Wandschneider: „Spielern müssen Flügel wachsen!“

DKB Handball-Bundesliga

 

Wetzlar spielt am Mittwoch gegen Flensburg in der Sporthalle Dutenhofen um den Einzug ins „Final4“ – Balic-Einsatz erneut fraglich

Nach der 24:35-Niederlage der ersatzgeschwächten Domstädter gegen den Bundesliga-Spitzenreiter aus Kiel, bleibt der HSG Wetzlar nicht viel Zeit, um die verlorene Partie aufzuarbeiten. Denn bereits am Mittwoch, den 26. Februar (Anpfiff 20 Uhr) geht es um „etwas Einmaliges für die Mannschaft. Keiner von den Spielern, die auflaufen werden, hat es in seiner Karriere bisher bis ins Final-Four geschafft“, so Chefcoach Kai Wandschneider. Mit einem Sieg im Pokal-Viertelfinale über die SG Flensburg-Handewitt würden die Grün-Weißen zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte nach 1997 und 2001 den Weg ins Finale des DHB-Pokals nach Hamburg antreten. Die Partie steht unter der Leitung der beiden Unparteiischen Fabian Baumgart und Sascha Wild (IHF-Kader).

Etwas „Einmaliges“ ist aber nicht nur die Chance, sich für die DHB Pokal-Endrunde in Hamburg zu qualifizieren, auch der Austragungsort verspricht eine hitzige und besondere Atmosphäre. Denn nicht wie gewohnt treffen sich die Handballbegeisterten in der mittelhessischen Region in der Rittal Arena, der eigentlichen Bundesliga-Heimspielstätte, sondern es geht in die altehrwürdige Dutenhofener Sporthalle. In dem ehemaligen „Wohnzimmer“ ebneten die Domstädter mit den souveränen Siegen über den Bergischen HC und der HBW Balingen-Weilstetten den Weg in das bevorstehende Viertelfinale.

„Die Stimmung in den beiden vorherigen Pokalspielen war sagenhaft. Es ist eine große Chance, die wir nutzen wollen“, unterstreicht HSG-Trainer Wandschneider die Besonderheit der Partie gegen die Fjordländer. Und auch HSG-Kreisläufer Sebastian Weber schlägt in dieselbe Kerbe: „Das Spiel gegen Kiel müssen wir abhaken. Mittwoch wird für uns sehr wichtig werden. Wir haben nichts zu verlieren. Es geht dieses Mal nicht um Punkte, sondern es zählt nur der Sieg. Wir werden alles geben und uns voll reinhängen.“ Der Fokus liegt bei den Mittelhessen also bereits voll auf dem Pokalkracher, die am Ende mit mindestens einem Tor in Front den Einzug in die nächste Runde perfekt machen wollen.

Während die Rhein-Neckar Löwen mit dem Zweitligisten VfL Bad Schwartau den vermeintlich leichtesten Viertelfinal-Gegner zugelost bekommen haben, kommt mit der SG ein weiteres Topteam der vorderen Tabellenplätze nach Dutenhofen. Derzeit tanzen die Flensburger auf drei Hochzeiten und müssen sich in der Bundesliga, der Champions-League und dem DHB-Pokal beweisen. In der Champions-League verpasste die Spielgemeinschaft mit nur einem Minuspunkt mehr, knapp den Gruppensieg hinter Hamburg und spielt damit weiterhin in der K.O.-Runde auf internationalem Parkett. In der Bundesliga dagegen erlebte die Truppe um Trainer Ljubomir Vranjes einen Dämpfer im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Mit der knappen 26:27-Niederlage gegen Hannover-Burgdorf rangiert die SG derzeit mit sechs Punkten Differenz zum Tabellenführer THW Kiel, abgeschlagen auf dem vierten Tabellenplatz und hat nur noch eine Minimalchance auf den Titel, um den die Flensburger in dieser Saison von Beginn an mitkämpfen wollten.

Dass der Handballklub aus dem Norden zuletzt Federn lassen musste, lag auch am großen Verletzungspech. Besonders der Ausfall von Rückraumspieler Drasko Nenadic, der sich im Februar einen Meniskusriss zuzog, war ein herber Rückschlag für die SG, die daraufhin kurzfristig mit der Verpflichtung von dem Kroaten Goran Bogunovic reagierteNichts desto trotz verfügt Vranjes über einen qualitativ sehr starken Kader. „Flensburg ist ein großes Kaliber und hat eine sehr gute Mannschaft. Zu Saisonbeginn waren sie zu recht für viele Experten Hauptanwärter auf die Deutsche Meisterschaft. Aber es kam auch bei ihnen ein großes Verletzungspech im Laufe der Spielzeit zusammen. Besonders der Ausfall von Nenadic wiegt sehr schwer und er fehlt Vranjes im Aufbauspiel.  Für ihn wird alternativ Bogunovic einspringen.  Im Tor steht mit Mattias Andersson ein sehr guter Mann, der bisher noch kein schlechtes Spiel abgeliefert hat. Aber auch die Flügelzange mit Anders Eggert und Lasse Svan Hansen wird uns vor eine Herausforderung stellen. In der Abwehr haben sie mit Knudsen einen Spezialisten“, nennt Wandschneider  nur einige der großen Namen, die bei der SG im Kader stehen.

Für Wandschneider muss ganz klar Druck auf die Abwehr ausgeübt werden, die das Aushängeschild der Flensburger Spielweise ist. Aber auch das schnelle Konterspiel über Eggert und  Svan Hansen müssen die Grün-Weißen so gut es geht unterbinden. „ Ich hoffe, dass auch am Mittwochabend die Halle kochen wird. Es ist enorm wichtig, dass wir den Rückhalt spüren. Dann können unseren Spielern Flügel wachsen“, setzt Wandschneider auch auf die ausverkaufte Sporthalle Dutenhofen, in der am Mittwochabend passend zur Primetime um 20 Uhr knapp 1.520 Zuschauer Platz finden werden.

Da die Dutenhofener Sporthalle zum Pokalspiel am Mittwochabend restlos ausverkauft ist, wird die Abendkasse nicht geöffnet. Es sind keine Tickets mehr erhältlich. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Des Weiteren bittet die HSG Wetzlar um ausnahmslose Benutzung des nahegelegenen Parkplatzes des Globus Einkaufsmarktes, da rund um die Halle ein Halte- und Parkverbot gilt.