Stefan Kneer: „Mein Einstand in Wetzlar war verhagelt!“

Neuzugang Stefan Kneer genießt das Panorama von der Dachterrasse der Neubauwohnung in Wetzlar.

DKB Handball-Bundesliga

73-facher deutscher Nationalspieler bezieht Wohnung am Waldrand – Kneer: „Wir haben eine neuformierte Mannschaft mit viel Potential!“

Über 1.000 Tore hat der gebürtige Badener bereits in der Handball-Bundesliga erzielt, ab der kommenden Saison wird jedes weitere für die HSG Wetzlar zählen – dem neuen Club von Stefan Kneer. Für Trainer Kai Wandschneider weist dem 30-jährigen aufgrund seiner enormen Erfahrung direkt eine Führungsrolle zu: „Stefan gehört zu den erfahrensten Rückraumakteuren der Bundesliga und wird bei uns ab der kommenden Saison ein Schlüsselspieler sein."

Eine Verantwortung die der frische gebackene deutsche Meister gerne annimmt. 73 Länderspiele für Deutschland hat Kneer bereits absolviert, gerne dürfen noch ein paar mehr dazu kommen. Allerdings steht für den zweifachen Familienvater nun zunächst einmal sein neues Team im Mittelpunkt. „Ich werde mich voll in den Dienst der Mannschaft stellen und versuchen mit meiner Erfahrung dem Team und vor allen den jüngeren Spielern zu helfen. Die HSG Wetzlar hat in den vergangenen Jahren immer das Optimum aus den Möglichkeiten gemacht. Der Club und das Umfeld haben sich extrem positiv entwickelt und ich freue mich, jetzt ein Teil des Ganzen zu sein“, so der Student für Internationales Management, der dieser Tage mit seiner Familie die neuen Wohnung in Wetzlar bezogen hat.

„Der Einstand in Wetzlar war nicht so toll, denn bei unserem Einzug hat es erst mal unfassbar gehagelt“, erklärt Kneer mit einem Augenzwinkern. „Wir wohnen sehr ruhig, in einem Neubau direkt am Wald, wo ich mich schon freue mit den Kindern spazieren gehen zu können. Ich brauche nichts Besonderes, um mich wohl zu fühlen – gute Restaurants und Grün um mich herum, dazu tolle Spielplätze für die Kinder. Das alles werde ich in Wetzlar finden. Bisher habe ich aber noch nicht wirklich viel gesehen, da wir noch hauptsächlich dabei sind, unsere Wohnung einzurichten beziehungsweise Kisten auszuräumen.“

Gemeinsam mit Philipp Weber, der vom SC DHfK Leipzig an die Lahn wechselt, wird Kneer im Angriff die linke Rückraum-Position besetzen. Zudem spielt er im Mittelblock, an der Seite von Routinier Evars Klesniks und Neuzugang Anton Lindskog (IFK Kristianstad) eine entscheidende Rolle. „Stefan war bei den Rhein-Neckar Löwen einer der zentralen Baumeister der besten Abwehr der Liga“, weiß Kai Wandschneider. Nicht umsonst sind die Löwen vor wenigen Wochen verdient deutscher Meister geworden. „Das war ein perfekter Abschied“, strahlt Kneer, wenn er auf den Titel angesprochen wird. „Wir haben zwei Tage intensiv in Lübbecke und später in Mannheim gefeiert. Das war schon irgendwie auch anstrengend, aber ich habe mich davon in unserem einwöchigen Südtirol-Urlaub gut erholt.“

Jetzt freut sich der Rückraumspieler auf die neue Aufgabe im grün-weißen Team. „Ich habe mit Max Holst in Großwallstadt, mit Philipp Weber in Magdeburg und kurz mit Evars Klesniks in Eisenach zusammengespielt. Von daher kenne ich schon ein paar meiner Mitspieler etwas genauer und den Rest von den Spielen gegeneinander, zum Beispiel auch Kristian Björnsen und Anton Lindskog aus den Champions League-Duellen mit Kristianstad. Von daher wird mir die Eingewöhnung ganz sicher nicht schwer fallen“, so der abwehrstarke Rechtshänder.

Für Zielsetzungen sei es heute, wenige Tage vor dem Trainingsstart, noch viel zu früh, winkt Kneer ab. „Wir haben eine Mannschaft mit vielen Neuzugängen, mit viel Potential, die sich aber auch erst noch finden muss. Deshalb tun wir gut daran, zunächst einmal die Vorbereitung abzuwarten“, spricht die Erfahrung aus dem 30-jährigen. „Im Hinblick auf ein Abschneiden spielen auch immer Faktoren, die Club oder Mannschaft nicht beeinflussen können eine Rolle, wie der Spielplan oder auch Verletzungen, von denen wir hoffentlich verschont bleiben.“ Seinem Ex-Verein, den Rhein-Neckar Löwen traut Kneer indes wieder einiges zu: „Ich denke das Ziel und der Anspruch der RNL muss sein, den Titel zu verteidigen“.