Wandschneider verlangt gegen Gummersbach „100 Prozent“!

Bildquelle: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar empfängt am Freitagabend Tabellennachbarn aus Oberbergischen – Nur noch Stehplatzkarten erhältlich!

Kai Wandschneider, Trainer des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar, ist ein Coach, der gerne mal eine Anekdote zum Besten gibt. Auch vor der dem Heimspiel am Freitagabend gegen den VfL Gummersbach (Anwurf: 19.45 Uhr, Rittal Arena Wetzlar) war es mal wieder so weit. Ein skandinavischer Fußballspieler des FC Barcelona, erzählte Wandschneider, sei vor einiger Zeit auf seinen damaligen Trainer Pep Guardiola zugegangen und habe ihn voller Unzufriedenheit gefragt, was er denn von ihm wolle. Daraufhin habe Guardiola geantwortet: „Ich will dein Leben!“ „Und das will ich auch“, schloss der HSG-Trainer seine Geschichte. „100 Prozent, jeden Tag voll fokussiert auf Handball zu sein. Das verlange ich von meinen Spielern und das verlange ich auch von mir.“

An diesem Einblick in die psychologische Arbeit bei den Grün-Weißen lässt sich erkennen, welchen Stellenwert die morgige Partie gegen den VfL Gummersbach einnimmt. Eigentlich steht die HSG auf einem komfortablen elften Tabellenrang. Satte neun Punkte hat man bei noch sieben ausstehenden Spielen Vorsprung auf die HBW Balingen-Weilstetten, die aktuell mit 14 Zählern und einer Partie mehr auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Doch vor der Begegnung gegen VfL werden die Verantwortlichen der Grün-Weißen nicht müde zu betonen, dass man gerne noch zwei Zähler mehr auf der Habenseite hätte – nur um ganz sicherzugehen und bei den eigenen Fans Wiedergutmachung für die Heimniederlage gegen GWD Minden zu betreiben..

„Ich habe vor der Mannschaft noch einmal deutlich gemacht, dass ich es hasse, wenn ein Team denkt, mit 23 Punkten hätte man den Klassenerhalt sicher und könne die Arbeit einstellen“, mahnt Wandschneider. „Ich unterstelle niemandem etwas, aber oftmals schleicht sich so etwas ins Unterbewusstsein ein und dann ist es meist zu spät, noch die Kurve zu kriegen“, warnt der Coach.

Zwei Punkte sollen es noch sein. Am liebsten natürlich gleich morgen gegen den Traditionsverein aus Gummersbach, der sich in dieser Saison mit zwei Gesichtern präsentiert und für den es ebenfalls noch um den Verbleib in der Liga geht.

Wandschneider muss für die Mission vorzeitiger Klassenerhalt neben Spielmacher Ivano Balic auch auf Kevin Schmidt verzichten. Der Linksaußen fällt aufgrund eines doppelten Bänderrisses im linken Sprunggelenk vier bis sechs Wochen aus. „Die Verletzung von Kevin ist sehr bitter für uns, aber jetzt muss eben Christian Rompf in die Bresche springen“, sagt Wandschneider, wohl wissend, dass auf den Rechtshänder in der Vergangenheit zumeist Verlass gewesen ist. „Christian hat schon öfter gezeigt, dass er das kann.“ Nur eingeschränkt trainieren konnten unter der Woche aufgrund von leichten Verletzungen Steffen Fäth und Kristian Bliznac. Beide sollen morgen aber einsatzbereit sein.
 
Mit dem VfL Gummersbach kommt eine Mannschaft in die Rittal-Arena, die ebenfalls noch um den Ligaverbleib kämpft. 20 Zähler hat das Team von Trainer Emir Kurtagic auf dem Konto, weitere sollen folgen. „Wir wollen den Sack zumachen, auch wenn Wetzlar Favorit ist“, erklärte VfL-Geschäftsführer Frank Flatten. Wandschneider weiß um die Stärke des VfL in der Fremde. „Gummersbach hat auswärts bereits zweistellig gepunktet“, erklärt der Coach. Vor allem die Rückraumspieler Christopher Schindler und Mark Bult treiben dem Wetzlarer Coach die Sorgenfalten auf die Stirn. „Sie haben große Qualität. Insgesamt ist der VfL besser besetzt als noch im Hinspiel.“ Beim 20:20 in der Schwalbe-Arena fehlte unter anderem Leader Schindler.

Und so hofft der HSG-Trainer, dass sich seine Spieler seine Worte zu Herzen nehmen und nicht überheblich agieren wie einst der schwedische Barca-Profi, denn Wandschneider weiß: „Die letzten Spiele werden alle knapp. Wir werden niemanden weghauen.“

 

Quelle: Gießener Allgemeine