Wetzlar verliert Spiel und Tönnesen

Verletzung von Tönnesen noch unklar

DKB Handball-Bundesliga

Vize-Kapitän Steffen Fäth bester Torschütze mit 9 Treffern - Verletzung von Tönnesen noch unklar

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben sich mit einer Auswärtsniederlage in die zehntägige Länderspielpause verabschiedet. Am Sonntagabend verloren die Schützlinge von Kai Wandschneider vor 6192 Zuschauern in der Getec-Arena gegen Gastgeber SC Magdeburg nicht nur mit 30:33 (11:16), sondern büßten mit Kent Robin Tönnesen den nächsten Spieler mit einer möglicherweise schwereren Verletzung ein.

Am Vortag hatten sich die Magdeburger bei einem Schlachtefest eines Sponsors auf das Spiel gegen die HSG eingeschworen. Gut 24 Stunden nach dem deftigen Schmaus wurde auch die HSG Wetzlar vom SCM »vernascht«. Den ersten Gang legten die Magdeburger bereits nach dem 5:5 ein (11. Minute). Konsequent sowohl in der hervorragend stehenden 6:0-Deckung, die in ihrer Beweglichkeit und Kompaktheit die Gäste immer wieder zu Fehlern provozierte, als auch im Angriff drückten die Hausherren dem Spiel ihren Stempel auf. Matthias Musche vollendet einen 5:0-Lauf zur 10:5-Führung (15.). »Da haben wir keine gute Deckung gespielt«, tadelte HSG-Coach Kai Wandschneider seine 6:0-Formation.

Leichte Tore

Die Wetzlarer agierten im Angriff zu statisch und taten sich schwer Lücken zu finden. »Wir hatten ja auch kaum Wechselmöglichkeiten, um da mal Akzente setzen zu können«, berichtete Wandschneider hinterher. So lud man die Magdeburger immer wieder zu leichten Toren per Gegenstoß ein, Chancen, die sich vor allem ein Robert Weber kaum entgehenließ und einen der zahlreichen Schnellangriffe 13:7 verwandelte (21.). Szenenapplaus und lautstarke Anfeuerungsrufe gab es zudem mehrfach für den zum Saisonende scheidenden Publikumsliebling Bartosz Jurecki, der am Kreis gekonnt Siebenmeter herausholte oder sicher einnetzte (14:9, 25.). Sein Magdeburger Teamkollege Li Hansen sorgte wenig später beim 16:9 für die erste Sieben-Tore-Führung des SCM (28.). Wandschneider reagierte und ließ mit einer versetzten 5:1-Abwehr agieren, wodurch es Wetzlar in Person von Steffen Fäth, der an diesem Abend kaum zu stoppen war, gelang, zur Pause auf 11:16 zu verkürzen. Dennoch war der Rückstand noch immer recht deutlich

Auch in der zweiten Halbzeit gelang es Magdeburg immer wieder, den Vorsprung zu erhöhen, erzielte dabei durch Kapitän Fabian van Olphen auch zwei wichtige Tore in Unterzahl. Die HSG versuchte mit einer 4:2-Abwehr, zusätzlich Unruhe im Magdeburger Spiel zu verbreiten, was auch punktuell gelang. Mit zunehmender Spielzeit schlichen sich beim SCM Schwächen im Abschluss ein, sodass Nationalspieler Fäth mit seinem vierten Treffer auf 17:21 für die HSG verkürzen konnte (40.).
Dennoch gelang es dem SCM schnell, den Spielfaden wieder aufzunehmen. Bereits beim 25:18 durch Michael Haaß (45.) schien klar, dass die Hausherren an diesem Abend nichts mehr anbrennen lassen. Dazu kam die Verletzung von Kent Robin Tönnesen, der sich bei einem Wurfversuch vermutlich recht schwer verletzt hat. »Das wird morgen die MRT-Untersuchung ergeben. Es könnte eine Adduktorenverletzung im Oberschenkel sein, ein Muskelfaserriss oder was auch immer«, schwante Wandschneider Böses. Auf jeden Fall ist die Ausfallliste bei der HSG wieder etwas länger geworden.

Zehn Minuten vor Schluss sah die Lage für die Grün-Weißen nach dem Siebenmetertreffer von Weber zum 28:21 für den SCM noch hoffnungslos aus. Hinten heraus ließ der Club nun jedoch nach, beschränkte sich darauf, das Ergebnis zu verwalten. So kassierte Magdeburg in der Schlussphase gegen die bis zum bitteren Ende kämpfenden Gäste noch ein paar Tore, was SCM-Trainer Geir Sveinsson überhaupt nicht gefiel. »Bis zum 28:21 haben wir das alles gut gemacht, doch was in den letzten zehn Minuten passierte, damit bin ich gar nicht zufrieden. Aber wichtig sind am Ende die zwei Punkte«, stellte der Coach der Elbestädter fest.

»Da besteht Handlungsbedarf«

»Uns sind zum Schluss die Spieler ausgegangen. Letzten Endes ist 30:33 ein sehr gutes Resultat, weil jeder bis zur letzten Sekunde für ein gutes Ergebnis gekämpft hat«, lobte Wandschneider seine Schützlinge. Die Personalsituation wird hingegen immer schlechter in Wetzlar. »Da besteht Handlungsbedarf«, weiß auch Wandschneider. Fraglich nur, welche Möglichkeiten man in Wetzlar hat und vor allem, was der Markt zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch hergibt.
In der Tabelle bekleiden die Wetzlarer derzeit den 14. Platz, stehen aber gegenüber einigen Konkurrenten mit zwei Spielen im Rückstand.


SC Magdeburg: Green, Quenstedt; Weber (8/3), Bezjak (3), Haaß (1), Lie Hansen (2), Jurecki (4), Bagerstedt, van Olphen (5), Rojewski (5/1), Natek (4), Grafenhorst, Musche (1).

HSG Wetzlar: Hombrados, Wolff; Prieto, Tiedtke (3), Rompf (1), Weber (2), Müller, Tönnesen (2), Fäth (9), Kraft, Hahn, Harmandic (6), Joli (6/2), Balic (3).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Düsseldorf). – Zuschauert 6192. – Zeitstrafen: 2:6 Minuten – Siebenmeter: 
6/4: 2/2.

Quelle: Gießener Allgemeine Zeitung