Wetzlarer Handballer verlieren Heide-Cup-Finale gegen Leipzig im Siebenmeterwerfen

DKB Handball-Bundesliga

Viel hätte nicht gefehlt und die HSG Wetzlar wäre als erfolgreicher Pokalverteidiger in die Annalen des renommierten Heide-Cups in Schneverdingen eingegangen. Doch in dem hochkarätig besetzten Turnier verloren die Lahnstädter nach dem 26:23-Auftakterfolg über den Schweizer Vertreter Kadetten Schaffhausen und dem 28:24-Sieg am Samstag gegen den HSV Hamburg im Finale um die begehrte Trophäe gegen den Erstliganeuling SC DHfK Leipzig nach Siebenmeter-Werfen mit 22:24 (21:21, 10:10). Den Sprung in das Endspiel hatten die Schützlinge von Trainer Kai Wandschneider mit einer ganz starken Leistung im Halbfinale gegen die Bundesligakollegen des HSV Handball Hamburg geschafft.

HSG Wetzlar – HSV Hamburg 28:24 (11:10). „Den ersten Härtetest souverän bestanden“, lautete das Fazit bei den Mittelhessen nach dem deutlichen Erfolg über die Hanseaten. War bei den Wetzlarern gegen Schaffhausen noch viel Sand im Getriebe zu spüren, zeigten sie in der Partie gegen die Norddeutschen eine imponierende Vorstellung. Vor allem Nationaltorhüter Andreas Wolff, der vier Siebenmeter des HSV parierte, präsentierte sich in bestechender Frühform. Aber auch die anderen Grün-Weißen lieferten die bislang beste Saisonvorbereitung ab.

Obwohl der neue HSV-Trainer Michael Biegler seinen kompletten Kader zur Verfügung hatte, setzten sich die Lahnstädter nach ausgeglichener erster Halbzeit und einer knappen 11:10-Führung im zweiten Durchgang entscheidend ab. Dabei überraschte Wetzlars Kristian Bliznac, der insgesamt fünf Treffer erzielte, mit Torjägerqualitäten. Sein Doppelschlag zum 12:10 und 13:10 brachte den Pokal-Titelverteidiger auf die Siegerstraße. Beim 17:14 und 21:17 hatte das Team des Ex-Wetzlarers Kevin Schmidt nichts mehr zuzusetzen, während bei der HSG schon Vieles in die richtige Richtung lief, sodass Kai Wandschneider erklärte: „Das war schon überraschend gut, aber wir wissen, dass wir uns noch weiter verbessern müssen.“ Mit einem starken Torhütergespann, einer kompakten Deckung, kraftvollen Abschlüssen aus dem Rückraum, fünf Treffer über den Kreis und einem überzeugenden Rückzugsverhalten zeichneten sich die Mittelhessen insgesamt aus. Erst nach dem 27:21 gelang dem HSV noch Ergebniskosmetik.

Wetzlar: Wolff, N. Weber; Prieto, Lipovina (1), Rompf (4/1), Ferraz (4), S. Weber (3), Fäth (2), Vujovic (2), Bliznac (5), Klesniks, Holst (2/2), Kohlbacher (3), Mirkulovski (2).

Hamburg: Bitter, Vortmann; Schmidt (1), Schröder (3), Nenadic (3), Mortensen (7/2), Flohr, Grabarczyk, Damgaard, Brozovic (2/1), Rundt, Lindberg (2), Wetzel (3), Brauer, Jaanimaa (2), Pfahl (1), Mehrkens, Feld.

HSG Wetzlar – SC DHfK Leipzig 22:24 (21:21, 10:10). Voll auf ihre Kosten kamen die 700 Zuschauer im Finale. Beiden Teams merkte man an, dass die letzten Partien doch Kraft gekostet hatten, denn ein Tempospiel kam auf beiden Seiten nie so recht auf. Vielmehr entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzten konnte. In der Begegnung führten die Mittelhessen beim 8:5 nur einmal deutlich, ehe mit 10:10 die Seiten gewechselt wurden. Auch in der zweiten Halbzeit bekam die Wetzlarer Deckung den Leipziger Neuzugang Avis Jurdz (vom ThSV Eisenach gekommen) nicht in den Griff. Der siebenfache Torschütze setzte darüber hinaus auch seine Mitspieler gekonnt in Szene, sodass das Match immer eng blieb. Wetzlar führte in der Schlussphase stets mit einem Treffer. Als Carlos Prieto freistehend an Milos Putera im SC-Tor scheiterte und einen Zwei-Tore-Vorsprung verpasste, handelte sich die HSG 14 Sekunden vor dem Ende in Unterzahl – Evars Klesniks hatte eine Zeitstrafe erhalten – den 21:21-Gleichstand ein. Als im Siebenmeter-Werfen Steffen Fäth und Vladan Lipovina an Torhüter Felix Storbeck scheiterten, bejubelten die Leipziger mit dem 24:22-Endstand ihren Turniererfolg.

Wetzlar: N. Weber, Wolff; Prieto, Lipovina, Rompf (2/1), Ferraz (2), S. Weber (1), Fäth (7), Vujovic, Ludwig, Bliznac, Klesniks (2), Kohlbacher (3), Mirkulovski (2), Holst (3/2).

Leipzig: Storbeck, Putera; Naumann, Remke, Steinert (4), Jurdz (7), Krzikalla (2), Pöter (5/5), Binder (2/1), Janke (2), Gress, Sommer, Roschek, Meschke (1), Milosevic (1).

Ergebnisse – Endspiel: HSG Wetzlar – SC DHfK Leipzig 22:24 n. Siebenmeterw. (21:21, 10:10)

Spiel um Platz 3: Kadetten Schaffhausen – KIF Kolding-Kopenhagen 25:27

Spiel um Platz 5: HSV Hamburg – IK Sävehof 22:25 (9:12)

2. Spieltag: Wetzlar – Hamburg 28:24 (11:10), Leipzig – Schaffhausen 28:27 (11:12), Kolding-Kopenhagen – Sävehof 30:29 n. Siebenmeterw. (25:25, 13:11)

Quelle: Gießener Anzeiger