Siebenmeter-Patzer sorgt für mentalen "Knock out" in Hannover!

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DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar verliert beim favorisierten TSV Hannover-Burgdorf nach 55 Minuten den Faden und am Ende mit 23:26 (11:11) - Wandschneider: "Zu viele kapitale Fehler in der Schlussphase!"

Erste Auswärtsniederlage für die HSG Wetzlar: Die Grün-Weißen verloren am Sonntagnachmittag vor 3.086 Zuschauern beim TSV Hannover-Burgdorf mit 26:23 (11:11). Zum Matchwinner avancierte dabei "Recken"-Keeper Martin Ziemer, der Philipp Weber vier Minuten vor dem Ende beim Stand von 22:22 einen Siebenmeter abnahm. Beste Werfer der Gastgeber waren Morten Olsen und Kai Häfner mit je sechs Treffern, für Wetzlar trafen Stefan Kneer, Philipp Weber und Jannik Kohlbacher jeweils fünfmal.

Kai Häfner eröffnete die Partie mit dem Treffer zum 1:0 (1.), doch Stefan Kneer sorgte umgehend für den Ausgleich. Die Gastgeber, die heute mit Malte Semisch zwischen den Pfosten begannen, konnten sich in den folgenden Minuten jedoch einen kleinen Vorteil erarbeiten: Fabian Böhm traf zunächst zum 3:2 (5.) und legte kurz darauf das 5:3 (10.) nach.

Da sich Wetzlar jedoch nicht abschütteln ließ und gerade über die Achse aus Philipp Weber und Jannik Kohlbacher immer wieder zum Erfolg kam, blieb das Spiel eng. Mit zahlreichen Paraden trug auch Nikolai Weber nun zunehmend zum Erfolg seiner Mannschaft bei. Dass in der Partie indes kein rechtes Tempo aufkommen wollte, lag an den Angriff-Abwehr-Wechsel, die beide Teams nutzten und durch welche das schnelle Spiel immer wieder verschleppt wurde. Die Gastgeber traten insgesamt trotzdem deutlich besser auf als bei der Heimpremiere gegen die SG Flensburg-Handewitt.

Nach einer knappen Viertelstunde gab es jedoch einen Bruch im Spiel der Recken. Nach den Auswechslungen von Fabian Böhm und Kai Häfner verlor das Angriffsspiel der Gastgeber seine Struktur; zudem glänzte Weber mit zahlreichen Paraden. Wetzlar nutzte die Schwächephase, um das Spiel zu drehen: Aus dem 5:7 (18.) machten die Mittelhessen mit einem 3:0-Lauf ihre erste Führung der Partie. Der eingewechselte Vladan Lipovina traf zum 8:7 (20.) für die Gäste.

Bei den Recken brachte Trainer Jens Bürkle nun noch Julius Hinz auf Linksaußen in die Partie, womit er auf allen sechs Feldpositionen gewechselt hatte. Die TSV hielt so den Kontakt, doch Wetzlar ließ nun keinen Rückstand mehr zur. Der starke Weber brachte seine Mannschaft mit 11:10 (24.) in Front, doch danach vernagelte Martin Ziemer - der erst kurz zuvor für Semisch in die Partie gekommen war - mit zwei schönen Paraden das Tor. Nach dem 11:11 durch Timo Kastening ging es mit einem Unentschieden in die Pause.

Das erste Tor in der zweiten Halbzeit fiel nach drei Minuten: Caspar Mortensen, der auf die linke Außenbahn zurückgekehrt war, brachte seine Mannschaft wieder in Front. Bis auf Ziemer war Bürkle zu seiner Anfangsaufstellung zurückgekehrt, die in den ersten 15 Minuten der Partie überzeugt hatte. Den Wetzlarer Aktivposten Philipp Weber bekam die Defensivreihe der Gastgeber trotzdem nicht in den Griff. Der Rückraumspieler glich zunächst zum 12:12 (35.) aus, bevor er von der Siebenmeterlinie erneut traf.

Nach einer Zeitstrafe gegen Tobias Hahn agierte die TSV in Überzahl, doch Weber parierte den Wurf von Mortensen und Kneer brachte die Gäste mit 13:14 (38.) in Front. Hannover ließ sich davon jedoch nicht verunsichern und erkämpfte sich den Vorsprung zurück. Mortensen glich aus und obwohl Wetzlar zwischendurch die Auszeit legte, konnte Schmidt auf 17:15 (42.) erhöhen.

Eine Viertelstunde vor dem Ende lagen die Gastgeber dank eines Doppelpacks von Olsen, der seine individuelle Klasse ausspielte, weiterhin mit 19:17 in Front. Wetzlar stellte über Kohlbacher jedoch umgehend wieder den Anschluss her; die Räume am Kreis, welche die Recken dem Nationalspieler ließen, waren zu groß. Nachdem Evars Klesniks einen Ballverlust von Hannover zum 19:19 (48.) verwandelt hatte, zog Bürkle die Auszeit.

Seine Mannschaft verlor jedoch - wie schon im ersten Durchgang zu einem ähnlichen Zeitpunkt - den Faden. Wetzlar nutzte dies erneut. Kristian Björnsen und der treffsichere Kneer brachten die HSG mit 21:19 (51.) in Front und vollendeten damit einen 4:0-Lauf der Gäste. Auch Weber konnte an seine Leistung des ersten Durchgangs anknüpfen, nahm Mortensen unter anderem einen Gegenstoß ab und verhinderte damit - vorerst - den Ausgleich. 



Dieser fiel kurz darauf trotzdem und so ging es mit einem Unentschieden in die letzten Minuten. In der 55. Spielminute erzielte Häfner das 22:22, das Ziemer zum Jubel der Fans kurz darauf festhielt - der Keeper nahm Weber einen Siebenmeter ab. Nach dem 23:22 (57.) durch Schmidt erhob sich das Publikum und Häfner sorgte per Gegenstoß kurz darauf für die Vorentscheidung. Wetzlar konnte zwar noch Weber noch einmal den Anschluss herstellen, doch Olsen und Häfner machten den Sieg perfekt.

Quelle: www.handball-welt.de