Steffen Fäth trifft in der letzten Sekunde

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»Eigenartiges Tor« sichert Chalepo-Truppe Auswärtssieg beim Schlusslicht Mittelhessen liegen lange Zeit zurück

Was für ein Ende! Gerade hatte Nicolas Ivakno Sekunden vor dem Abpfiff vom Kreis den 23:23-Ausgleich für Eintracht Hildesheim geschafft, da schnappte sich Steffen Fäth von der HSG Wetzlar den Ball. Sofort nach Wiederanpfiff warf der Rückraumspieler vom Mittelkreis aufs Hildesheimer Tor – und traf somit in der letzten Sekunde noch zum 24:23-Auswärtssieg der Mannschaft von Trainer Gennadij Chalepo in der Handball-Bundesliga. »Die Eintracht spielte in der ersten Hälfte mit einer sehr flexiblen Deckung. Wir waren dagegen viel zu starr. Nach der Pause lief es besser – und wir haben uns dann zurück in die Partie gekämpft. Zum Schluss kam natürlich auch das Glück dazu, als wir dieses eigenartige Tor erzielten.«

 

Völlig verdutzt waren auch die 1763 Fans in der Sparkassen-Arena, die mal wieder durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen waren. Eintrachts Trainer Volker Mudrow meinte: »Ich habe so ein Tor noch nie erlebt«. Unter dem Strich waren die Hildesheimer nicht clever genug, um die Gäste niederzuringen. Bei der HSG verdienten nur der zehnfache Torschütze Lars Friedrich und Kreisläufer Kari Kristjansson besondere Erwähnung. Ansonsten wechselte Trainer Gennadij Chajepo munter durch, hatte aber über weite Strecken auch kein glückliches Händchen.

Nach einem verstolperten Start waren die verunsicherten Hildesheimer durch Michael Qvist mit 4:3 in Führung gegangen (8.). Dann setzten sie sich auf 10:4 ab (18.). Sollte der zweite Saisonsieg in der Luft liegen? Prompt schlichen sich Unkonzentriertheiten ein. Michael Hoffmann verwarf die beste von etlichen Chancen. Wetzlar nutzte diese Schwächephase zu einer Aufholjagd bis zum 10:11. Nach einer Eintracht-Auszeit meldete sich Kreisläufer Ivakno mit dem wichtigen 12:10 zurück. Vladica Stojanovic erhöhte zur Pause auf 13:10.

Obwohl die Hildesheimer auch nach Wiederbeginn weiter vorn lagen, wirkten sie nicht mehr so sicher. Klockmann brauchte einige Bälle, um wieder warm zu werden. Doch vorn leisteten sich seine Kollegen überhastete Abschlüsse. Längst war die Abwehr auf ein 5:1 umgestellt, doch sie wirkte nicht griffig. Mit einem Pfeifkonzert begleitete das Publikum das 18:18 von Friedrich bei einem umstrittenen Siebenmeter (50.). Zuvor hatten Hribar und Ivakno zwei umstrittene Zeitstrafen kassiert. In dieser hitzigen Atmosphäre kam das 19:18 durch Michael Jahns gerade recht. Nach einer Klockmann-Parade war die Halle wieder da. Warum aber Hribar und Hoffmann ausgerechnet jetzt mit einem Kempa-Trick zaubern wollten, bleibt ihr Geheimnis. Zwei weitere umstrittene Siebenmeter, die Friedrich verwandelte, leiteten den Anfang vom Ende ein.

Hildesheim: Klockmann, Schulz; Tzimourtos (3), Nikolov, Slundt (2), Hoffmann (4), Hribar (3), Qvist (4), Jahns (2/1), Weißbach, Coßbau, Stojanovic (4), Ivakno (1), Hermanni

Wetzlar: Marinovic, Weber; Schmidt (3), Rompf, Salzer (2), Valo, Jungwirth, Mraz, Müller (2), Fäth (3), Hahn (2), Harmandic (1), Friedrich (10/7), Kristjansson (1)

Schiedsrichter: Immel/Klein
Zuschauer: 1763
Zeitstrafen: 8:2 Min.
Rot: Hribar (3x2)
Siebenmeter: 1/1 : 7/7

Andreas Kreth