»Träumen dürfen wir erst nach dem Spiel«

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Chalepo-Team morgen erneut in der Favoritenrolle »3:2:1-Deckung der Gäste ist gefährlich« 3000 Fans erwartet

»Das ist wieder so ein Spiel«, stöhnt Gennadij Chalepo und macht dabei den Anschein, als ob er es so langsam leid sei, zu Hause die Favoritenrolle innezuhaben: »Wir stehen unter Druck und müssen punkten. Das ist nicht immer einfach«, sagt er. Im vierten Heimspiel der Saison morgen Abend um 19.45 Uhr in der Wetzlarer Rittal-Arena haben die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar mit HBW Balingen/Weilstetten eine lösbare Aufgabe vor der Brust. Doch von 8:6 Punkten, die die HSG bei einem erfolgreichen Verlauf des Abends vorzuweisen hätte, möchte Chalepo noch nicht sprechen: »Von irgendetwas träumen dürfen wir erst nach dem Spiel. Wir müssen erst einmal die richtige Einstellung zeigen.« Personell geht die HSG fast ohne Sorgen in die so wichtige Begegnung.

 

Einzig der Einsatz von Rückraum-Hüne Daniel Valo ist nach seiner leichten Gehirnerschütterung, die er sich bei der 30:36-Niederlage in Flensburg zugezogen hatte, noch fraglich. »Das werden die Ärzte kurzfristig entscheiden«, meint HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. »Shooter« Steffen Fäth lag zudem fast die komplette Trainingswoche mit einem grippalen Infekt im Bett, wird aber laut Chalepo mit hoher Wahrscheinlichkeit im Kader stehen. Für Seipp ist die Partie gegen die kampfstarke Truppe aus Baden-Württemberg ohnehin von einem besonderen Charakter: »Wir spielen gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Der hat für uns aufgrund des Spielplans bereits in dieser frühen Saisonphase begonnen. Ich hoffe, dass das alle Spieler verstanden haben, und wir es dieses Mal schaffen, über 60 Minuten Gas zu geben.«

In den zuvor absolvierten Heimspielen gegen die Aufsteiger Eintracht Hildesheim (30:28), den TV Hüttenberg (28:20) und den Bergischen HC (33:28) hatten sich die Wetzlarer immer phasenweise eine »Kreativpause« genommen und nicht so souverän gewirkt. »Das ist das größte Problem«, weiß Chalepo, der vor allem vor der Deckung der Gäste gehörigen Respekt hat: »Was Dr. Brack spielen lässt, ist immer das Modernste im Handball. Mal lässt er mit drei Kreisläufern spielen, mal mit sieben Feldspielern. Er ist schwer auszurechnen. Hinzu kommt noch diese sehr aggressive 3:2:1-Deckung.« Im Gegensatz zu Hüttenberg ist diese aus Chalepo-Sicht noch aggressiver und offensiver: »Deshalb kann ich nicht sagen, ob es ein Vorteil war, dass wir gegen Hüttenberg schon einmal gegen solch eine ähnliche Deckung gespielt haben. Das werden wir sehen.«

Balingen erfüllte bislang sein Soll. Der Sieg gegen den VfL Gummersbach (36:28) dürfte dabei nicht unbedingt eingeplant gewesen sein. Zudem landete das Brack-Team einen weiteren Heimerfolg gegen Hannover-Burgdorf (32:29). Auswärts brachte das Team bislang aber kein Bein auf den Boden und musste sich unter anderem bei MT Melsungen deutlich mit 19:28 geschlagen geben.

Für Seipp sind diese Resultate wertlos: »Sie kommen schon am Donnerstag nach Wetzlar und übernachten hier. Am Freitagmorgen steht dann eine Trainingseinheit auf dem Programm. Daran sehen wir, wie ernst der Gegner das Spiel nimmt.«

Mit Felix König und Benjamin Herth hat der Club aus dem Zollernalbkreis zwei dynamische Rückraumspieler im Kader. »Beide sind sehr schwer zu packen. Hinzu kommen Roland Schlinger, der derzeit aber wohl einen Nasenbeinbruch auskuriert, und Kai Häfner. Die können im Rückraum schon gefährlich werden«, sagt Chalepo, der aber damit rechnet, dass der österreichische Nationalspieler Schlinger trotz seines Handicaps auflaufen wird. Dem 33:22-Pokalerfolg der Balinger bei der zweiten Mannschafte der HSG vor drei Wochen misst der Trainer keine große Bedeutung bei: »Da habe ich nichts besonderes gesehen, weil solche Spiele immer so verlaufen.« HBW-»Oldie« Frank Ettwein spielt noch immer als »Indianer« in der Deckung eine wichtige Rolle im System. Zudem verfügen die beiden Keeper Martin Ziemer und Matthias Puhle über eine gute Qualität. Ob bei der HSG am Freitag der von HBW gekommene Nikola Marinovic beginnt, wollte Chalepo nicht verraten. Sicher ist dagegen ein guter Zuschauerzuspruch: Seipp: »Wir rechnen mit 3000 Fans. Das ist okay.«

(jms)