Spieler von Handballbundesligist HSG Wetzlar besuchen Kinderklinik

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Süßigkeiten und Geschenke mit dabei

Im Wohnzimmer unter dem Weihnachtsbaum herumtollen und die Geschenke auspacken: Davon konnten die rund 70 Kinder nur träumen. Denn sie durften das Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin über Weihnachten nicht verlassen. Obwohl sich die Kinderklinik nach den Worten ihres Leiters Prof. Klaus-Peter Zimmer darum bemüht hatte, möglichst vielen Kindern die Festtage in den heimischen vier Wänden zu „schenken“. Für die kranken Mädchen und Jungen, die in den Krankenzimmern bleiben mussten, gab es jedoch in diesem Jahr eine besondere Überraschung. Mit Nikolai Weber, Tobias Hahn, Lars Friedrich, Philipp Müller und Alois Mraz schauten zusammen mit Pressesprecher Björn Seipp gleich fünf Handballer des Bundesligisten HSG Wetzlar bei den kleinen Patienten vorbei.

 

Natürlich war das Sextett nicht mit leeren Händen gekommen, sondern hatte neben Autogrammkarten auch Schokolade, kleine Stoffbären und grüne HSG-Trikots mit dabei. Und damit sorgten sie für glänzende Kinderaugen. Was gibt es Schöneres, als am Heiligen Abend Kindern eine Freude zu machen? „Nichts“, war sich das HSG-Sextett nach seinem Rundgang einig, bei dem sie allerdings auch einige schwere Schicksale, ebenso wie hoffnungsvolle Entwicklungen kennenlernten. In Begleitung von Zimmer, dem kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Christian Höftberger, Pflegedirektor Lothar Zörb, Pressesprecher Frank Steibli und Helga Tröller von der Pflegedienstleitung machten sich die Handballer auf ihre eineinhalbstündige Tour über fünf Stationen in der Kinderklinik. Mit dabei auch ein Fernsehteam des Hessischen Rundfunks, das über diese Aktion berichtete, die bei der HSG auch einen aktuellen Hintergrund hat. Denn das Kind eines Ehepaares, das seit Jahren die HSG bei ihren Heim- und Auswärtsspielen unterstützt, muss über Weihnachten in der Gießener Kinderklinik bleiben.

„Einfach verschieben“

Sichtlich überrascht über so zahlreichen Besuch zeigte sich gleich auf der Station Peiper Johannes Lichtenthäler aus Seinerholz/Westerwald. Eine mittlerweile abklingende Lungenentzündung fesselte ihn ans Krankenbett, an dem die Handballer nach einem passenden Trikot in ihren Geschenktüten kramten und dabei das Gespräch mit dem Patienten suchten. Der wäre natürlich am Heiligen Abend lieber zu Hause. „Aber wir verschieben ganz einfach Weihnachten und feiern nach, wenn ich wieder zu Hause bin“, verriet der 16-Jährige. Auf der Station Köppe warteten die Geschwister Vanessa und Sandra bereits voller Vorfreude auf ihren Stühlchen vor dem Stations-Weihnachtsbaum auf den angekündigten Besuch. Die sechs und acht Jahre alten Geschwister aus Leipzig waren am Vortag nach einem Verkehrsunfall zur Beobachtung eingeliefert worden - und waren von den HSG-Trikots so begeistert, dass sie diese sofort überstreiften.

Nach dem Besuch der Station Pfaundler trafen die HSG-Akteure auf der Station die gerade mal ein halbes Jahr alte und am Herzen operierte Marietta auf dem Arm von Schwester Martina auf Station Czerny. Erfreut über die Aktion der Handballer zeigte sich Klaus-Peter Zimmer. „Gerade am Heiligen Abend ist diese eine gewisse Anerkennung ein ganz toller Einfall.“ Dabei wies er darauf hin, dass nicht nur Handball ein Teamspiel sei, sondern auch die Behandlung der Patienten, bei dem das Zusammenspiel von Ärzten, Pflegern und Psychologen gefragt sei. Auch Höftberger freute sich darüber, den kleinen Patienten gerade an diesem Tag etwas nicht Alltägliches bieten zu können. „Sie haben Kinderaugen strahlend machen können. Und das ist es ja, was all dies wegmacht, was wir hier investieren“. Ebenfalls bereits erwartet wurde der Tross auf der Station Moro, der Frühchenstation, wo - zusammen mit der Intensivstation - die meisten Kinder über Weihnachten in der Klinik verweilen mussten. Familie Mülich aus Wißmar konnte sich bereits am 6. November über die Geburt ihrer Drillinge freuen - jedoch zwei Monate zu früh. Denn erst für den 12. Januar waren Christin (1610 Gramm bei Geburt/heute 2400 Gramm), Niki (1410/2500 Gramm) und Tim (1550/2420 Gramm) erwartet worden. Auch sollten die Frühchen eigentlich an Heiligabend entlassen werden, doch leichte Komplikationen sorgten für eine dreitägige Verlängerung „über die Feiertage hinaus“, wie Sven und Agi Mülich berichteten. Der stolze Papa freute sich ganz besonders über den Besuch der HSGler, die Trikots überreichten, in die das Trio erst noch hineinwachsen muss. „Allesamt eine tolle Aktion, die hoffentlich Schule macht. Niemand ist gerne im Krankenhaus, erst recht nicht an Weihnachten und erst recht keine Kinder“, so Zörb.

(ee)