Wetzlarer Schlüsselspiel in Nordhessen

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HSG gegen Gastgeber MT Melsungen unter Druck Michael Roth: »Kein besonderes Spiel für mich«

Gut möglich, dass eine der Kasseler Messehallen am frühen Sonntagabend grün-weiß gefärbt ist. Mit sechs Fanbussen macht sich Handball-Erstligist HSG Wetzlar auf den Weg zum Auswärtsspiel beim MT Melsungen, das um 18 Uhr in der Rothenbach-Halle angepfiffen wird. »Wir sind sicher in der Favoritenrolle und wollen das Heimspiel unbedingt gewinnen, auch wenn unsere personelle Situation nicht gerade gut ist. Es ist ein Derby, das uns gerade recht kommt«, sagt MT-Trainer Michael Roth, der vor gut einem Jahr in Wetzlar sein Traineramt niedergelegt hat. Sein Nachfolger Gennadij Chalepo gibt sich trotz einiger Probleme optimistisch: »Natürlich haben wir eine Chance, dort zu gewinnen. Dafür müssen wir aber die einfachen Tore machen.«

 

Bei den furios in die Saison gestarteten Gastgebern drohen gleich mehrere Spieler auszufallen. Die beiden Rückraumspieler Jens Schöngarth und Alexandros Vasilakis sind leicht angeschlagen. Der schwedische Nationalkeeper Per Sandström ist grippekrank. Rechtsaußen Christian Hildebrand wird mit einem Bandscheibenvorfall sicher fehlen.´»Wir haben personelle Probleme und haben unter der Woche teilweise nur mit sechs Feldspielern trainiert. Aber das spielt keine Rolle, denn am Sonntag wollen wir gewinnen – egal wie«, sagt Roth, der noch bestens über die Vorgänge bei seinem Ex-Verein informiert ist und den Wechsel nicht bereut

»Ich habe noch Freunde in Wetzlar und stehe auch mit Rainer Dotzauer in Kontakt. Ich wollte damals nach Melsungen, weil man hier etwas bewegen kann. In Wetzlar ist das eher schwierig, was sich eben auch wieder zeigt.« Trotz seiner Vergangenheit in Mittelhessen ist das Kräftemessen mit der HSG eines wie jedes andere auch: »Das ist kein besonderes Spiel für mich. Es ist zwar ein Derby, aber es geht nur um zwei Punkte. Über Wetzlar bin ich gut informiert, da ich die Gießener Allgemeine lese.« Dann dürfte ihm auch nicht entgangen sein, dass die Wetzlarer nach nur einem Punkt aus den letzten sechs Spielen gehörig unter Zugzwang stehen und Aufsichtsrat Manfred Thielmann bei MT Melsungen Punkte gefordert hatte.

Für Chalepo, dem unter der Woche mit Jasmin Camdzic der gewünschte neue Torwarttrainer zur Seite gestellt wurde, wächst der Druck: »Ich weiß, dass wir jetzt Punkte brauchen. Ich bin sicher, dass wir die auch holen.« Eine Niederlage in Nordhessen hätte einen unangenehmen Dezember mit zahlreichen Schlüsselspielen zur Folge. »Ich weiß auch, dass wir so langsam punkten müssen. Doch das ist nicht so einfach. Vor allem bei einem so starken Gegner wie Melsungen«, sagt Chalepo und hebt die individuelle Klasse des Gegners hervor: »Mit Sandström, Fahlgren und Sanikis haben sie wirklich Topleute in ihrem Kader.« Vor allem Patrick Fahlgren, der ebenso wie Keeper Sandström, für die Tre-Kronor unter Staffan Olsson aufläuft, ist mit seinen ausgeprägten technischen Fertigkeiten ein immens wichtiger Spieler für sein Team. Der griechische Nationalspieler Grigorios Sanikis wird auf der Königsposition als Shooter eingesetzt. »Wenn wir ein Pünktchen aus Melsungen mitnehmen könnten, wäre das gut. Ich bin froh, dass uns so viele Fans bekleiden, denn das kann uns mehr Selbstvertrauen geben. Zuletzt hat man schon gemerkt, dass wir auswärts nicht so eine Körpersprache hatten wie zu Hause.«

Voraussichtlich können die Wetzlarer in Kassel mit ihrem besten Kader antreten. »Alle Spieler sind fit«, vermeldet der Trainer und macht gute Miene zum bösen Spiel: »Wir haben bislang ein schweres Programm gehabt. Jetzt müssen wir die Kurve kriegen.«
Dabei hofft Chalepo darauf, dass das Problem der mangelnden Chancenauswertung gelöst wird: »Wir brauchen einfach wieder das Selbstvertrauen. Dann läuft es wieder.« Die vielen Fans, die nach Kassel fahren, würden sich freuen wenn der Knoten am Sonntag platzen würde.

(jms)