Steffen Fäth: „Wir müssen gegen Berlin unser Ding durchziehen!“

Steffen Fäth möchte auch gegen Berlin jubeln!

DKB Handball-Bundesliga

Wetzlars Nationalspieler spricht im Interview über seine aktuelle Verletzung, seine persönlichen Saison-Highlights und die Ziele für das Heimspiel gegen Berlin

Als Steffen Fäth von der IHF im Jahr 2009 zum besten Nachwuchsspieler der Welt gewählt und mit den DHB-Junioren Weltmeister wurde, schien einer künftigen Karriere als Topstar in seiner Sportart nichts mehr im Wege zu stehen. Jedoch musste der oft schüchtern wirkende Rückraumspieler auf seinen Durchbruch im Handballgeschäft länger warten als geplant. Nach mehreren Verletzungen und drei Vereinswechseln „schnappte“ sich die HSG Wetzlar im Jahr 2010 das hoffnungsvolle Talent  und bot dem 23-jährigen eine neue sportliche Heimat. Zum Ende der vergangenen und allen voran in der laufenden Saison blüht der 1.95-Hühne bei den Grün-Weißen wahrlich auf und spielte sich mit seiner Wurfgewalt und seiner Spielübersicht in den Kader der A-Nationalmannschaft. Steffen Fäth scheint sowohl in Wetzlar als auch auf internationaler Ebene mit dem DHB-Team angekommen zu sein und trägt einen großen Anteil an dem Höhenflug der Domstädter. Warum der Knoten diese Saison geplatzt ist und was gegen den kommenden Ligagegner, die Füchse Berlin, funktionieren muss, damit Wetzlar nach dem überraschenden Hinspiel- auch einen Heimspielsieg feiern kann, verrät der gebürtige Frankfurter in diesem Interview.

Steffen, Deine Mannschaftskollegen Tobias Reichmann und Kevin Schmidt sind zur Nationalmannschaft gereist. Du musstest aufgrund einer Knieverletzung Martin Heuberger schweren Herzens absagen. Wie geht es Dir und werden die HSG-Fans Dich am Dienstagabend gegen die Füchse spielen sehen?

 Fäth: „Danke für die Nachfrage! Ich habe im Moment noch ein bisschen Probleme mit meinem Meniskus. Aus diesem Grund musste ich leider den Lehrgang mit der Nationalmannschaft absagen, was mir wirklich sehr schwer gefallen ist. Ich werde höchstwahrscheinlich bis Anfang nächster Woche auch beim Mannschaftstraining pausieren müssen. Ich hoffe sehr, dass ich am Dienstag, nach Rücksprache mit unseren Ärzten, auflaufen kann, denn wir wollen den Fans eine packende und hoffentlich auch erfolgreiche Partie liefern.“

In dieser Saison hat sich für Dich persönlich viel verändert. Du hast den Sprung in die A-Nationalmannschaft geschafft, durftest an der WM in Spanien teilnehmen und hast schon über 100 Feldtore für die HSG Wetzlar geworfen. Wie kam es zu dieser Leistungsexplosion?

 Fäth: „Ich habe schon Ende der vergangenen Saison gemerkt, dass es für mich immer besser läuft bei der HSG Wetzlar. Die Mannschaft und mein Trainer Kai Wandschneider haben einen großen Anteil an meinem persönlichen Erfolg. Meine Mitspieler setzen mich oft in Szene, so dass ich in eine gute Wurfposition gebracht werde. Sehr wichtig für mich war, dass mir Kai sein Vertrauen schenkt. Er gibt mir sehr viel Spielpraxis, auch in der Abwehr, was mir in den letzten Jahren ein wenig fehlte. Mit diesem Rückhalt, den ich hier in Wetzlar erfahre, fällt es mir auch leichter kleinere Blessuren zu überstehen.“

Mit der HSG Wetzlar habt Ihr schon des Öfteren in dieser Spielzeit den Favoritenschreck gespielt. Was waren für Dich die Saison-Highlights?

 Fäth: Da fallen mir mehrere Spiele ein! Gleich der erste Spieltag war eins der Highlights, als wir den HSV Hamburg in eigener Halle deutlich besiegen konnten. Der Punkt gegen Flensburg oder der Sieg in Berlin gehören auch zu den Höhepunkten. Man kann sagen, dass die unverhofften Punktgewinne, wo wir als klarer Außenseiter in die Partie gingen, zu den Saison-Höhepunkten zählen. Für mich persönlich war natürlich auch die WM in Spanien eine tolle Erfahrung. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht sich auf aller höchstem Niveau messen zu dürfen und die Stimmung innerhalb der Mannschaft war echt klasse.“

Mit der HSG Wetzlar konntest Du in den abgelaufenen drei Spielen drei Siege feiern. War das der Befreiungsschlag, auf den Ihr 2013 gewartet habt?

 Fäth: „Das muss sich erst herausstellen, jedoch taten der Mannschaft diese Siege unheimlich gut. Wir hatten zu Anfang des Jahres ein wenig mit Verletzungen zu kämpfen und haben dann ein oder zwei bittere Niederlagen einstecken müssen. Wir haben schon vor den drei Siegen gut gespielt. Gegen Hannover-Burgdorf oder Lemgo, da haben wir uns jedoch nicht mit zwei Punkten belohnt. Jetzt schauen wir von Spiel zu Spiel, wollen noch so viele Siege wie möglich einfahren und den eigenen Fans in den drei ausstehenden Heimspielen noch tolle Spiele bieten.“

Im nächsten Heimspiel am Dienstag erwartet Ihr die Füchse Berlin. Mit welchen Mitteln wollt ihr dieses Spitzenteam in der Rittal Arena bekämpfen?

 Fäth: „Am besten mit denen aus dem Hinspiel. Wir müssen uns einfach auf uns konzentrieren und unser Ding durchziehen. Wie bei jedem Spiel brauchen wir eine gute Abwehr- und Torhüterleistung. Nach vorne müssen wir versuchen unser schnelles Tempospiel über die erste und zweite Welle aufzuziehen, damit wir zu einfachen Toren kommen. Wir haben schon einmal in dieser Saison gezeigt, dass wir die Füchse schlagen können, also warum nicht auch in eigener Halle mit über 4.000 Fans im Rücken, die ganz sicher wieder für eine gigantische Stimmung sorgen werden.“

Muss man sich bei so einer Kulisse eigentlich noch heiß machen vor einer Partie?

 Fäth: Eigentlich nicht! Bei mir steigt die Anspannung immer am Spieltag. Zur Mittagszeit kommt dann das bekannte Kribbeln im Bauch und beim Aufwärmen oder spätestens beim Anpfiff findet die Konzentration ihren Höhepunkt. Dann kann es endlich losgehen. Das ist schon ein Gänsehautgefühl, wenn wir gemeinsam in die Arena einlaufen und Motivation pur!“