Wetzlar siegt gegen Lemgo

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HSG Wetzlar mit deutlicher Leistungssteigerung im zweiten Durchgang

Es schien wie ein Luxusproblem, war aber ein letzter Versuch. Nach einer Auszeit eine Viertelstunde vor Schluss schickte Dirk Beuchler eine gegenüber der Anfangsformation völlig veränderte Sieben auf das Parkett. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Schützlinge des Trainers des TBV Lemgo mit 20:25 zurück. Die Maßnahme Beuchlers half nichts. Gastgeber HSG Wetzlar verteidigte seinen Vorsprung souverän und fuhr mit einem 32:29 (15:16)-Erfolg endlich wieder zwei Punkte auf der Habenseite ein.

 

Was Beuchler fair anerkannte: „Wenn man die zweite Halbzeit sieht, dann ist das verdient so.“ Und wies nachfolgend auf einen wichtigen Unterschied zwischen dem bis dahin Rangsechsten und den immer noch abstiegsgefährdeten Gastgebern hin: „Wetzlar hat 60 Minuten konsequent gespielt. Bei uns gab es einige schwächere Phasen.“

Bei den Gastgebern paarte sich Erleichterung mit Zufriedenheit. „Wir haben heute einen sehr starken Gegner niedergerungen“, freute sich Manfred Thielmann, der Sprecher des HSG-Aufsichtsrates. Wetzlars Trainer Gennadij Chalepo stimmte zum einen seinem Gegenüber Beuchler zu („Wir haben 60 Minuten nicht nachgelassen.“), ordnete den vor fast 4000 Zuschauern euphorisch gefeierten Sieg aber auch gleich ein in die Reihenfolge nach dem guten Heimspiel gegen Kiel (24:28) und dem Punkterfolg bei MT Melsungen (30:30): „Das war ein ganz wichtiges Spiel für Konto und Kopf.“

Und es war ein packendes Spiel. Jedenfalls im zweiten Durchgang. In der ersten Hälfte setzte sich keine Mannschaft nennenswert ab, spielerische Höhepunkte waren ebenfalls selten. Bei einem 15:16-Pausenstand schien sich eine Punkteteilung anzudeuten. Diese stand aber bald nicht mehr zur Debatte. Denn die Gastgeber legten einen Gang zu. Trainer Chalepo sah „in der zweiten Hälfte eine ganz andere Einstellung und Körpersprache“ bei seinen Akteuren auf dem Parkett. Und die Zuschauer sahen drei Akteure, die sich mehr und mehr in den Vordergrund spielten.

Zum einen Torhüter Nikola Marinovic, der in der 22. Minute den glücklosen Niko Weber abgelöst hatte, und ohne große spektakuläre Paraden zum deutlich besten aller vier Keeper der Partie avancierte. Und dadurch die eigene Defensive stabilisierte. Daneben Timo Salzer, der nach seinem zwischenzeitlichen Tief mit der Rolle des von der Bank kommenden Spielmachers immer besser zurechtzukommen scheint. Er war die treibende Kraft im Angriffsspiel und mit sechs Toren bester Feldtorschütze der Partie. Ob die Begegnung auch eine kleine Befriedigung für ihn persönlich dargestellt habe? „Wir haben richtig gut gespielt, alles andere ist egal“, meinte er - nicht ohne ein Augenzwinkern.

Und da präsentierte sich schließlich Alois Mraz einmal mehr in der Rolle des Jokers. „Wenn es jedes Mal so klappt, bin ich froh“, war es auch kein Hinderungsgrund, dass der routinierte Tscheche diesmal von seiner angestammten halblinken Rückraumposition die Akzente setzte und drei wichtige Tore markierte.

Denn kampflos gaben sich die Ostwestfalen nicht geschlagen. Nachdem die HSG aus dem Halbzeit-Rückstand eine 19:17-Führung in der 36. Minute gemacht hatte, blieb der TBV bis zum 22:20 (43.) in der Nahdistanz. Und reagierte auf das 25:20 zwei Minuten später wie eingangs beschrieben. Aber so richtig eng wurde es nicht mehr für die Grün-Weißen. Auch das 28:26 durch Gunnar Dietrich fünf Minuten vor Schluss stellte keine ernsthafte Bedrohung mehr für den HSG-Vorsprung dar. Spätestens als Daniel Valo in der 58. Minute zum 31:27 traf, machte sich Jubelstimmung breit.

Albert Mehl