Steffen Fäth: „Wir wollen in Mannheim unsere beste Leistung abrufen!“

Bild: media shots/HSG Wetzlar

DKB Handball-Bundesliga

Kapitän der HSG Wetzlar spricht im Interview über die schwere Aufgabe am Wochenende bei den Rhein-Neckar Löwen und die Ziele der Grün-Weißen in den kommenden Wochen

Mit gerade einmal 25 Jahren ist Steffen Fäth bereits Kapitän des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar. Der deutsche Nationalspieler tritt mit seinen Mannschaftskameraden am Sonntag um 17.15 Uhr beim verlustpunktfreien Tabellenführer der DKB Handball-Bundesliga, den Rhein-Neckar Löwen, an. Für die Mannheimer war Fäth in der Saison 2008/2009 als „Rookie“ selbst auf Torejagd gegangen. Was die HSG Wetzlar am Wochenende in der SAP-Arena erwartet und mit welchen Zielen und Erwartungen die Grün-Weißen zum Titelfavoriten reisen, dass verrät der Rückraumspieler in diesem Interview.

Steffen, am Sonntag steigt, wenn man auf die aktuelle Tabelle schaut, das Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga. Wie überrascht bist Du, dass es Rhein-Neckar Löwen (1.) gegen HSG Wetzlar (4.) heißt?

Steffen Fäth: „Schon ziemlich! Es hat sicherlich keiner erwartet, ich auch nicht, dass wir nach dem Umbruch im Sommer so erfolgreich in die Saison starten und jetzt so gut in der Tabelle dastehen. Natürlich ist das ein tolles Gefühl 15:5 Punkte auf dem Konto zu haben und die Erfolge der vergangenen Wochen verleihen uns natürlich jede Menge Selbstvertrauen für die kommenden schweren Spiele!“

Die Löwen stehen nach 10 Spieltagen ohne Minuspunkt an der Tabellenspitze! Was macht das Team von Nikolaj Jacobsen so stark und gefährlich?

Steffen Fäth: „Die Löwen haben ein sehr ausgeglichenes Team mit Spitzenspielern auf allen Positionen. Sie sind über die Jahre gewachsen und stellen derzeit die beste Abwehr der Liga, wenn nicht sogar in Europa! Die Defensive ist ihr Prunkstück, mit der sie jedem Gegner, durch unterschiedlichste Formationen, richtige Probleme bereiten können. Auch im Angriff sind die Löwen unglaublich variabel, mit einem sicherlich überragenden Andy Schmid auf der Mittelposition.“

Vergangene Saison habt Ihr die Löwen im Titelkampf zu Hause geschlagen und ihnen somit die Chancen auf den Titel geraubt! Glaubst Du, dass das am Sonntag noch eine Rolle spielt?

Steffen Fäth: „An das Spiel erinnern wir uns natürlich gerne zurück, aber das ist am Sonntag nicht mehr von Belang und wir tun auch gut daran, das komplett auszublenden. In der Mannschaft ist das auch überhaupt kein Thema! Die Rhein-Neckar Löwen sind ein sehr erfahrenes Team, das um die große Chance weiß, erstmals die Deutsche Meisterschaft einzufahren. Meiner Meinung nach sind deren Aussichten, dass es klappen kann, aktuell größer denn je!“

Könnt Ihr aus dem Spiel im vergangenen Frühjahr noch etwas mitnehmen – psychologisch oder taktisch?

Steffen Fäth: „Taktisch sind bei dem ein oder anderen sicherlich noch ein paar Dinge hängen geblieben, die damals gut geklappt haben. Wir werden uns, wie immer, sehr gut auf unseren Gegner vorbereiten und dabei auch mindestens noch zwei Mal Videoanalyse betreiben. Für den Kopf ist es schon gut zu wissen, dass wir durchaus das Zeug dazu haben, an einem sensationellen Tag einen Großen der Liga schlagen zu können. Auswärts ist das aber immer doppelt schwer!“

Mit welchen Ansprüchen fährt die HSG Wetzlar nach 13:1-Punkten aus den vergangenen sieben Ligaspielen nach Mannheim?

Steffen Fäth: „Wir haben den Anspruch an uns selbst, dass wir in Mannheim unsere beste Leistung abrufen und zeigen, dass es zurecht ein Spitzenspiel ist. Klar ist aber, dass die Löwen der haushohe Favorit sind. Sie sind aktuell das Non-plus-Ultra der Liga!“

Was macht Euer Team in dieser Saison bislang so erfolgreich? Wo soll die Reise bis zur Winterpause noch hingehen?

Steffen Fäth: „Wir sind eine sehr homogene Truppe, die sich auf und abseits des Spielfeldes sehr gut versteht. Bei uns ist die Mannschaft der Star und so verhält sich auch jeder. Unser großes Plus ist, dass wir derzeit eine richtig aggressive Abwehr stellen, mit starken Torhütern dahinter. Im Angriff sind wir bislang geduldig und zielstrebig, wenn es darum geht, die Chancen herauszuspielen und diese zu nutzen. Das, würde ich sagen, zeichnet unser Team aus! Der ganze Club hat sich von dem Hype, der nach der Siegesserie entstanden ist, nicht anstecken lassen und wir konzentrieren uns wirklich von Spiel zu Spiel. Bis zum Jahresende gilt es einfach so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um beruhigt und selbstbewusst ins Jahr 2016 starten zu können.“