„Von Anfang an hellwach!“ HSG Wetzlar will Revanche gegen Bietigheim

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessischer Erstligist muss beim Tabellenschlusslicht SG BBM Bietigheim ran – Grün-Weißen wollen Wiedergutmachung für Hinspiel-Niederlage betreiben

Am 5. November 2014 hatte der Aufsteiger SG BBM Bietigheim für einen Paukenschlag in der DKB Handball-Bundesliga gesorgt und bei der HSG Wetzlar den ersten Auswärtssieg der Saison gelandet. Ein „Stachel“, der bei den damaligen Gastgebern aus Mittelhessen noch heute tief sitzt. „Bietigheim hat die Punkte damals sicherlich überraschend aber sehr verdient mit genommen“, erinnert sich HSG-Geschäftsführer Björn Seipp zurück, dessen Team an diesem Sonntag zum Rückspiel reist. Anwurf der Partie ist um 17.15 Uhr in der MHPArena Ludwigsburg. Geleitet wird das Duell von den DHB-Eliteanschlusskader-Schiedsrichtern Florian Gerhard und Tobias Küsters. Die Spielaufsicht hat Thorsten Zacharias.

Ebenso unerwartet wie die Niederlage gegen Bietigheim im Hinspiel war der Punktgewinn der HSG Wetzlar am vergangenen Wochenende gegen den SC Magdeburg, zumal die Grün-Weißen in dieser Partie ohne ihren „Leader“ Ivano Balic (Bänderdehnung im Knie) auskommen mussten. Ob der Kroate am Sonntag wieder im Kader steht bleibt abzuwarten. Ansonsten stehen Trainer Kai Wandschneider nach aktuellem Stand jedoch alle Spieler zur Verfügung.  „Wir haben uns nach dem Magdeburg-Spiel über die kommenden Ziele unterhalten und wollen unbedingt einen Sieg einfahren“, gibt der HSG-Coach klar die Marschrichtung vor. „Unsere Vereinbarung bleibt erst einmal intern, eines jedoch steht fest: Wir müssen in Bietigheim siegen und dann gegen Erlangen nachlegen. Dann wäre, neben einem Sieg gegen einen Großen der Liga, das nächste Ziel, das Knacken der 30-Punkte-Marke sehr nahe.“ Zudem wären diese beiden Siege ein Riesenschritt zum Klassenerhalt. Doch bis dahin ist es „ein weiter Weg“, weiß Wandschneider.

Zwar zieren die Württemberger das Tabellenende der Liga, doch nicht nur das Hinspiel zeigte, zu was die Aufsteiger zu leisten im Stande sind. Mit Hannes Lindt, Robin Haller und dem Ex-Wetzlarer Timo Salzer hat Bietigheim einiges an Erstligaerfahrung im Kader. Aber auch der Österreicher Dominik Schmid oder der nachverpflichtete Romas Kirveliavicius können beide an einem guten Tag eine gegnerische Deckung vor Probleme stellen. Zwar wurde der erst vor dem Hinspiel verpflichtete Darko Stanic mittlerweile wieder abgegeben, doch der ebenfalls seinerzeit geholte Rok Praznik verstärkt weiter die Deckung der Süddeutschen. Mit Siegen gegen Gummersbach und Göppingen oder dem Punktgewinn in Erlangen machten die Gastgeber von sich reden. Und auch zuletzt beim knappen 23:28 in Hamburg zeigte die SG BBM, dass sich die Mannen von Coach Mayerhofer noch lange nicht aufgegeben haben. Und so erwartet die HSG in der Ludwigsburger MHP-Arena ein schwerer Gang.

„Wir müssen ganz sicher wieder an unsere Leistungsgrenze gehen und auf den Punkt fokussiert sein, denn die Bietigheimer präsentieren sich seit Wochen von ihrer besten Seite. Zudem erwartet uns dort sicher ein absoluter Hexenkessel“, fordert Wandschneider von seinen Mannen „absolute Bereitschaft, von Anfang an den Kampf anzunehmen und dort 60 Minuten dagegenzuhalten“. Besonders die sehr eigene Interpretation der 3:2:1-Deckung wird die Steffen Fäth und Co. fordern. „Wir müssen uns viel ohne Ball bewegen und clever und umsichtig agieren“, weiß er, dass Bietigheim immer auf Ballgewinne aus ist und über die gesamte Distanz kontert. Aber auch im Positionsangriff beeindrucken die Gastgeber den Wetzlarer Übungsleiter dadurch, dass sie sehr eingespielt und variabel seien. „Sie spielen einige gute Auslösehandlungen und sind exzellent in ihrer Kleingruppenarbeit, da heißt es, absolut konzentriert zu sein“.

Daran hatte es in den vergangenen beiden Auswärtsspielen der Grün-Weißen gehapert. „In Lübbecke und Berlin haben wir ganz schwache erste 30 Minuten gespielt und teils verunsicherte Gastgeber stark gemacht! Die Mannschaft hat in diesen Spielen eine zu lange Anlaufphase gebraucht, um richtig gegenzuhalten. Dies ist erst passiert, als die Spiele bereits verloren waren. Das gilt es zu ändern“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Gegen Bietigheim müssen wir von Anfang an hellwach sein und alle Spieler ihre Leistungsgrenze erreichen. Es gilt von Anfang an mit der nötigen Aggressivität, Leidenschaft und Konzentration zu Werke zu gehen, dann sind wir sicherlich in der Lage dort zu gewinnen und uns weiteres Selbstvertrauen für die kommenden wichtigen Spiele zu holen. Klar ist doch, dass wir genug Qualität im Kader haben um zu wissen, dass ein Sieg in Bietigheim machbar ist, auch wenn es eine ganz schwere Aufgabe wird.“