Wetzlarer Handballfest vor über 4.100 begeisterten Fans!

DKB Handball-Bundesliga

Start-Ziel Sieg der "Grün-Weißen" - Erfolgreichster Werfer war Sebastian Weber mit 8 Treffern

Mit der Ehrung der beiden Weltmeister Kentin Mahé (HSV) und Guillaume Joli (HSG), sowie dem WM-Teilnehmer Andreas Wolff war zu Beginn bereits ein würdiger Rahmen für die Auftaktpartie der Restrunde gegeben. Dass am Ende ein deutlicher 32:25 (15:10) Endstand dabei rauskam, davon hätten sicher die kühnsten Optimisten nicht geträumt.

Die HSG legte konzentriert los und präsentierte sich hellwach. Steffen Fäth katapultierte das Leder bereits nach wenigen Sekunden unhaltbar für Johannes Bitter in dessen Maschen. Nicht zuletzt dadurch unterstrichen die Wandschneider-Sieben deren Ambitionen, dieses Spiel für sich entscheiden zu wollen. Besonders in der Deckung waren es die Prieto, Klesniks und Co. die den HSV immer wieder vor große Herausforderungen stellte. Das es aber zunächst nicht zu mehr als einer Ein-Tore-Führung reichte, das war letztlich einer zu hohen Fehlerquote im Angriff geschuldet. Immer, wenn sich den Hausherren die Chance bot, durch einen gewonnen Ball die Führung zu erhöhen, scheiterten sie an sich selbst oder an Johannes Bitter im Gehäuse der Gäste.

Nach zwölf Minuten dann machte es Tobias Hahn besser und verwandelte sicher von Rechtsaußen zum 6:4. Wetzlar nun besser im Spiel und als Kent Robin Tönnesen zum 9:6 (18.) traf, schienen die Hessen die Hanseaten endgültig im Griff. Doch der HSV kam auf 8:9 (22.) durch Linberg heran. Dies auch, weil die HSG dreimal in Folge in aussichtsreicher Situation von der Außenbahn scheiterte. So waren es erneut eigene Unzulänglichkeiten, die ein Halten oder gar Ausbauen der Führung verhinderte. Dann jedoch  war es zunächst Neuzugang Dajan Manaskov der, in Unterzahl, mit seinem ersten Treffer für die HSG zum 13:9 (27.) traf und die Hoffnung auf eine deutliche Führung zur Pause nährte. Doch in der Folge vergaben die Grün-Weißen gleich zwei weitere Konterchancen und damit die Möglichkeit zum 15:10. Lipovina jedoch mit einem sehenswerten Treffer fünf Sekunden vor der Pause schaffte dann doch diesen Pausenvorsprung für seine Farben.

Nach der Pause schien sich der HSV aufzumachen, das Spiel doch noch zu den eigenen Gunsten zu drehen. Der in Hälfte eins geschonte Simicu traf zum 15:12 (33.) und die Wetzlarer schienen den Faden verloren zu haben. Doch die Hausherren kamen zurück in die Spur, schafften über 17:13 (35. Lipovina) sogar beim 23:16 (44.) durch den überragenden Sebastian Weber quasi die Vorentscheidung. Ob es am Gefühl des sicheren Sieges lag oder ob die nun etwas vermehrt stattfindenden Wechsel auf HSG Seite waren, dass es plötzlich wieder enger wurde, bliebt wohl ungeklärt. Doch der HSV, besonders angetrieben durch Harnisch und den Vollstrecker Simicu verkürzte durch Thorsten Jansen auf 20:24 (50.) und es schien, als könne der HSV die Begegnung doch noch drehen.

Eine Auszeit von Kai Wandschneider jedoch brachte dann wieder die Wende. Ein sensationeller Rückpass von Steffen Fäth zu Dejan Manaskov brachte das 25:20 (51.). Nicht zuletzt weil dem HSV über das gesamte Spiel misslang seine Deckung kompakter zu stellen und die Grün-Weißen immer wieder genau diese Lücken für sich nutzen konnten war das Spiel nur zwei Minuten später beim 26:20 (53.) durch Steffen Fäth bereits entschieden. Die Hanseaten versuchten ihr Heil zwar noch damit, zwei Rückraumakteure der HSG kurz zu decken, doch auch dies vermochte den bitteren Abend für den HSV nicht zu verhindern. Als der starke Sebastian Weber mit seinem achten Treffer den 32:25 Endstand erzielte, da stand bereits die gesamte Arena und skandierte einen wunderschönen Tag. Mit nunmehr 22 Zähler können die Wetzlarer nun mit breit geschwellter Brust am kommenden Mittwoch ins Hessenderby gegen die MT Melsungen gehen.

