TuS N-Lübbecke löscht schnell Wetzlarer Angriffsfeuer

created by webmaster@hsg-wetzlar.de (Wolfgang Fischer)

Souveräne Vorstellung der Baur-Truppe HSG-Abschlussschwäche baut Gäste auf

Die HSG Wetzlar behält nach der 24:28 (14:12)-Heimniederlage gegen den TuS N-Lübbecke weiter Kontakt zu den abstiegsgefährdeten Mannschaften der Handball-Bundesliga. Der Befreiungsschlag, nach dem Husarenstreich von Hildesheim nun auch das Team von Ex-HSG-Kapitän Markus Baur zu bezwingen, misslang, weil die gute Wetzlarer Vorstellung der ersten 30 Minuten im zweiten Durchgang keine Fortsetzung fand.

 

„Das waren zwei verschiedene Halbzeiten. In der ersten Hälfte gab es nichts zu meckern, da war die Aggressivität zu spüren. Doch nach der Pause haben wir mit den nicht genutzten freien Bällen den Gegner regelrecht aufgebaut“, analysierte ein verärgerter HSG-Trainer Gennadij Chalepo, der mit seiner Bemerkung „Daran wird zu arbeiten sein“ gleichzeitig auch ein strengeres Trainingsprogramm der nächsten Tage ankündigte.

Dabei legten die Lahnstädter zunächst einen Start nach Maß hin. Ehe sich die Lübbecker Abwehr auf den Wetzlarer Angriff so richtig eingestellt hatte, zappelte der Ball schon viermal im TuS-Netz. Viermal warf und viermal traf Philipp Müller für die Grün-Weißen (4:2) in der Anfangsphase, doch als Lars Friedrich einen Strafwurf neben das Gästetor setzte (11.), glichen die Ostwestfalen nicht nur aus, sondern gingen selbst 8:6 (20.) in Front.

Nachdem TuS-Kanonier Arne Niemeyer seinen fünften Fehlversuch verbucht hatte, zeigten die Hausherren, was in ihnen steckt und verwandelten innerhalb von sechs Minuten die gut besuchte Rittal-Arena mit einem Lauf von 6:8 auf 11:8 (Chalkidis, 25.) in ein „Freudenhaus“. Es hätte für die Lahnstädter noch besser kommen können, denn zwei Minuten vor der Halbzeit war der Vorsprung auf vier Treffer (14:10, Kristjansson) angewachsen. Aber die folgende Auszeit von HSG-Coach Chalepo vermochte die restlichen Sekunden nicht zu ordnen. Ein verfrühter Wurf von Daniel Valo brachte Lübbecke noch einmal in Ballbesitz, sodass den Gästen mit dem Pausenpfiff gar noch der 14:12-Halbzeitstand (Daniel Svensson) gelang.

Wie verwandelt kamen beide Mannschaften aus den Kabinen zurück. Wetzlar offenbarte nun Abstimmungsprobleme in der Abwehr und Unkonzentriertheiten im Angriff, während Markus Baur seinen Schützlinge wohl mit den richtigen Worten einen „Motivationsschub“ mit auf das Feld gegeben hatte. Nach der zwischenzeitlichen 15:14-Führung (Schmidt, 36.) blieben die Wetzlarer sieben Minuten ohne Torerfolg. Lübbecke nutzte die Angriffsflaute der HSG und zog auf 15:18 davon. Dank Philipp Müller und Adnan Harmandic kam die HSG zwar auf 17:18 heran, doch unter dem Strich stand eine missratene HSG-Viertelstunde mit nur drei Treffern nach der Pause in der Statistik.

Beim 18:19 (Kristjansson, 46.) keimte noch einmal Hoffnung im Wetzlarer Lager auf, doch ein dummes Foul (Müller) und eine Undiszipliniertheit gegen die Schiedsrichter (Valo) brachte dem TuS numerische Überlegenheit und einen noch deutlicheren Vorsprung. „Die doppelte Zeitstrafe gegen die HSG hat uns nicht geschadet“, gab später TuS-Übungsleiter Baur zu Protokoll, und fügte hinzu, „dass wir danach die Partie souverän zu Ende gespielt haben“. „Danach“ bedeutete drei Treffer in doppelter Überzahl und eine 23:19-Führung (52.), die - begünstigt durch eine weitere Zeitstrafe gegen Müller - auf 25:20 (54.) ausgebaut werden konnte. Die demoralisierten Wetzlarer versemmelten im Angriff immer noch die besten Bälle, Harmandic scheiterte mit einem Strafwurf am starken Dario Quenstedt im TuS-Tor, während die HSG-Abwehr die Individual-Handballer Daniel Svensson und Drago Vukovic weiterhin nicht stoppen konnte. Der TuS hatte mit dem 24:28-Endstand eine Begegnung noch gedreht, in der die Mittelhessen einmal mehr ihre zwei Gesichter zeigten.

Ulrich G. Monz