Wetzlar belohnt sich nach spektakulärer Aufholjagd!

DKB Handball-Bundesliga

Nach einer schwachen Anfangsphase und einem deutlichen Halbzeitrückstand erkämpft sich die HSG Wetzlar einen verdienten Punkt gegen die Füchse Berlin.

Gefühlt waren es zwei Spiele, die die rund 4.206 Zuschauer am Freitagabend in der Rittal-Arena in Wetzlar zu sehen bekamen. Nach einem sieben Tore Rückstand zur Halbzeit drehte die HSG Wetzlar das Spiel gegen die Füchse Berlin in der zweiten Hälfte und erreichte am Ende ein verdientes 24:24.

Die erste Hälfte gehörte allerdings alleine den Füchsen Berlin. Vor allem Konstantin Igropulo konnte immer wieder Akzente setzen und machte der Wetzlarer Abwehr das Leben schwer. Gleichzeitig hatte Füchse-Schlussmann Silvio Heinvetter einen Glanztag erwischt und parierte mehrere Chancen des Wetzlarer Angriffs. So fand auch Kent Robin Tönnesen, der sich zuletzt mehrfach als sicherer Siebenmeter-Schütze präsentiert hatte, in Heinvetter seinen Meister. Berlin zog in der Folge auf 1:6 davon und HSG-Trainer Kai Wandschneider sah sich bereits in der achten Minuten gezwungen, eine Auszeit zu nehmen.

Doch auch die Neuordnung seiner Mannschaft brachte keine Besserung. Nachdem der Wetzlarerer Angriff wiederholt knapp am Torpfosten scheiterte, schien der Abend aus Wetzlarer Sicht endgültig gelaufen zu sein. Zu allem Überfluss wurde Rechtsaußen Guillaume Joli in der 25. Minute disqualifiziert, weil er bei seinem Siebenmeter-Wurf Silvio Heinevetter ins Gesicht traf und ihm Absicht unterstellt wurde.

In der Pause fand Kai Wandschneider anscheinend die richtigen Worte für seine Schützlinge. Denn in der zweiten Halbzeit kämpfte sich Wetzlar nach und nach an Berlin ran. Ein mit Wucht verwandelter Siebenmeter von Christian Rompf brachte endgültig die Wende. Wetzlar präsentierte sich nun in bester Form. Die offensive Deckung der HSG bereitete Berlin große Schwierigkeiten. Auch eine Auszeit von Füchse-Coach Dagur Sigurdsson konnte den Wetzlarer Lauf nicht mehr stoppen. Immer wieder war es Kent Robin Tönnesen, der Lücken in der Berliner Deckung fand und diese eiskalt nutzte. Mit sieben Treffern war der Rückraumspieler der HSG erneut bester Torschütze des Spiels.

Knapp zehn Minuten vor Spielende war der ersehnte Ausgleich erreicht. Steffen Fäth netzte unter dem frenetischen Jubel der Fans zum 20:20 ein. Nachdem Christian Rompf auch seinen zweiten Siebenmeter locker verwandelte und Andreas Wolff eine starke Parade zeigte, lag die Sensation in der Luft. Wetzlar führte vier Minuten vor Schluss mit 22:21. Doch Berlin kämpfte sich zurück und ging mit einer 23:24 Führung in die letzte Schlussminute. Wandschneider schickte mit Adnan Harmandic einen siebten Feldspieler auf die Platte. Kapitän Jens Tiedtke übernahm die Federführung und erlöste Fans und Mannschaft wenige Sekunden vor dem Spielende mit dem wichtigen Treffer zum 24:24.

HSG Wetzlar: Wolff, Hombrados, Prieto, Tiedtke (2), Rompf (4), Weber, Tönnesen (7), Laudt, Fäth (6), Hahn, Bliznac (3), Harmandic (2), Joli, Balic.

Füchse Berlin: Heinevetter, Wiede (2), Thümmler (1), Nenadic (3), Romero (2), Zachrisson (2), Kasper Nielsen, Igropulo (5), Jesper Nielsen (1), Petersen (6), Drux (2).

Schiedsrichter: Geipel, Helbig
Zuschauer: 4.206 

Stimmen nach dem Spiel:

Steffen Fäth (HSG Wetzlar): „Alles was wir in der ersten Halbzeit richtig schlecht gemacht haben, haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Wir haben ein besseres Tempo gehabt, besser geworfen und die Abwehr hat gekämpft.“

Adnan Harmandic (HSG Wetzlar): „Wir haben die erste Halbzeit einfach verschlafen. Wir brauchten gute 25 Minuten, bis wir überhaupt festgestellt haben, dass wir auf dem Spielfeld waren. Am Anfang stand die Abwehr schlecht und vorne haben wir fast alles verworfen. Da lagen die wesentlichen Probleme. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Punkt.“

Konstantin Igropulo (Füchse Berlin): „Unsere zweite Halbzeit war nicht gut. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut im Angriff gearbeitet, es allerdings nicht geschafft, in der zweiten Halbzeit genauso weiterzumachen.“

Dagur Sigurdsson (Füchse Berlin): „Unsere erste Halbzeit war sehr gut. Dann sind wir etwas nervös geworden. Man kann sich natürlich fragen warum, ich habe meine Theorien, aber die passen heute nicht in diese Pressekonferenz. Insgesamt war es ein super Kampf von meinen Leuten.“

Kai Wandschneider (HSG Wetzlar): „Wir haben uns aufgebäumt und haben jetzt nach zweieinhalb Wochen Pause hoffentlich wieder in die Spur zurück gefunden und werden dann da weitermachen, am Mittwoch im Pokal gegen Erlangen, wo wir heute aufgehört haben.“