Verloren geglaubtes Spiel in Minden beinahe noch gedreht!

DKB Handball-Bundesliga

Nach 8:16-Rückstand zur Pause holt HSG Wetzlar in Minden noch 24:24-Unentschieden - Wandschneider-Standpauke in Halbzeit!

30 Minuten lang schien es Samstagabend, als sei die Kampa-Halle in Minden erneut kein gutes Pflaster für Handball-Bundesligist HSG Wetzlar.

Wie schon in der vergangenen Saison, als die Domstädter mit 26:35 an der Weser untergingen, drohte bei einem 8:16-Pausenrückstand wieder ein Debakel. Doch mit einer unfassbaren Energieleistung retteten die Gäste beim TSV GWD ein 24:24-Remis und mussten sich am Ende sogar ärgern, nicht beide Punkte mit nach Hause genommen zu haben.

Denn im letzten Angriff waren die Wetzlarer in Ballbesitz. "Das hätten wir besser ausspielen müssen", ärgerte sich der starke Kevin Schmidt. Denn der Wurf des diesmal blassen Kent Robin Tönnesen landete in den Armen von Mindens Torhüter Anders Persson. "Wir waren schon mausetot", sagte HSG-Trainer Kai Wandschneider und gestand: "In der Halbzeit habe ich nicht mehr an einen Punkt geglaubt."

Zunächst bekommen die Torhüter kaum einen Ball zu fassen

Denn im ersten Durchgang präsentierte sich die Spielgemeinschaft aus Dutenhofen und Münchholzhausen als dankbarer Aufbaugegner für die nach der 20:35-Pokalschmach in Lemgo und dem schwachen Saisonstart extrem unter Druck stehenden Mindener. Nichts war zu sehen von der Leistung, mit der die Wetzlarer am Dienstag den Bergischen HC mit 28:22 im Pokal nach Hause schickten. In der Deckung fehlte die Aggressivität, die Absprache und damit die Ordnung. Die Torhüter - egal ob zunächst Andreas Wolff oder der nach 20 Minuten ins Spiel gekommene Magnus Dahl - bekamen kaum einen Ball zu fassen. Noch schlechter lief es im Angriff. Die Gäste erlaubten sich reihenweise Fehler. Schlechte Pässe, harmlose Abschlüsse, ungenaue Anspiele - so hatte die 6:0-Deckung der Mindener wenig Mühe, hinten das Fundament für ihre Führung zu legen. Nach zehn Minuten waren die Ostwestfalen 6:2 vorn, bauten das auf 10:4 (18.) aus und hatten die Begegnung eigentlich schon zur Pause entschieden.

"Es wurde laut in der Kabine", sagte Wandschneider und rüttelte seine Truppe wach. Als Steffen Fäth mit seinem fünften Treffer das 14:18 markierte (40.), keimte Hoffnung im Lager der Domstädter auf. Die Hausherren, die längst nicht mehr so souverän auftraten wie noch im ersten Durchgang und vor allem mit der versetzten 5:1-Deckungsvariante der HSG Probleme hatten, wackelten. Jens Tiedtke gelang sechs Minuten vor dem Ende der 21:21-Ausgleich, Kevin Schmidt erzielte 100 Sekunden später per Tempogegenstoß beim 22:21 die erste Wetzlarer Führung seit dem 1:0. Die Gäste, bei denen Magnus Dahl von Minute zu Minute besser wurde, waren obenauf, doch Dalibor Doder setzte am Ende die entscheidenden Akzente im Angriff der platt wirkenden Ostwestfalen. Der Schwede, der fast das ganze Spiel auf der Bank saß, glich zum 22:22 (57.) und 24:24 35 Sekunden vor Schluss aus. "Am Ende müssen wir über diesen Punkt froh sein", sagte Mindens Coach Goran Perkovac und blickte zu Kai Wandschneider. Der 53-Jährige nickte. Denn auch er war nach der völlig verkorksten ersten Hälfte mit dem Remis zufrieden.

Minden: Persson (bei einem Siebenmeter und ab 54.), Vortmann - Mrvaljevic (1), Steinert (5), Kunkel (n.e.), Südmeier (2), Torbrügge (1), Tesch (3), Oechsler, Aljoscha Schmidt (4/2), Svitlica (3/1), Doder (2), Bilbija (3).

Wetzlar: Dahl (ab 20.), Wolff - Kevin Schmidt (10/5), Prieto (2), Tiedtke (3), Rompf (n.e.), Tönnesen (3/1), Reichmann, Laudt, Fäth (5), Bliznac, Balic (1), Klesniks, Hahn.

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen) - Zuschauer: 2100 - Zeitstrafen: Minden eine (Tesch), Wetzlar eine (Balic).

Quelle: WNZ