Wetzlar freut sich auf stimmungsgewaltiges Hessenderby!

DKB Handball-Bundesliga

MT Melsungen reist als Favorit nach Mittelhessen – Nationalspieler Kevin Schmidt wieder im HSG-Kader

Wenn die Erstliga-Handballer der HSG Wetzlar am Sonntag um 17.15 Uhr Gastgeber des stimmungsgewaltigen Hessenderbys gegen die MT Melsungen in der Rittal Arena sind, dann könnten die Voraussetzungen beider Teams unterschiedlicher nicht sein. Während die Gäste aus Nordhessen mit erneut qualitativ verbessertem Kader den Blick in Richtung Europapokalplätze richten und dies auch mit dem Sieg zum Saisonauftakt gegen die Füchse untermauerten, so geht es für die HSG Wetzlar „in diesem Jahr einzig um den Klassenerhalt“, so Trainer Kai Wandschneider.

Erst 3:11 Zähler weist das Punktekonto der Grün-Weißen auf. Nach dem 20:20-Unentschieden zuletzt in Gummersbach sprach Wandschneider aufgrund des Spielverlaufs gar von einem Punktgewinn. Für die HSG Wetzlar geht es zu einem frühen Zeitpunkt in der Saison um sehr viel. „Umso schlimmer wiegt der Ausfall von Dennis Krause“, verrät Wandschneider, der auf unbestimmte Zeit auf seinen Abwehrchef verzichten muss. Krause bestreitet aufgrund einer Altverletzung am Oberschenkel auf eigenen Wunsch eine Reha-Maßnahme.

Zum Team dazu stoßen soll am Sonntag wieder Nationalspieler Kevin Schmidt. Dessen mögliche Rückkehr will Wandschneider aber ebenso wenig überbewerten, wie das Mitwirken von Spielmacher Adnan Harmandic. „Beide brauchen nach ihrer langen Verletzungspause Zeit, wir müssen Ado und Kevin zum einen wieder einspielen und dazu noch einen anderen Spieler finden, der den Part von Dennis übernehmen kann“, wird der gebürtige Hamburger daher auch in den kommenden Wochen nicht umhin kommen, neue Abwehr-Kombinationen auszuprobieren.  Doch wie gewohnt blickt er dabei zuversichtlich in die Zukunft: „Wir müssen einfach nach vorne blicken und haben gegen den haushohen Favoriten aus Melsungen nichts zu verlieren. Und so werden wir auch am Sonntag in das Derby gehen“, hat der Trainer durchaus viele positive Aspekte, die diese Zuversicht stützen.

So habe die Mannschaft seit Saisonbeginn eine durchaus erkennbare Entwicklung durchlaufen, was besonders in den Spielen gegen den Bergischen HC, den TuS N-Lübbecke aber ganz besonders beim THW Kiel zu sehen gewesen sei. Weiter seien dies, neben der guten Tordifferenz, eindeutige Indizien dafür, dass „die Mannschaft will und kämpft. Da wird auch am Sonntag jeder alles geben - dafür lege ich meine Hand ins Feuer“, so der HSG-Coach. Und sein Rechtsaußen Tobias Reichmann bläst ins gleiche Horn. „Wir wissen um unsere Situation und sind noch einmal enger zusammengerückt. Wenn wir einen guten Tag erwischen und besonders unser Tempospiel wieder besser läuft als in Gummersbach, dann haben wir, gemeinsam mit unseren tollen Fans eine Chance“.

Aber nicht nur das Tempospiel ist es, auf das auch Reichmanns Trainer setzt. „Wenn wir Konter laufen können und das Umschalten klappt, dann kann was gehen“, so Wandschneider. Doch wird dies wohl nicht alleine der Schlüssel zu einem möglichen, sehr wichtigen Derbyerfolg sein. Bereits beim Aufeinandertreffen im Rahmen der Vorbereitung nämlich lieferten sich beide Teams ein sehr hartes und intensives Match. Ein eben solches erwartet Wandschneider auch am Sonntag. „Natürlich haben die Melsunger eine physisch sehr starke und robuste Mannschaft. Aber, zum einen zählen die ganzen Vorbereitungsgeschichten allesamt nicht mehr und  zum anderen wissen wir heute, dass wir gegenhalten können. Wir müssen einfach schnell auf den Beinen und schnell im Kopf sein“.

Geleitet wird das Hessenderby vom DHB-Schiedsrichtergespann Hanspeter Brodbeck und Simon Reich, unter der Aufsicht von Schiedsrichter-Chef Peter Rauchfuß. Für die Partie sind ab 15.45 Uhr noch Stehplatzkarten an der Tageskasse erhältlich. Sitzplätze sind komplett ausverkauft.