Wetzlar verzweifelt an Galia

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HSG verliert beim TV Großwallstadt klar mit 23:28

Die HSG Wetzlar bleibt in der Saison 2011/2012 weiter auswärts ein braver Punktelieferant. Am Sonntagabend kassierten die Grün-Weißen mit dem 23:28 (11:14) beim TV Großwallstadt ihre vierte Pleite im vierten Duell in der Fremde in der Handball-Bundesliga der Männer. Und zwar völlig unnötig. "In den ersten 20 Minuten waren wir die bessere Mannschaft", stellte Trainer Gennadij Chalepo ein wenig trotzig, aber absolut zu Recht fest, "dann machen meine Jungs jedoch die Bälle nicht mehr rein."

 

Gemäß dem Spruch: "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" scheiterten die HSG-Angreifer gleich serienweise an TVG-Torhüter Martin Galia, der mit 19 Paraden zum Matchwinner der Mainfranken avancierte. "Natürlich hat er ein super Spiel gemacht, aber es kann doch nicht sein, dass wir regelmäßig die gegnerischen Keeper zur Hochform schießen", schüttelte Wetzlars Linksaußen Kevin Schmidt fassungslos den Kopf.

Dabei hatten die Gäste einen glänzenden Start erwischt. Nach sechs Minuten führte der Tabellenneunte durch einen Treffer von Giorgos Chalkidis mit 4:1. Und auch beim 6:3 (11.) und 8:5 (14.) lagen die Domstädter mit drei Toren vorne. Doch nach Kari Kristjan Kristjanssons 10:8 (19.) riss der Faden. Nun stand die Großwallstädter 6:0-Abwehr besser - und gestützt auf seine aggressiven Vorderleute brach nun die große Zeit von Martin Galia an.

Hinzu kam, dass das Schiedsrichtergespann Damian/Wenz (Bingen/Mainz) manch rüde Attacke der Hausherren nicht mit einem Freiwurf ahndeten, sondern das Match mit Ballbesitz für den TVG weiterlaufen ließen.

Elf Minuten Torflaute - und Kristjansson scheitert am TVG-Keeper

Die Folge war eine elfminütige Wetzlarer Torflaute, in der die Gastgeber den Rückstand auch ohne Nationalspieler Steffen Weinhold (Mittelfußbruch) und Junioren-Weltmeister Cornelius Maas (im Aufbautraining nach einer Schultereckgelenkssprengung) in einen 13:11-Vorsprung umwandelten. Eine Sekunde vor der Pause gelang Kreisläufer Sverre Jakobsson sogar per Kempa-Trick nach Anspiel von Moritz Schäpsmeier das 14:11 für den TVG.

Nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Grün-Weißen in der mit 2421 Zuschauern gut besetzten Frankenstolz-Arena in Aschaffenburg nochmal heran. Philipp Müller hämmerte das Leder zum 18:19-Anschluss (44.) ins Netz und Wetzlar witterte Morgenluft. Kristjansson hätte den Ausgleich machen können, ja müssen, als er sich frei am Kreis die Ecke aussuchen konnte. Seinen Lupfer fischte Teufelskerl Galia allerdings mit einem Klassereflex aus der Luft.

"Das war ein Knackpunkt", befand HSG-Assistenzcoach Jochen Beppler hinterher und fügte an: "Aber wir haben insgesamt drei Big Points liegen lassen. In Halbzeit eins haben wir beim Spielstand von 5:3 und 7:4 jeweils klare Möglichkeiten ausgelassen. Und wenn du die nicht nutzt, wirst du bestraft."

So kam es, dass Großwallstadts Jens Tiedtke nach einem Wurf von Adnan Harmandic weit übers Gehäuse zum 21:18 einnetzte und der wieselflinke Michael Spatz in der 51. Minute auf 23:18 erhöhte. Der Rest zum dritten Saisonerfolg des TVG war nur noch Formsache. Gegen die nun resignierenden Domstädter schraubten der bestens aufgelegte TVG-Rückraumschütze Stefan Kneer (sechs Tore) und der pfeilschnelle Maximilan Holst (7) das Ergebnis auf 27:20 (57.) in die Höhe. Da blieb Wetzlar nur noch Ergebniskosmetik.

Großwallstadts Coach Peter David wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: "Martin Galia hat mit 72 Prozent gehaltenen Bällen eine unglaubliche Quote geschafft. Und er hat uns mit dem von Kristjansson parierten Heber in der kritischen Phase wieder auf die Siegerstraße geführt", atmete der 45 Jahre alte Slowake erleichtert auf.

Für die Wetzlarer hingegen blieb erneut nichts Zählbares übrig. Seit dem 14. Dezember 2002 (27:25) warten sie nun schon auf einen Sieg bei den Mainfranken.

Großwallstadt: Galia, Wolff (bei einem Siebenmeter) - Spatz (5/3), Kneer (6), Tiedtke (4), Holst (7), Larsson (2), Jakobsson, Schäpsmeier (3), Kaufmann, Köhrmann (1/1), Liebald, Eisenträger (n.e.)

Wetzlar: Weber, Marinovic (31. bis 57.) - Schmidt (5/4), Salzer (5), Rompf (n.e.), Valo (2), Jungwirth (1), Mraz, Müller (5), Chalkidis (1), Fäth, Hahn (n.e.), Harmandic, Friedrich (1), Kristjansson (3)

Schiedsrichter: Damian/ Wenz (Bingen/Mainz)
Zuschauer: 2421
Zeitstrafen: Großwallstadt zwei (Tiedtke, Kneer), Wetzlar zwei (Friedrich, Chalkidis)
verworfene Siebenmeter: Friedrich (Wetzlar) scheitert an Galia (10.), Spatz (Großwallstadt) scheitert an Marinovic (43.)

Gerhard Collinet