergangenen Wochen haben wir es im Training nach und nach eingeführt.“ Die Maßnahme verfehlte ihre Wirkung nicht. Der SC DHfK kam in Bedrängnis, so sehr, dass Kasper Kvist in der 40. Minute der Ausgleich zum 17:17 gelang.

„Da muss ich meiner Mannschaft schon ein Kompliment machen. Das hat sie gut gespielt. Es war auf jeden Fall ein belebendes Element.“ Für seine taktische Lösung erntete Wandschneider später auch anerkennende Worte von seinem Gegenüber. „Kai hat viel auf eine Karte gesetzt. Wir haben das eigentlich auch gar nicht so schlecht verteidigt, hatten aber vorn dann einige unglückliche Situationen“, sagte Prokop.

Dummerweise verpasste die HSG es in dieser Phase, eine Führung herauszuwerfen oder zumindest so lange wie möglich ein Unentschieden zu halten. Ein Umstand, den der HSG-Coach auch an den Torhütern festmachte. „Wenn wir da eine Torwartleistung haben, kippt das Spiel.“ Zum Wetzlarer Leidwesen kippte nichts. Stattdessen setzte nun auch Prokop auf die künstlich geschaffene Überzahl. Und er konnte sich einmal mehr auf die Dinge verlassen, die seine Mannschaft in der vergangenen und auch in der aktuellen Saison so stark machen. „Der große Zusammenhalt im Team, diese unglaubliche Einstellung, die Emotionalität, das hat entschieden“, so der DHfK-Coach. Die Spieler der HSG verkrümelten sich mit Abpfiff zügig in Richtung Kabine. Einzig Philipp Weber, der in Halbzeit zwei doch noch irgendwie zu seinem Spiel gefunden hatte, verweilte noch kurz auf dem Parkett. „Wir haben das Spiel Mitte der zweiten Hälfte im Griff gehabt. Dass wir es dann so herschenken, ist mehr als ärgerlich.“

Im Stenogramm:

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Putera; Semper (2), Steinert (4/3), Rojewski (2), Jurdzs (1), Binder (10), Janke, Pieczkowski (6), Roscheck, Strosack (1), Meschke, Becvar, Milosevic (4).

HSG Wetzlar: Buric; Nikolai Weber; Kneer (1), Lipovina (2), Björnsen (4/1), Mirkulovski, Philipp Weber (5), Hahn, Berggren (2), Kvist (2), Klesniks, Lindskog (1), Cavor (3), Kohlbacher (6).

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweiher). - Zuschauer: 4019. - Siebenmeter: 3/4:1/2. - Zeitstrafen: 2-3 Minuten.

Quelle: Gießener Allgemeine