Sonntagsfahrt mit glücklichen Mienen

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Fanbus des Gießener Anzeigers freut sich mit HSG Wetzlar über Punktgewinn im Hessenderby bei MT Melsungen

Mag der mittelhessische Männerhandball in dieser Saison durch das Bundesliga-Lokalderby zwischen der HSG Wetzlar und dem TV Hüttenberg geprägt werden, so gibt es so etwas wie die „hessische Mutter aller Derbys“ bereits. Denn seit sechs Jahren duellieren sich die Grün-Weißen ununterbrochen mit der MT Melsungen aus Nordhessen. So erwarten die jeweiligen Vereine auch einen größeren Besuch von Gästefans sowie beste Stimmung auf den Rängen, wenn der Rivale kommt. So auch am Sonntag, als die Wetzlarer in der Rothenbach-Halle in Kassel bei den Melsungern aufspielten und zu einem 30:30-Remis kamen.

 

Bei verregnetem Wetter und herber Kühle empfing die MT somit das seit nunmehr 13 Jahren in der Bundesliga agierende Team der HSG Wetzlar in der Rothenbach-Halle. Auch der Gießener Anzeiger hatte zu diesem Spiel einen Fanbus gechartert und unter seinen Abonnenten eine Busfahrt in der nordhessischen Metropole ausgeschrieben. Mit dabei waren natürlich auch entsprechende Eintrittskarten im sonntäglichen grün-weißen Fanblock. Busfahrer Karl Müller wählte, anstatt über die komplette Autobahnstrecke, die Route über die B3 Richtung Marburg und die A49. Er stimmte seine Mitfahrer mit einem spaßigen Kommentar bezüglich der Niederlage des FC Bayern München in Mainz schon einmal auf die 60 Spielminuten ein und sorgte nicht nur dadurch für angeheiterte Stimmung. Die Stimmung besserte sich weiter, als bei der Ankunft in Kassel bereits einige Mitarbeiter der HSG die Businsassen erwarteten, um ihnen die passenden Sitzplatzkarten auszuhändigen.

Pfiffe für Michael Roth

Etwas parallel zum hinteren Tor ließen diese dann auch schon vor dem Anpfiff grün-weiße Fahnen wehen oder unterzogen ihre Lärminstrumente einer Generalprobe. Genau in diesem Stimmungsherd befanden sich auch die Mitfahrer des Anzeiger-Busses. Und als gegen 17.45 Uhr kurz die HSG-Akteure vorgestellt wurden, bedachten die mittlerweile 250 bis 300 Wetzlarer Fans jeden einzelnen Spieler mit tosendem Applaus. Eine pfeifende Geste hatten sie sich allerdings noch für Michael Roth, den Trainer der MT Melsungen und vormaligen HSG-Coach, aufgehoben.

Bei Beginn der Partie konkurrierten beide Fanlager miteinander und machten alles in allem ordentlichen Lärm, womit sie auf dem Parkett die Begegnung der vielen Ehemaligen untermalten. Demnach war es aufseiten der Gäste oftmals der einstige MT-Rückraumspieler Daniel Valo, der sich viele positive Aktionen herausnahm, während die Gastgeber am Besten über den früheren HSG-Rechtsaußen Savas Karipidis auftrumpften. Eigentlich blieb die Begegnung über die gesamte Spielzeit spannend und gab beiden Zuschauerfraktionen genügend Anlass zum Jubel, bevor es in die spannungsgeladene Schlussphase ging.

Als die HSG Wetzlar sieben Sekunden vor Schluss mit 30:29 führte, waren bereits alle 2750 Zuschauer auf den Beinen, doch gerade auf grün-weißer Seite hielten sich Begeisterung und Anspannung noch immer die Waage. Drei Sekunden vor dem Ende wurde die Zeit abermals angehalten, die Stimmung war zuversichtlich - allerdings nur, bis Melsungens Rückraumrechter Jens Schöngarth mit der Sirene zum 30:30 egalisierte.

Nur kurze Enttäuschung

Die enttäuschten Gesichter auf Wetzlarer Seite waren aber nicht von wesentlicher Dauer, denn schon wenige Momente später feierten die HSG-Anhänger die tolle Auswärtsleistung ihrer Schützlinge und den errungenen Punkt. Ebendiese Schlussfolgerung begleitete auch die Rückfahrt zum Hause des Gießener Anzeigers in Wieseck, zudem hatte man ein begeisterndes Handballspiel gesehen. Als der Bus gegen 21.30 Uhr wieder heimische Gefilde erreichte, verließen diesen die Gewinner der Sonntagsfahrt mit glücklichen Gesichtern, ganz getreu nach dem Motto: „So etwas könnte man öfter machen.“

Patrick Olbrich