Wetzlars Kapitän Jens Tiedtke feiert in Hamburg „Comeback“!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessischer Handball-Erstligist muss am Samstag (15.00 Uhr) beim HSV in O2 World ran – Auch Spielmacher Adnan Harmandic wieder im Kader der Grün-Weißen

Seit Beginn der Vorbereitung musste die HSG Wetzlar auf ihren Kapitän Jens Tiedtke verzichten, der wegen neurologischer Behandlungen von medizinischer Seite eine Zwangspause verordnet bekam. Jetzt ist für den 33jährige allerdings die Zeit zur Rückkehr ins Team gekommen. Der Kreisläufer hat von den behandelnden Ärzten „grünes Licht“ erhalten, seit einiger Zeit bereits wieder trainiert und steht am Samstag, beim schweren Auswärtsspiel in Hamburg, erstmals wieder im Kader der Grün-Weißen. Auch Spielmacher Adnan Harmandic, der sich vor etwa sechs Wochen einen Bänderriss im Knie zugezogen hatte, reist mit der Mannschaft in die Hansestadt und steht Trainer Kai Wandschneider ebenso für einen Einsatz zur Verfügung. Das Duell mit dem HSV Hamburg wird am Samstagnachmittag um 15.00 Uhr in der O2 World angepfiffen. Geleitet wird die Partie von Robert Schulze und Tobias Tönnies, Schiedsrichter des DHB-Elitekaders. Die Spielaufsicht hat DHB-Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß.

Nach zwei knappen Niederlagen bei Frisch Auf! Göppingen (22:23) und zu Hause gegen den THW Kiel (29:32) wollen die Lahnstädter, die derzeit mit 4:4-Punkten auf Platz 10 der Tabelle stehen, an diesem Wochenende den „Turnaround“ schaffen und zurück in der Erfolgsspur finden. „Wir werden alles in die Waagschale werfen, um beim HSV zu punkten“, verspricht Coach Kai Wandschneider, der ein gebürtiger Hamburger ist. Der 54jährige weiß allerdings um die Schwere der Aufgabe. „Der HSV steht derzeit zwar nur auf Platz 18 der Tabelle, aber das entspricht nicht dem wahren Leistungsvermögen der Mannschaft. Sie haben immer noch ein starkes Team mit zahlreichen Topstars!“ Dabei zählt Wandschneider Namen wie Bitter, Hens, Pfahl, Jansen, Dominikovic oder Mahé auf. „Wir werden uns von den 2:8-Punkten der Hamburger nicht blenden lassen. Der HSV hat in allen bisherigen Spielen eine Siegchance, wenn man die Niederlage in Frankfurt gegen die Rhein-Neckar Löwen mal ausklammert. Klar ist, Hamburg gehört nicht in den Tabellenkeller, hat jetzt aber den Druck des Gewinnen-Müssens.“

Um sich auf die Partie ausgeruht vorbereiten zu können, sind die Mittelhessen bereits am heutigen Freitag, nach einer Taktikeinheit am Vormittag, in Richtung Hansestadt aufgebrochen. Nicht an Bord waren dabei jedoch Nationalspieler Steffen Fäth (Bänderriss im Fuß) und Maximilian Holst (Kreuzbandriss), für den Youngster Fabian Kraft im Kader steht. Der letzte Auswärtssieg der Mittelhessen an der Elbe liegt bereits einige Zeit zurück. Ende Dezember 2004 gelang ein 24:22-Erfolg in Hamburg, danach sprang lediglich einmal ein 33:33-Unentschieden in der Arena am Volkspark heraus (2007). „Das ist Vergangenheit, die keine Rolle spielt! Die Stimmung in unserer Mannschaft ist gut und wir haben uns konzentriert auf den HSV vorbereitet, mit dem Wissen, dass wir das Zeug dazu haben in Hamburg erfolgreich zu sein“, so Wandschneider, der sich freut mit Tiedtke und Harmandic zwei erfahrene Spieler als zusätzliche Optionen zu haben. „Für beide ist es der Saisonauftakt. Wir dürfen uns keine Wunderdinge erwarten, aber beide sind heiß – genau wie der Rest der Mannschaft!“

In Hamburg gibt es für die Wetzlarer ein Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Teamkammeraden Kevin Schmidt, der im Sommer vom HSV nachverpflichtet wurde, nachdem die Lizenz zur Teilnahme an der nunmehr laufenden Erstliga-Saison vorlag. „Nicht nur für Kevin wird es besonderes Spiel sein, sondern für den kompletten HSV“, weiß HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „In der Groß- und Medienstadt Hamburg herrschen andere Ansprüche an die Profisportclubs. Da wird Geduld leider nicht gerade groß geschrieben. Eine schwierige Situation, aus der sich der HSV am Wochenende ganz sicher gerne befreien möchte und vielleicht auch muss. Aber auch für uns ist die Partie am Samstag eine wichtige, denn wir wollen Punkte sammeln, mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause gehen und uns weiteres Selbstvertrauen für das danach anstehende Hessenderby in Kassel holen.“ Doch dafür müsse am Samstag vieles passen, weiß der 40jährige. „Gegen Göppingen und Kiel hatten wir es mehrmals in der eigenen Hand, die Spiele sogar noch zu unseren Gunsten zu entscheiden. Dabei sind uns aber zu viele individuelle Fehler unterlaufen, die entscheidend waren und bei der aktuellen Entwicklung der Liga vielleicht sogar wichtige Zähler gekostet haben. Das müssen wir generell und gerade in Hamburg besser machen, dann haben wir mit unserer erfahrenen Mannschaft eine echte Chance! Gerade auf unsere Routiniers wird es in der O2 World ankommen.“