Wetzlar verpasst Revanche gegen Gummersbach

Bildquelle: Florian Gümbel

DKB Handball-Bundesliga

Eine Schwächephase in der zweiten Halbzeit kostet der HSG Wetzlar den Sieg. Lichtblick: Maximilian Holst, mit seinem ersten Einsatz, seit seiner langen Verletzungspause.

Sowohl Mannschaft, als auch Fans hatten sich nach der bitteren Niederlage im Hinspiel (23:21) in Gummersbach Wiedergutmachung geschworen. Doch daraus wurde bei der 29:30-Heimniederlage am Freitagabend nichts.

Dabei war die HSG vor knapp 4000 Zuschauern in der Wertzlarer Rittal-Arena gut in das Spiel gestartet. Nach einer blitzschnellen Reaktion von Florian Laudt, der beim ersten Gummerbacher Angriff den Ball abfangen konnte, ging die HSG in den Angriff über und hielt das Tempo direkt von Anfang an hoch. Allerdings konnten sich die Hausherren nicht deutlich genug absetzen. Insbesondere gegen den Gummersbacher Andreas Schröder fand man kein Lösung. Immer wieder kam der Rückraumspieler des VfL frei vors Tor.

Nach einer Viertelstunde hatte sich die HSG dann langsam auf das Spiel der Gäste eingestellt. Kent Robin Tönnesen, der mit acht Treffern der beste Torschütze auf Seiten der Gastgeber war, überraschte Vfl_Schlussmann Carsten Lichtlein wiederholt mit Würfen aus der zweiten Reihe. Als dann auch noch fünf Minuten vor der Pause Andreas Wolff, beim Stand von 13:11, einen Siebenmeter von Raul Santos parierte, schien Wetzlar endgültig das Spiel in die Hand genommen zu haben. Allerdings brachten gleich mehrere Unkonzentriertheiten auf Seiten der Hausherren, die Gummersbacher wieder zurück in Spiel. Deshalb trennte beide Mannschaften zur Pause beim Stand von 14:13 nur ein einziges Tor.

Nach der Halbzeitpause erwischte die HSG Wetzlar den besseren Start. HSG-Schlussmann Andreas Wolff, präsentiere sich einmal mehr als Rückhalt der Mannschaft und zeigte innerhalb von nicht einmal drei Minuten gleich drei gute Paraden. Im schnellen Angriff nutzten Denjan Manaskov und Kent Robin Tönnesen, die Lücken, die sich in der Gummersbach Abwehr boten. Allerdings schaffte es Wetzlar trotzdem nicht, sich deutlicher abzusetzen. Nach 40 Minuten lag man mit 21:18 in Führung, bestimmte aber das Spiel.

Danach folgten aus Sicht der Wetzlarer 20 schwarze Minuten. Plötzlich war die Luft raus und Gummersbach nutzte diese Schwächephase eiskalt. Auch die Auszeit von HSG-Coach Kai Wandschneider brachte keine Besserung. Der VfL legte einen 6:0 Lauf hin und aus einer 22:20-Führung wurde innerhalb weniger Minuten ein 22:26-Rückstand. Insbesondere Carsten Lichtlein war jetzt auf Betriebstemperatur und parierte ein ums andere Mal die Würfe des Wetzlarer Angriffs. Wetzlar kämpfte sich in den letzten Minuten des Spiels zwar noch einmal zurück, kam aber nur noch auf einen Zähler an die Gummersbacher ran und musste sich am Ende mit 29:30 geschlagen geben. 

Stimmen zum Spiel: 

Florian Laudt (HSG Wetzlar): „Ich denke, dass wir in der zweiten Halbzeit über zwanzig Minuten in der Abwehr keinen Zugriff bekommen haben. Das war die entscheidende Phase, in der wir unseren Vorsprung, den wir uns hart erkämpf hatten, mehr oder weniger leichtfertig verspielt haben. Es gibt immer so Phasen, wo es im Angriff für ein paar Minuten nicht so gut läuft, da muss man dann aber schauen, dass die Abwehr dicht hält. Das ist uns heute zum zweiten Mal in Folge nicht gelungen und darüber sind wir natürlich enttäuscht.“

Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach): „Wir haben in der zweiten Halbzeit im Angriff sicherlich konzentrierter gespielt. Die Abwehr von Wetzlar hat nachgelassen und so sind wir rangekommen. Wir haben immer an uns geglaubt, das muss man wirklich sagen. Auch als wir hinten gelegen haben, haben wir nicht aufgegeben. Wir haben immer weiter gemacht. Und der kämpferische Geist wurde zum Schluss belohnt.“ 

Zuschauer:
4203

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff, Hombrados, Lipovina, Manaskov (5), Weber (4), Tönnesen (8), Laudt (1), Fäth (4), Holst, Hahn (2), Bliznac, Harmandic (1), Joli (4/2), Klesniks.

VfL Gummersbach: Lichtlein, Puhle, Schroeter, Ernst (3), Kühn (2), Persson, Jäger, Larsson (1), Jonsson (1), Heyme , Bult (8), Becker (1), Schröder (7), Santos (7/2).