„Wir sind absolut handlungsfähig“

created by webmaster@hsg-wetzlar.de (Wolfgang Fischer)

HSG Wetzlar will nach Ausscheiden von Manfred Thielmann Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen

Die HSG Wetzlar füllte zuletzt viel mehr die Schlagzeilen, als ihr lieb war. Denn wenig Inhalt war sportlicher Natur. Vielmehr ging es um den Fall Klimovets (mit dem Abzug von zwei Punkten und der Sperre für den Weltmeister von 2007), um Kommunikationsprobleme und den Rücktritt von Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann. Auf der Geschäftsstelle des Handball-Bundesligisten ist davon wenig zu spüren. Hier läuft alles seinen gewohnten Gang. Auch bei Geschäftsführer Björn Seipp, der im Gespräch mit dem Anzeiger die aktuelle Situation beleuchtet.

 

Was hat die Geschäftsstelle der HSG Wetzlar im Fall Klimovets falsch gemacht?

Björn Seipp: Wir sind uns wirklich keiner Schuld bewusst. Unsere Ausgangslage war die, dass Andrej Klimovets vereinslos ist, sonst hätten wir den Antrag auch nicht in dieser Form ausgefüllt. Mit gutem Gewissen haben wir den Pass beantragt. Und wir haben ihn entsprechend von der HBL ausgestellt bekommen. Für uns war Andrej in aller Konsequenz spielberechtigt und ein Neuzugang für den Rest der Saison.

Wie wird das Ausscheiden von Manfred Thielmann personell aufgefangen?

Seipp: Erst einmal sind wir Manfred Thielmann, für all das, was er hier geleistet hat, sehr dankbar. Er hat sehr gute Arbeit für die HSG Wetzlar in einer schwierigen Zeit gemacht, viele Stunden seiner Freizeit investiert, damit der Verein nach vorne kommt. Wir haben jetzt besprochen, nachdem wir seinen Rücktritt respektiert und akzeptiert haben, dass wir seine Aufgaben auf den Schultern der jetzigen Aufsichtsratsmitglieder verteilen werden. Wir haben mehrfach jetzt zusammengesessen und uns besprochen und jeder von den Aufsichtsräten hat noch einmal deutlich gemacht, dass er gewillt ist, noch mehr für die HSG Wetzlar zu tun. Wir werden auch auf der sportlichen Ebene die Kompetenz unseres Trainers Gennadij Chalepo und von Co-Trainer Jasmin Camdzic noch mehr einholen. Und die Öffentlichkeitsarbeit wird jetzt wieder mehr über die Geschäftsstelle und über mich laufen. Wir sind absolut handlungsfähig. Wir sind absolut überzeugt von der HSG Wetzlar und von dem Kurs, den wir eingeschlagen haben. Und genau den werden wir in aller Konsequenz so weitergehen.

Wer ist denn jetzt für die personellen Verpflichtungen bei der HSG verantwortlich?

Seipp: Wir werden das gemeinschaftlich machen und gemeinsam gucken, ob das wirtschaftlich zu vertreten ist bei Neuzugängen und bei Spielern, deren Verträge noch verlängert werden sollten. Wir sind mittlerweile alle mit so viel Herzblut dabei und haben so viel Erfahrung gesammelt in diesem Jahr und kennen auch die Spieler so gut, dass wir mit denen unter vier Augen, sechs Augen sprechen können, um klar unsere Linie aufzuzeigen und zu besprechen, ob und wie es weitergeht.

Und welche Veränderungen gibt es für den Geschäftsführer Björn Seipp?

Seipp: Für mich heißt es wie für alle anderen Aufsichtsräte, jetzt ein bisschen mehr zu tun. Aber ich arbeite mit Herzblut an der Sache und stehe eigentlich 24 Stunden am Tag zur Verfügung, damit die HSG Wetzlar weiter nach vorne kommt. Ansonsten sind wir eine gefestigte Einheit, Geschäftsführung und Aufsichtsrat. Wir werden den Weg, der bisher sehr erfolgreich war, gemeinsam weitergehen wie bislang. Aber klar ist auch, dass nach dem Ausscheiden von Manfred ich die eine oder andere Stunde mehr arbeiten muss. Aber das bin ich gewillt. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg und sollten positiv nach vorne schauen.

Albert Mehl