„Vom Publikum getragen“: HSG Wetzlar meldet Zuschauerrekord!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen mit abgelaufener Spielzeit „sehr zufrieden“ – Heimspiele in Rittal Arena von 4.115 Zuschauern im Schnitt besucht

„Angesichts von 19 Mannschaft, vier Absteigern und einem enormen Verletzungspech in der Hinrunde war es eine nervenaufreibende und durchaus anstrengende Saison, aber was unsere Mannschaft in dieser Spielzeit geleistet hat, das verdient aller größten Respekt“, bilanziert der Trainer der HSG Wetzlar, Kai Wandschneider heute, mit über einer Woche Abstand zum Rundenende in der DKB Handball-Bundesliga. "Wir standen permanent unter Druck, den Abstand zur Gefahrenzone zu halten, und haben frühzeitig genug Punkte geholt", so der 55-jährige. Das, nach dem frühzeitigen Klassenerhalt im März neu formulierte Ziel des Trainers, nämlich einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, hatte seine Mannschaft mit dem 29:24-Heimspieg über Frisch Auf! Göppingen erreicht – mit dem 8. Tabellenplatz sogar noch überboten.

„Für die HSG Wetzlar ist ein solchen Abschneiden vergleichbar, wie wenn der THW Kiel Deutscher Meister wird“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der mit der abgelaufenen Spielzeit „sehr zufrieden“ ist. Eine bessere Platzierung hatten die Grün-Weißen in den nunmehr 17 Jahren in der „stärksten Liga der Welt“ nur in der Saison 2012/2013 erreicht. Damals wurden die Steffen Fäth & Co. Siebter.

Mittelhessen stellen viertbeste Abwehr der DKB Handball-Bundesliga

Den Grundstein zum Erfolg legten die Mittelhessen in der Abwehr. Mit nur 952 Gegentoren stellte Wetzlar die viertbeste Defensive der Liga, hinter den Spitzentrio Kiel, Rhein-Neckar Löwen und Flensburg. Großen Anteil daran hatte Torhüter Andreas Wolff, der in dieser Saison zum deutschen Nationalspieler avancierte. Der 24-jährige entschärfte hinter einer stabilen Abwehr 327 Würfe und war mit 30 gehaltenen Strafwürfen der „Siebenmeterkiller“ der Liga. „Die Abwehr war, wie in den vergangenen Jahren auch, ganz sicher unser Prunkstück und muss es auch bleiben“, so Wandschneider, für den der Höhepunkt der vergangenen Spielzeit das Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen war. Am 17. April brachen in der Rittal-Arena alle Dämme. Mit dem 31:27 über die Rhein-Neckar Löwen warfen die Grün-Weißen das badische Starensemble praktisch aus dem Rennen um die Meisterschaft und feierte den glanzvollsten Sieg der Saison. Viele der 4412 Zuschauer auf den ausverkauften Rängen schwärmten danach vom besten Spiel einer Wetzlarer Mannschaft seit dem Bundesligaaufstieg im Jahr 1998. „Letztlich wurde an diesem Abend der Titelkampf entschieden und bei allem Respekt vor den Rhein-Neckar Löwen wird uns dieser Moment lange in Erinnerung bleiben“, so Björn Seipp, der sich auch abseits des Spielfelds über Erfolge freut.

Über 74.000 Besucher bei Heimspielen der Grün-Weißen!