 

HSG Wetzlar: Wolff, Hombrados; Lipovina (2), Rompf (2), Weber (8), Tönnesen (3), Laudt (3), Fäth (7/1), Hahn (2), Bliznac, Balic, Klesniks, Manaskov (4), Prieto (1).

HSV: Bitter,  Herrmann; Lindberg (7/3), Pfahl, Toft Hansen (3), Simicu (7), Mahé (2), Jansen (2), Hanisch (2), Hens (2), Dominikovic, Feld, Flohr.

Schiedsrichter: Holger Fleisch (Nellingen) und Jürgen Rieber (Nürtingen) – Zuschauer: 4.155  – Zeitstrafen: 6:2  ( Wetzlar: Lipovina, Fäth, Klesniks– HSV: Domenikovic) – Strafwürfe: 3:1 / 4:3 (Hombrados gegen Lindberg (46.) – Bitter gegen Tönnesen (15.) und Rompf (46.)).

 

Stimmen zum Spiel:

Kai Wandschneider (HSG Wetzlar): Ich bin heute sehr zufrieden mit dem Einstand ins Jahr 2015. Bei uns hat heute sehr viel gestimmt und besonders die Abwehr war sehr gut. Das zudem Andi Wolff so ein tolles Spiel gemacht hat, das freut den gesamten Trainerstab, insbesondere nach der für ihn doch eher enttäuschenden WM. Der Innenblock mit Carlos Prieto und Evars Klesniks hat super Regie geführt und damit einen Grundstein gelegt. Grundsätzlich will ich aber heute niemanden hervorheben und muss der gesamten Mannschaft ein tolles Kompliment für diese geschlossene Leistung machen. Jetz können wir uns voll und ganz auf Melsungen konzentrieren.

Jens Häusler (HSV Handball): Das war ein absolut verdienter Sieg heute von Wetzlar. Wir haben es heute zu keiner Zeit geschafft die Deckung so eng und kompakt zu stellen, wie wir uns das vorgenommen haben. Die Logik war das wir immer nervöser agiert und auch im Angriff zu leichte Fehler gemacht haben. Daraus resultierte dann der 10:15 Pausenrückstand. Besonders ärgerlich ist dann, wie im gesamten Spiel, dass wir nach der Pause die Chance hatten ran zu kommen, aber diese wieder nicht nutzen. So auch bei der Aufholjagd zum 20:24. Wir sind heute an unserer schwachen Deckung und einem sehr starken Andi Wolff gescheitert.

Christian Fitzek (Geschäftsführer HSV Handball): Ich werde hier keine Analyse abgeben, das haben die Trainer bereits getan und ich will mir das nicht anmaßen. Zudem bin ich nach solchen Spielen kein guter Gesprächspartner.

Björn Seipp (Geschäftsführer HSG Wetzlar): Ich bin begeistert, wie die Mannschaft das heute umgesetzt hat, da können wir alle sehr, sehr zufrieden sein. Auch ich will hier heute keinen hervorheben. Alles in allem haben wir heute, auch dank der sensationellen Fans wieder ein echtes Handballfest in der Rittal-Arena erlebt.

Sebastian Weber (HSG Wetzlar): Das war ein überragendes Spiel heute. Es ist einfach toll, wenn man in einer vollen Halle mit solcher Stimmung gegen ein Team wie den HSV so spielt. Nach der Winterpause weiß man nie wo alle stehen und insofern war das ganz wichtig heute für uns. Besonders weil der HSV als sehr starkes Team einzuordnen ist, ist der Sieg sehr hoch zu bewerten. Jetzt kommt am Mittwoch die Partie gegen Melsungen, da wollen wir gerne wieder so auftrumpfen, insofern wird Fasching dieses Jahr verschoben.

Tobias Hahn (HSG Wetzlar): Das war richtig gut heute. Wichtig war, das wir von Anfang an gut in die Deckung gestanden haben und Andi Wollf hat super gehalten, darauf konnten wir aufbauen, das war heute ein sehr guter Anfang und am Mittwoch wird es noch einmal doppelt so heiß von der Atmosphäre.