Tobias Reichmann: „Es sind derzeit Kleinigkeiten die uns fehlen!“

DKB Handball-Bundesliga

Wetzlarer Rechtsaußen im Interview zur aktuellen sportlichen Situation, seiner persönlichen Entwicklung und dem nächsten Ligaspiel in Gummersbach

Der sprunggewaltige Rechtsaußen Tobias Reichmann kam vor der Saison vom „Triple“-Sieger THW Kiel zur HSG Wetzlar und entwickelte sich schnell zum Leistungsträger. Ab dem ersten Spiel sprang und spielte sich Reichmann in die Herzen der HSG-Fans, was auch an Nationaltrainer Martin Heuberger nicht vorbei ging. Dieser nominierte den gebürtigen Brandenburger in den Kreis der Nationalmannschaft. Reichmann demonstrierte bei der WM in Spanien sein Können und auch in der Bundesliga zählt er zu den Erfolgsgaranten der HSG Wetzlar. In diesem Interview schildert der Flügelspieler die momentane, nicht ganz einfache Situation, in der sich seine Mannschaft befindet und zieht ein Resümee über seine bisherige Zeit bei den Grün-Weißen.

Tobias, einen Tag nach solch einer knappen Heimniederlage gegen den SC Magdeburg. Wie fühlst Du dich?

Reichmann: „Natürlich nicht besonders gut! Dass man nach dieser bitteren Pleite enttäuscht ist, ist selbstverständlich. Wir haben einfach zu viele Fehler produziert. Das ist echt schade, da wir durchaus hätten gewinnen können. Wir müssen unsere Lehren aus dieser Partie ziehen, um die angesprochenen Fehler in Gummersbach nicht zu wiederholen und dann springenauch hoffentlich zwei Punkte bei raus. Wir müssen aber ein Schippe drauf legen!“

Ihr befindet Euch in einer nicht ganz einfachen Situation. In diesem Kalenderjahr konntet ihr aus sieben Spielen bisher lediglich drei Punkte holen. Wie gehst du damit um?

Reichmann: „Solche Rückschläge, wie wir ihn gestern wieder erleben mussten, sind natürlich schwer aus dem Kopf zu bekommen. Trotzdem finde ich, dass unsere Formkurve nach oben zeigt. Wir waren in letzter Zeit oft nah dran, aber meistens hat es einfach nicht gereicht, weil wir inschwierigen Situationen mehr Fehler als der Gegner gemacht haben. Das muss und wird sich in Gummersbach ändern.“

Woran liegt es, dass Ihr nicht richtig in den Tritt kommt?

Reichmann: „Gute Frage! Wenn wir das ganz genau wüssten,  dann würden wir es sofort abstellen. Ich glaube es sind im Moment Kleinigkeiten die uns fehlen! Wir haben viele knappe Niederlagen hinnehmen müssen, was in der Hinrunde noch nicht so der Fall war. Vielleicht fehlt uns auch einfach ein wenig das Glück. In der Hinrunde haben wir viele knappe Spiele mit einem Tor zu unseren Gunsten entscheiden können. Da liegt im Moment der feine Unterschied.“

Du hast die überragende Hinrunde angesprochen. Wurden mit den Erfolgen die Ansprüche vielleicht auch zu groß für Euch?

Reichmann: „Nein, das sehe ich nicht so. Als es gut lief, haben wir innerhalb der Mannschaft viel darüber gesprochen. Natürlich haben wir uns sehr über unsere damalige Entwicklung gefreut, waren uns aber auch alle einig, dass es nicht durchweg so weitergehen wird und auch wiederschwierige Zeiten kommen werden. Als wir uns sicher sein konnten, dass wir höchstwahrscheinlich nicht mehr viel mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden, haben wir uns einstimmig das Ziel gesetzt einen einstelligen Tabellenplatz einzufahren. Das verfolgen wir auch weiterhin und ich bin mir sicher, dass wir dieses Ziel auch erreichen werden.“

Der VfL Gummersbachsteht vier Plätz hinter Euch in der Tabelle, haben aber die letzten beidenSpiele gepunktet. Was erwartet Euch am Samstag?

Reichmann: „Gegen Gummersbach wird es genauso schwer wie gegen Magdeburg. Der VfL stellt ebenso eine aggressive und harte Deckung. Diese Abwehr müssen wir besser in Bewegung bringen und dann unsere freien Chancen reinmachen. Bekommen wir das hin, bin ich optimistisch, dass wir wieder ein Erfolgserlebnis feiern können.“

Du bist zu dieser Saison nach Wetzlar gewechselt. In dieser kurzen Zeit hat sich ja viel für Dich geändert. Wie fällt dein Resümee aus?

Reichmann: „Sehr positiv. Ich fühle mich bei der HSG Wetzlar super wohl und mir bereitet das Handballspielen in Wetzlar richtig Spaß. Als der Wechsel bekannt wurde, stellten mir viele die Frage, ob das denn kein Rückschritt wäre. Wenn man von der womöglich ‚stärksten Mannschaft der Welt’ wechselt, dann ist das automatisch ein Rückschritt, egal wo man hingeht. Für mich persönlich hat sich diese Entscheidung jedoch vollkommen gelohnt. Mir hat der Wechsel sehr gut getan, da ich mich auch in kürzester Zeit in die Nationalmannschaft spielen konnte, was ich so nicht erwartet habe. Auch deshalb bereue ich nichts und bin sehr zufrieden.“