Wetzlarer Dusel-Sieg mit viel Verbesserungspotenzial

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HSG entscheidet schwache Partie gegen Frisch Auf Göppingen erst in der Schlussphase

Die ersten beiden Punkte nach der Europameisterschaftspause sind für Handball-Bundesligist HSG Wetzlar unter Dach und Fach. In einer niveauarmen Begegnung gelang den Lahnstädtern gegen das ebenfalls enttäuschende Team von Frisch Auf Göppingen ein glücklicher 26:25 (13:14)-Erfolg, der erst in einer spannenden Schlussphase sichergestellt wurde.

 

Völlig misslungen der Start der Gastgeber, die weder im Angriff noch in der Abwehr an die tolle Leistung des letzten Heimspiels gegen den VfL Gummersbach anknüpfen konnten. Wetzlars Neuzugang Andrej Klimovets wurde von Coach Gennadij Chalepo nur in der Defensive eingesetzt und ließ genauso wie seine Nebenleute jegliche Aggressivität und Schnelligkeit auf den Beinen vermissen. Nutznießer dieser indisponierten HSG-Deckung waren die Göppinger Rückraumschützen Pavel Horak und Michael Thiede, die ungestört und unbedrängt ihre Mannschaft mit 7:3 in Front brachten, sodass Chalepo schon nach 13 Minuten seine Auszeit nehmen musste.

Fortan nahm HSG-Rechtsaußen Tobias Hahn den Frisch Auf-Schützen Horak in Manndeckung und Alois Mraz sorgte im HSG-Angriff für Bewegung, doch überzeugender wurde das Wetzlarer Spiel immer noch nicht. Die Schwaben kamen immer noch zu „einfachen Toren“, sodass Nikola Marinovic nach 20 Minuten Nikolai Weber im HSG-Kasten ablöste. Die Spielanlage der Hausherren wurde erst besser, als Adnan Harmandic (22.) das Feld betrat. Als dann noch Marinovic einen Siebenmeter von Markez parierte, bedeutete auf der Gegenseite ein Strafwurf von Kevin Schmidt den 10:11-Anschluss (26.). Doch die ersatzgeschwächte Petkovic-Truppe, ohne die verletzten Michael Haaß und Tim Kneule, gab sich keine Blöße und ging beim 12:14 wieder in Front, ehe Mraz drei Sekunden vor der Pause den 13:14-Halbzeitstand markierte.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs setzen auf beiden Seiten die Linkshänder die Akzente. Bei Wetzlar traf Daniel Valo dreimal in Folge, Göppingens Thiede hielt jedoch immer dagegen, sodass die Schwaben ihre Führung auf 20:17 (42.) ausbauten. Immer wieder ließen technische Fehler und Missverständnisse die Qualität des Spiels unter Bundesliganiveau sinken. Wetzlar versuchte nun öfters sein Glück über den Kreis, wo Kari Kristjansson auch von den geschickten Anspielen Harmandics profitierte. Die Achse Harmandic-Kristjansson war von den Gästen nicht zu stoppen. Als dann noch Harmandic bei Wetzlarer Unterzahl zum 22:22-Ausgleich (51.) einwarf, wachte die schwach besetzte Rittal-Arena auf. Göppingen ging zwar noch einmal beim 22:23 in Führung (Rnic), doch mit der lautstarken Unterstützung von den Rängen bekamen die Mittelhessen ihre zweite Luft.

Niko Weber im HSG-Gehäuse parierte nun mehrere Würfe in Folge, als dann noch die Schiedsrichter eine „Slapstick-Einlage“ mit auf dem Parkett liegenden Spieler mit Ballbesitz für Wetzlar entschieden, riss FAG-Trainer Velimir Petkovic der Geduldsfaden. Wie Rumpelstilzchen strampelte der Gäste-Coach an der Seitenlinie herum und ließ die Szene, die dann zum 23:23-Ausgleich führte, noch einmal in der Pressekonferenz aufleben. „Ich darf nicht sagen, was mir auf dem Herzen brennt, das ist verboten. Es ist aber auch verboten, dass ein Torwart außerhalb seines Sechs-Meter-Raumes den Ball mit dem Fuß spielt.“

Sechs Minuten vor dem Ende bedeutete Harmandics Siebenmeter die erste Wetzlarer Führung (24:23) des Spiels, zwei Minuten später nutzte der Regisseur ein Anspiel von Alois Mraz zum 25:24, ehe ein Dreher von Kristjansson zum 26:24 die Vorentscheidung brachte. Göppingen schaffte nur noch das 26:25 durch Mrvaljevic, der 63 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich verpasste, weil sein Siebenmeterwurf gegen die Latte des HSG-Tores klatschte, sodass Gennadij Chalepo nach dem Spiel dann auch von einem „glücklichen Sieg“ seines Teams sprach.

Ulrich G. Monz