Weltmeister wird Wetzlarer

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Andrej Klimovets unterschreibt bis Sommer und spielt morgen gegen Göppingen

Was diese Zeitung am Sonntag exklusiv gemeldet hat, ist gestern von der HSG Wetzlar bestätigt worden. Andrej Klimovets, 2007 mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister, spielt ab sofort für den Handball-Bundesligisten aus Dutenhofen und Münchholzhausen und feiert morgen Abend (20.15 Uhr) gegen Frisch Auf Göppingen seine Premiere in der Rittal-Arena.

 

"Wir hatten Andrej Klimovets seit einigen Tagen im Probetraining. In dieser Zeit hat er bei uns einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und unter Beweis gestellt, dass er der HSG Wetzlar mit seiner Erfahrung im Kampf um den Klassenerhalt auch kurzfristig weiterhelfen kann - allen voran in der Abwehr", erklärte Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann gestern in der Geschäftsstelle bei der offiziellen Vorstellung des 112-maligen weißrussischen und 71-fachen deutschen Nationalspielers, der an der Lahn einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben hat.

Dem war am Sonntag ein stundenlanger Poker um die Dienste des 1,97 Meter großen und 103 Kilogramm schweren Kreisläufers vorausgegangen. "Wir haben mit seinem Berater von mittags bis spätabends verhandelt", berichtet Thielmann und betont: "Der Transfer läuft zu vernünftigen Bedingungen, die wir uns leisten können."

HSG sucht weiter neuen "Abwehrchef, der auch vorne spielen kann"

Angesichts einiger verletzungs- oder krankheitsbedingter Probleme auch auf der Kreisposition sei Handlungsbedarf entstanden. "Wir haben wichtige Wochen vor uns, in denen es gilt, weitere wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Deshalb konnten wir nicht später reagieren", so Thielmann. Der starke Mann der HSG erhofft sich zudem einen fruchtbaren Konkurrenzkampf mit den Kreisläufern Giorgos Chalkidis und Kari Kristjan Kristjansson, deren Verträge zum Saisonende auslaufen. Während der Kontrakt mit dem Griechen Chalkidis nicht verlängert wird, ist die Zukunft des derzeit an den Folgen einer Mandelentzündung laborierenden Isländers Kristjansson noch offen.

Thielmann, der für die neue Runde bereits Nationalspieler Michael Müller (Rhein-Neckar Löwen/rechter Rückraum) sowie Tobias Reichmann (THW Kiel/Rechtsaußen) und den Ex-Internationalen Jens Tiedtke (TV Großwallstadt) verpflichtet hat, betonte, dass die Grün-Weißen nach wie vor einen neuen "Abwehrchef, der auch vorn spielen kann", suchen. Ob der Andrej Klimovets heißen könnte, ließ der Geschäftsführer des Reisebüros Gimmler gestern offen. Der 37-jährige Kreisläufer, der in der Bundesliga zuvor für die SG Flensburg-Handewitt, die Rhein-Neckar Löwen und die MT Melsungen gespielt hat, könnte sich dies vorstellen, wie er in einem Gespräch mit dieser Zeitung sagte.

Herr Klimovets, ein Spieler wie Sie hatte doch sicherlich noch andere Angebote. Wie kam es zum Wechsel nach Wetzlar?

Andrej Klimovets: Nachdem mein Vertrag bei der MT Melsungen nicht verlängert worden ist, musste ich pausieren. Ich hatte ein paar Angebote. Aber es war nie das darunter, was ich mir vorstellte. Ein interessantes gab es aus Dänemark. Aber das wir mir zu weit weg. Meine Familie - meine Frau, unsere 15-jährige Tochter und der 13 Jahre alte Sohn - leben in Kronau. Und da wollen wir auch bleiben. Ich werde mir in Wetzlar noch ein Zimmer oder eine kleine Wohnung suchen. Dann hat Gennadij angerufen und so kam der Wechsel zur HSG zustande.

Die Tatsache, dass mit Gennadij Chalepo ein ehemaliger weißrussischer und nun deutscher Landsmann in Wetzlar Trainer ist, hat also schon eine Rolle gespielt ...

Klimovets: Wir beide kennen uns schon ewig. Wir haben früher zusammen bei SKA Minsk und in der Nationalmannschaft zusammengespielt. Ich als ganz junger Bursche, er war schon etwas länger dabei. Er war letztlich der entscheidende Punkt, warum ich hier hergekommen bin.

Ihr Vertrag läuft nur bis Saisonende. Die HSG sucht noch einen Abwehrchef für die kommende Runde. Sehen Sie sich nur als Übergangslösung, oder können Sie sich vorstellen, länger in Wetzlar zu bleiben?

Klimovets: Wenn beide Seiten feststellen, dass mein Job hier gut läuft, wieso nicht. Ich könnte es mir jedenfalls vorstellen. Wir werden abwarten. Die Mannschaft hat mich in den fünf Tagen im Trainingslager in Hennef jedenfalls gut aufgenommen und es mir sehr leicht gemacht. Alles war ganz locker und easy. Mit Timo Salzer hatte ich schon einmal in der Nationalmannschaft zusammengespielt und mit ihm damals sogar ein Zimmer geteilt. Aus gemeinsamen Zeiten bei den Rhein-Neckar Löwen kennen ich Philipp Müllers Zwillingsbruder Michael. Die beiden sehen sich nicht nur sehr ähnlich, sie sind sich auch sehr ähnlich, wie ich in den letzten Tagen schon gemerkt habe. Ich freue mich auf unsere Partie gegen Göppingen. Das wird schon klappen. Schließlich kenne ich die Bundesliga. Und wir spielen zu Hause.

Thomas Hain