Mit einem Schnitt von 4.115 Besuchern, das entspricht einer Auslastung der Rittal Arena von knapp 94 Prozent, hat der Tabellenachte einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Insgesamt strömten in der Saison 2014/2015 über 74.000 Besucher zu den Heimspielen der Grün-Weißen. Immer waren die Sitzplätze ausverkauft – im zweiten Jahr in Folge. "Wir haben die besten Fans der Welt", schwärmte Ivano Balic vor seinem Abschied von der Atmosphäre. Beflügelt von der guten Stimmung auf den Rängen zeigten die Grün-Weißen im Gegensatz zur Vorsaison Heimstärke. "Wir haben zu Hause 21 Punkte gesammelt, mindestens die Hälfte davon durch ihre Unterstützung", bedankte sich Geschäftsführer Björn Seipp während der emotionalen Verabschiedung der sechs Spieler, die den Verein verlassen, bei den Zuschauern. "Wir wurden über die gesamte Saison von unserem sensationellen Publikum getragen", resümierte Trainer Kai Wandschneider. Auch für die kommende Saison kündigt sich bei den Domstädtern eine ähnliche Ticketnachfrage an. Schon bis heute wurden über 2.200 Dauerkarten verkauft – so viele, wie noch nie zuvor.

„Die HSG Wetzlar hat ihren Platz als sportlicher ‚Big Player‘ in unserer sportbegeisterten Region weiter ausgebaut“, so Geschäftsführer Björn Seipp, der auch in der kommenden Saison wieder auf die Unterstützung von über 170 Partnerunternehmen bauen kann. „Neben dem sportlichen Erfolg ist die kontinuierliche wirtschaftliche Weiterentwicklung und die damit einhergehende Aufarbeitung der Vergangenheit unseres Clubs von entscheidender Bedeutung. Das uns dies in den vergangenen vier Jahren gelungen ist, zeigt auch, dass die HSG Wetzlar einmal mehr die Lizenz für die kommende Saison ohne Auflagen erhalten hat“, freut sich Seipp.

Personeller Umbruch steht bevor! Sechs Abgänge, fünf Neuzugänge

Personell stehen die Grün-Weißen im Sommer einmal mehr vor einem Umbruch. Weltstar Ivano Balic und Ex-Nationalspieler Jens Tiedtke haben ihre erfolgreichen Karrieren beendet. Der Vertrag mit José Hombrados wurde Seitens des Clubs nicht verlängert. Der Arbeitsvertrag von Spielmacher Adnan Harmandic vorzeitig aufgelöst. Dazu wechseln mit Dejan Manaskov (Vardar Skopje) und Kent Robin Tönnesen (Füchse Berlin) zwei Stammspieler zu Vereinen, die international spielen. „Natürlich ist ein solcher Umbruch immer eine Herkulesaufgabe, allen voran für die Trainer“, weiß Björn Seipp. „Dass junge Spieler, die in Wetzlar erstmals Erstligaluft geschnuppert und sich danach hier bei uns in der stärksten Liga der Welt etabliert haben, in den Fokus von Spitzenteams geraten, ist für uns jedoch leider nicht neu! Mit diesem ‚Schicksal‘, immer wieder talentierte Spieler ziehen lassen zu müssen, müssen wir, genauso wie andere Teams mit ähnlichen finanziellem Möglichkeiten, einfach leben. So ist der Profisport!“

Doch für die kommende Saison sehen die Wetzlarer Verantwortlichen ihr Team gut gerüstet. „Wir haben uns intensiv nach neuen Spielern umgeschaut und dabei nicht nur ihre sportlichen Qualitäten geprüft. Ich denke, dass all unsere Sommer-Neuzugänge sehr gut zur HSG Wetzlar passen und wir freuen uns auf sie“, so Seipp. So kehrt unter anderem Torhüter-Eigengewächs Nikolai Weber vom TSV Hannover-Burgdorf zurück an die Lahn. Ihm folgt mit Spielmacher Filip Mirkulovski ebenfalls ein ehemaliger „Recke“. Am Kreis wird Junioren-Nationalspieler Jannik Kohlbacher (TV Großwallstadt) die Mittelhessen verstärken. Dazu haben die Grün-Weißen Joao Ferraz (FC Porto/POR) für den rechten und Stevan Vujovoc (Selestat AHB/FRA) für den linken Rückraum verpflichtet. Sie alle werden am Montag, den 13. Juli 2015 von Trainer Kai Wandschneider begrüßt, wenn die Vorbereitung auf die 18. Erstliga-Saison der HSG Wetzlar in Folge startet.