Wetzlar hat es auf weiteren Nationalspieler abgesehen

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Handball-Bundesligist HSG Wetzlar hat es auf den nächsten Nationalspieler abgesehen. Auf der Suche nach einem Abwehrchef für die neue Saison hat Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann ein Auge auf den schwedischen Auswahlspieler Niclas Barud geworfen. Der 23-jährige Kreisläufer des schwedischen Topklubs IK Sävehof, der bei der EM in Serbien sein erstes großes Turnier für die Tre Kronor gespielt hat, soll der Wunschkandidat des Verantwortlichen des Tabellenzwölften sein.

 

Barud gilt als Abwehrspezialist. »Ich kenne ihn. Er spielt eisenhart«, sagt Thielmann, der den 1,96 m großen und 108 kg schweren Athleten schon live in Augenschein genommen hat und von ihm begeistert war. Der Mann mit dem Spitznamen Barran, der in Partille, einem Stadtteil von Göteborg, geboren wurde, soll bei der HSG die Rolle übernehmen, die bisher Georgios Chalkidis ausgefüllt hat, dessen Vertrag bekanntlich nicht verlängert wird, und ab der kommenden Saison ein Duo mit Jens Tiedtke (TV Großwallstadt) bilden. Sollte die HSG den Schweden von einem Engagement in Wetzlar überzeugen können, wäre das ebenso gleichbedeutend mit dem Aus von Kari K. Kristjansson, dessen Kontrakt nach der Saison ausläuft und der bisher noch keinerlei Anzeichen von der Geschäftsführung der HSG hinsichtlich einer Vertragsverlängerung erhalten hat. Dem Vernehmen nach sollen in Thielmanns Notizbuch nach Barud aber noch weitere Namen stehen, die der Aufsichtsratssprecher dem Isländer vorziehen würde.

Einer davon ist der Hüttenberger Sebastian Weber. Gestern soll Thielmann den TVH darüber informiert haben, nach dem Derby am 17. Februar Gespräche mit dem Kreisläufer aus Dutenhofen über einen Wechsel führen zu wollen. Weber wäre allerdings nicht der Abwehrchef, den die HSG sucht, um – laut Thielmann – ein neues Niveau zu erreichen. Dafür ist Barud Thielmanns erste Wahl. Der Schwede wechselte 2004 von seinem Heimatverein AK Haranäs nach Sävehof, wo er noch bis zum Rundenende unter Vertrag steht. In den vergangenen beiden Spielzeiten wurde er mit IK schwedischer Meister und spielte in der Champions League.

Der Wechsel von Barud und der Abschied von Kristjansson zeichnen sich also ab. Dies gilt auch für die Zukunft von Daniel Valo. Dem Linkshänder wurde von Thielmann zunächst mitgeteilt, dass er die HSG verlassen muss, wenig später machte der Aufsichtsratssprecher ihm das Angebot, bleiben zu können, falls man für Lars Friedrich, dessen Vertrag man unlängst verlängert hatte, einen neuen Arbeitgeber finde. Eine Entscheidung ist in beiden Fällen zwar noch nicht gefallen, Valo liegen seit der Europameisterschaft aber mehrere Angebote anderer Bundesligisten vor. Gespräche mit dem Slowaken und Thielmann soll es seit der EM nicht gegeben haben. Die Zeichen stehen also auf Abschied und darauf, dass die HSG den Vertrag mit Friedrich erfüllen muss, obwohl man zwischenzeitlich lieber ohne ihn geplant hatte. »Wir machen Verträge, um sie zu erfüllen«, lässt Thielmann keinen Zweifel daran, dass Friedrich den Job bei der HSG sicher hat.

Weiter ungeklärt ist dagegen die Personalie Timo Salzer. Ein Verbleib des langjährigen Spielmachers ist allerdings eher unwahrscheinlich. Der Schwabe soll von zwei anderen Erstligisten umworben werden. Von der HSG liegt ihm kein konkretes Angebot vor, denn die hat es zunächst auf einen weiteren Nationalspieler abgesehen.

(mac)