Wandschneider-Truppe stürmt GETEC-Arena!

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar gelingt 28:27-Überraschungscoup beim SC Magdeburg – Fäth und Tönnesen werfen 16 Tore

Der HSG Wetzlar ist in der DKB Handball-Bundesliga ein Überraschungscoup gelungen. Die Mittelhessen siegten beim SC Magdeburg mit 28:27 (12:14) und stehen somit auf Platz 12 der Tabelle. Beste Torschützen der Grün-Weißen waren Kent Robin Tönnesen mit neun und Steffen Fäth mit sieben Treffern.

Vor 5.383 Zuschauern erwischten die Gäste einen mäßigen Start. Nach dem 2:2-Ausgleichtreffer von Kevin Schmidt per Siebenmeter schlichen sich einige Fehler im Abwehrverbund ein. Trotz zahlreicher Paraden von Andreas Wolff im HSG-Gehäuse gingen die Gastgeber mit 7:3 in Führung. „In dieser Phase haben wir einige Abpraller nicht bekommen und enorme Probleme mit den Kreisanspielen des SC Magdeburg gehabt“, so Wetzlars Trainer Kai Wandschneider nach dem Spiel. Da auch im Angriff nicht alle nach Plan lief, einzig Steffen Fäth und Jens Tiedtke blieben gefährlich, schafften es die Gäste bis zur 23. Spielminute nicht den Abstand zu verkürzen (13:9). Zwischenzeitlich hatte Nationalspieler Kevin Schmidt nach einem Siebenmeter die Rote-Karte gezeigt bekommen, da die ansonsten umsichtigen Schiedsrichter Thomas Hörath und Timo Hofmann einen Kopftreffer an SC-Keeper Dario Quenstedt als „absichtlich“ bewertet hatten. Erst zum Ende der ersten Halbzeit kamen die Grün-Weißen näher ran. Andreas Wolff parierte zwei Mal in Folge und Steffen Fäth sowie Carlos Prieto verkürzten zum 12:14-Halbzeitstand.

Aus der Pause startete Wetzlar mit einem Doppelschlag. Ivano Balic und Tobias Reichmann trafen binnen 30 Sekunden zum 14:14-Ausgleich. Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Bis zum 18:18 (36.) konnte sich keine Mannschaft absetzen. In der 38. Minute gelang Wetzlar die erste Führung durch Kent Robin Tönnesen. „In dieser Phase haben wir eine ganz starke Abwehr gespielt und das bis zum Ende. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, bilanzierte Wandschneider. Dank einer konzentrierten Defensive und einer geduldigen Angriffsleitung konnten sich die Gäste bis zur 48. Minute auf 24:20 absetzen – die stimmungsgewaltige GETEC-Arena wurde deutlich stiller.

Doch im Anschluss sorgte eine Abwehr-Umstellung der Gastgeber auf eine 5:1-Deckung für Probleme im Wetzlarer Angriffspiel. Magdeburg kam in der 57. Minute auf 25:27 heran, in der 59. Minute gelang Nationalspieler Stefan Kneer der 27:27-Ausgleich. Während die Stimmung in der Halle urplötzlich wieder kochte, blieb Wetzlar cool. Steffen Fäth spielte Jens Tiedtke am Kreis frei und der erzielte den Treffer zum 28:27. 58 Sekunden blieben den Börderländern noch, um für ein Remis zu sorgen. Doch die Wetzlarer Abwehrspieler ließen nichts mehr zu. Den letzten Wurf von Michael Haas blockte Prieto und nach dem Abpfiff war der Jubel im Gästelager riesengroß.

„Dieser Auswärtssieg ist natürlich sensationell und enorm wichtig für uns! Am Ende war der Erfolg sogar verdient, was auch die Magdeburger Verantwortlichen so bestätigt haben, weil wir in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft waren“, freute sich Kai Wandschneider, der allen Spielern ein riesiges Kompliment aussprach. 

Stenogramm:

SC Magdeburg: Eijlers (1.-10., 50.-60.), Quenstedt; Kneer 7, Janke 1, Musche, Ackermann n.e., Hartfiel, von Olphen 2, Hornke, Natek 5, Haaß 2, Weber 8/7, Obeto 2, Knorr.

HSG Wetzlar: Wolff (1.-49.), Dahl; Schmidt 2/2, Prieto 1, Tiedtke 2, Rompf 2, Tönnesen 9, Reichmann 1, Fäth 7, Hahn, Bliznac, Harmandic 2, Balic 2, Klesniks, Weber n.e., Laudt n.e..

Schiedsrichter: Hörath/Hofmann – Zweiminuten-Strafen: 4/3 (Musche, Haaß 2x, Oneto; Tiedtke, Klesniks 2x) – Zuschauer: 5.383.