Vor Karriereende: Ivano Balic hat gemischte Gefühle!

DKB Handball-Bundesliga

36-jähriger Kroate nimmt am Saisonende Abschied vom aktiven Profihandball – Neue Aufgabe: Sportdirektor im kroatischen Handballverband

Der zweimalige Welthandballer Ivano Balic vom Bundesligisten HSG Wetzlar blickt seinem nahenden Karriereende am 5. Juni mit gemischten Gefühlen entgegen. "Natürlich ist es schon komisch, wenn ich daran denke, dass meine Zeit als Profi in etwas mehr als einer Woche vorbei sein wird", sagte der 36 Jahre alte kroatische Spielmacher am Donnerstag und meinte: "Ich bin sehr dankbar, dass ich auf eine erfolgreiche und vor allem größtenteils gesunde zwanzigjährige Karriere zurückblicken kann."

Rückraumspieler Balic, der seit 2013 für Wetzlar aufläuft, hatte das Angebot des Bundesligisten zur Vertragsverlängerung abgelehnt. Am 5. Juni trifft Wetzlar im abschließenden Ligaspiel auf FA Göppingen. Derzeit laboriert der 198-malige Nationalspieler an Rückenproblemen und kann nicht trainieren. "Aber im Spiel gegen Göppingen werde ich auflaufen – egal wie", kündigte Balic an, der wegen seiner eleganten Spielweise auch "Mozart des Handballs" genannt wird.

Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, der selbst noch gegen den langmähnigen Regisseur spielte, bezeichnete Balic einst als "Phänomen". Er sei ein "Handballer mit Leidenschaft, einer, um den sich alles gedreht hat."

Balic hatte mit Kroatien 2003 den WM-Titel und 2004 in Athen Olympiagold gewonnen. 2003 und 2006 wurde er zum Welthandballer gewählt. „Es ist natürlich eine große Ehre, wenn man zum Welthandballer oder MVP eines Turnieres gewählt wird, aber ich habe mir aus diesen persönlichen Titeln nicht viel gemacht, denn der Erfolg des Teams steht über allem und ohne meine Mitspieler war und bin ich nichts“, so Balic. In seiner Vereinskarriere spielte Balic für RK Split, RK Metkovic, Portland San Antonio, RK Zagreb, Atlético Madrid und Wetzlar.

„Als ich im August 2013 nach Wetzlar gekommen bin, da konnte ich mir nicht so richtig vorstellen, was mich erwartet. Aber es war toll, dass ich hier noch einmal die Chance bekommen habe in den deutschen Bundesliga zu spielen. Die Zeit hier in Wetzlar wird mir immer im Gedächtnis bleiben, denn der Club und die Fans haben mich mit offenen Armen empfangen, waren immer nett und ehrlich zu mir. Außerdem hat mich das Wetzlarer Publikum und die Halle beeindruckt. Sie ist immer voll und die Fans stehen wir eine Wand hinter uns, auch wenn wir mal schlecht gespielt haben. Die HSG Wetzlar war eine großartige letzte Station für mich“, verrät der Kroate. „Was die Zukunft bringt, bleibt abzuwarten! Ich freue mich aber auf meine Aufgabe beim kroatischen Handballverband und bis stolz, dass mir diese Möglichkeit gegeben wurde. Es wird harte Arbeit, aber davor scheue ich mich nicht!“