Trainingslager-Tagebuch – Tag 2

Neuzugang Magnus Dahl im "Eisbad" nach dem anstrengenden Training.

DKB Handball-Bundesliga

Leistungstests, Eiswasser und ein heroischer Fußball-Sieg von Team „Alt“ in der Sportschule Hennef

 

Der zweite Tag im Trainingslager in Hennef begann für die HSG Wetzlar mit einer bei Sportlern  - Achtung Ironie - sehr beliebten Einheit: Dem morgendlichen Ausdauerlauf. „Voller Vorfreude“ auf das anstehende Rundendrehen traf ein Spieler nach dem anderen morgens um 7.30 Uhr auf dem Sportplatz der Sportschule ein. Die Stimmung wurde jedoch wie so oft von Betreuer Stefan „Migge“ Rühl gerettet, der drei Fußbälle besorgte und den Akteuren zum Zupassen hinwarf. Aus dem sonst so monotonen Rundenlaufen wurde danach eine heitere und lockere Warmmacheinheit mit strahlenden Gesichtern. Selbstverständlich war dieser kleine Motivationsschub mit Athletiktrainer Thorsten Ribbecke abgesprochen, der im direkten Anschluss gleich wieder das Zepter in die Hand nahm und weitere Tests und Lockerungsübungen vornahm. 

Nach einem üppigen Frühstück ging es dann für die Grün-Weißen in die Halle. Schon beim Eintreffen erwarteten die Wandschneider-Schützlinge mehrere aufgebaute Stationen, an denen weitere Athletiktests durchgeführt wurden. Neben Sprintschnelligkeit, Sprungstärke und Wurfgeschwindigkeit wurden noch weitere Daten von Thorsten Ribbecke und Gast-Doktorantin Charlotte Eberl gesammelt. Besonders die Messung der Wurfgeschwindigkeit fand großen Anklang bei den Spielern, die immer wieder den Ball mit brachialer Gewalt in die Maschen warfen und auf einen härteren Wurf hofften. Manche nahmen scherzhaft ihre guten Messergebnisse an dieser Station sogar als Grund um Ausreden zu finden für ein weniger gutes Abschneiden an weiteren Stationen. „Ich habe 101 Kmh geworfen. Ich habe mein Pulver schon verschossen“, sagte Neuzugang Florian Laudt vor dem Absolvieren der Liegestützzählung. Und auch zum Lachen gab es ausreichend Grund, zu mindestens für Magnus Dahl, den der Laufstil von seinem Landsmann Kent Robin Tönnesen augenscheinlich belustigte. 

Nach Beendigung dieser zweiten Trainingseinheit ging es schnellen Fußes zum Mittagessen in die Kantine. Nach dem „Lunch“ war den Spielern vom Trainerteam eine längere Pause gegönnt, weshalb teilweise der Weg vom Essensaal ins Schlafgemach als weitere Sprinteinheit angesehen werden konnte.  

Leicht erholt und mit beinahe strahlenden Gesichtszügen gingen die Handballprofis aus Wetzlar dann am Nachmittag in die dritte Trainingseinheit, da der Ball endliche wieder eingeharzt und auf das Tor gezimmert werden konnte. Beim aufwärmenden Fußballspiel, offenbarten sich dann „Ado“ Harmandic und Daniel Valo als wahrhafte Vollstrecker vor dem Gehäuse und mit „Holzfuß“ Florian Laudt besaß das Team „Alt“ auch noch einen Mann für das Grobe. „Alt“ ließ das Team „Jung“ demnach auch folgerichtig alt aussehen und konnte einen deutlichen Sieg einfahren. Im Anschluss wurde aber wieder konzentriert trainiert und den Anfang machte die Kleingruppe der Rückraumspieler. Ihnen folgten die Kreisläufer und das Ende der Einheit bildeten die Außenspieler. HSG-Trainer Kai Wandschneider nutzte das dritte Training an diesem Tag, um nacheinander mit positionsspezifischen Kleingruppen zu agieren. Die einzigen beiden, die kaum eine Pause in Anspruch nehmen konnten, waren die beiden Torhüter Andreas Wolff und Marius Sulzbach, welche die komplette Einheit durchtrainieren mussten. Der dritte Schlussmann im Bunde, Magnus Dahl, musste noch aussetzen, da er an einer leichten Knieblessur laboriert und deshalb nur individuelles Training mit Physiotherapeutin „Kathi“ Dietsch absolvieren konnte. Wer jetzt den angenehmeren Part der beiden Torhüterfraktionen hatte, sei mal dahingestellt. Nach dem Training ging es für alle Akteure in ein eiskaltes Wasserbecken, was manchen Spielern ein „lokomotivähnliches“ Schnauben entlockte. 

Die vierte Einheit am Abend war dann wieder eher taktisch geprägt, in die viele spielerische Elemente vom Trainergespann Wandschneider/Camdzic eingebaut wurden. Das traf natürlich auf sehr großen Anklang bei den Spielern, die vor Spiellaune wahrhaft strotzten. Die gute Laune transportierten alle Beteiligten in den Essenssaal. Beim Abendbrot offenbarte Christian Rompf dann ein kleines Geheimnis von Neuzugang Kristian Bliznac, der sich zum größten Teil noch auf Englisch verständigt: „Der Fuchs versteht jedes einzelne Wort auf Deutsch. Der tut manchmal nur so, als ob er es nicht versteht.“ Ein weiteres Geheimnis lüftete auch Kai Wandschneider, der im persönlichen Gespräch einen harten morgigen Tag prophezeite: „Morgen geht es richtig zur Sache. Es wird Schweiß, Blut und Tränen fließen.“ Solche Auswirkungen wird das Training hoffentlich nicht mit sich bringen, aber es scheint, als ob der heutige Tag nur die Ruhe vor dem morgigen Sturm war.