Wetzlarer Nachwuchstalente verkaufen sich gegen Nationalteam Israels teuer!

DKB Handball-Bundesliga

„Mixed Team“ der Mittelhessen unterliegt Pomeranz & Co mit 28:32 (12:17) vor 250 Zuschauern in Sporthalle Dutenhofen

Achtungserfolg für die Nachwuchstalente des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar. Am Abend musste sich das aus Spielern der U19, U23 und der Erstliga-Mannschaft (Nikolai Weber, Christian Rompf und Guillaume Joli) zusammengestellte „Mixed Team“ der israelischen Nationalmannschaft zwar letztlich mit 28:32 geschlagen geben, doch die mittelhessischen Talente verkauften sich in einem munteren und schnellen Spiel teuer. Dies honorierten auch die rund 250 Zuschauer nach dem Abpfiff durch die Schiedsrichter Andreas Briese und Kim von der Beek (Köln) mit einem anerkennenden Applause. Komplimente gab es auch von Israels Nationalcoach Per Carlén: „Wetzlar kann sich glücklich schätzen so viele talentierte Jungs in der Hinterhand zu haben. Das zeugt von einer hervorragenden Arbeit, die hier im Unterbau gemacht wird. Das Spiel war ein echter Test!“

Die Gäste agierten mit einer flinken 3:2:1-Abwehr, gegen die die HSG zunächst ihre Schwierigkeiten im Spielaufbau hatte. Matthias Schwalbe (U19) verkürzte per Gegenstoß zum 4:5 in der neunten Minute, nach Parade und Pass von Nikolai Weber. Guillaume Joli glich per Siebenmeter zum 5:5 aus (11.). HSG-Trainer Andreas Klimpke wechselte nach einer Viertelstunde durch, ließ fortan eine 3:2:1-Defensive gegen die Gäste spielen. Israel zog zwischenzeitlich auf 13:10 davon, doch die jungen Wetzlarer Spieler hielten mit viel Engagement und schnellem Spiel dagegen. Immer wieder gelang es ihnen, Lücken in der Gäste-Abwehr zu finden, scheiterten aber zu oft am israelischen Keeper oder dem Aluminium. Zudem machte sich die physische Überlegenheit der Israelis bemerkbar, die zur Pause eine 17:12-Führung herausgearbeitet hatten.

Israels Coach dirigierte seine Abwehr erfolgreich durch die zweite Halbzeit. Bereits nach 37 Minuten hatte seine Mannschaft die 22:15-Führung erzielt. In der Abwehr gab es kaum ein Durchkommen für die junge Wetzlarer Truppe, der auch das Wurfglück fehlte. In der 6:0-Abwehr war man im Eins-gegen-Eins zu oft unterlegen, was Jugendnationaltorhüter Till Klimpke die Möglichkeit gab, sich mehrfach auszuzeichnen. Erst mit dem 16:24 (42.) durch Christian Rompf gelang der HSG Wetzlar nach etlichen Gegentoren wieder ein Treffer.

Gegen die neu formierte 3:2:1-Abwehr der Mittelhessen kamen die Gäste danach überhaupt nicht gut zurecht. So verkürzte Wetzlars Jugendnationalspieler Hendrik Schreiber in der 47. Minute auf 19:25. Für Carlen ein Grund, seine Männer sofort zum Rapport zu bitten. Viel geholfen hatte die Maßnahme nicht, denn Wetzlar kam in der 50. Minute durch Leon Bremond (U19) auf 22:26 heran. Doch die Gäste verwalteten den Vorsprung.

Bestnoten im „Mixed Team“ der Grün-Weißen verdienten sich am Abend Torhüter Till Klimpke, der im zweiten Durchgang neun Paraden verzeichnen konnte, sowie Rückraumspieler Hendrik Schreiber (fünf Tore) und Kreisläufer Moritz Zörb, dem insgesamt vier Treffer gelangen. „Für unsere Jungs war das eine tolle Erfahrung“, freute sich auch Jugendkoordinator Andreas Klimpke. „Wir haben gegen einen gestandene Männermannschaft über weite Strecken sehr gut mitgehalten, aber auch vor Augen geführt bekommen, wo wir individuell noch zulegen müssen.“

Am heutigen Vormittag tritt das israelische Nationalteam, das seit Sonntag in Wetzlar ein Trainingslager absolvierte, die Reimreise an. „Es war uns eine Ehre, dass wir das wirklich sehr sympathische Team um unseren Ex-Spieler Chen Pomeranz hier in Wetzlar zu Gast hatten“, so Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp und Israels Coach Per Carlén bedankte sich danach. „Wir hatten ideale Trainingsbedingungen, ein Top-Hotel, zwei gute Testspiele und tollen Anschauungsunterricht beim Bundesliga-Spiel Wetzlar gegen Eisenach am Sonntag. Dazu sind wir hier von allen Verantwortlichen und Spielern sehr herzlich empfangen worden. Es hat hier in Wetzlar sehr viel Spaß gemacht und wir möchten uns ganz herzlich bedanken“, so der ehemalige Erstligacoach der SG Flensburg-Handewitt und des HSV Hamburg.

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Nikolai Weber; Timo Ludwig (1), Christian Rompf (2), Hendrik Schreiber (5), Lukas Gümbel (1), Jonas Müller, Moritz Zörb (4), Julian Wallwaey, Leon Bremond (2), Fabian Kraft (2), Sandro Gohly (3), Guillaume Joli (5/4), Edi Pjanic, Matthias Schwalbe (2), Marvin Lindenstruth.