»Wir wollen uns den Punkt zurückholen«

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Salzer und Co. treten am Sonntag beim TV Großwallstadt an Chalepo hat alle Mann an Bord – Beim TVG fehlt Weinhold

Es war ein ganz bitterer Moment für die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar am vergangenen Freitagabend, als HBW Balingen/Weilstetten in letzter Sekunde doch noch den Ausgleichstreffer durch Kai Häfner zum 23:23-Endstand markierte. Dieser Frust soll nun Ansporn dafür sein, dass die zu Hause noch immer ungeschlagene Mannschaft von Trainer Gennadij Chalepo nun endlich auch auf fremden Parkett Zählbares ergattern kann.

 

»Wir wollen uns unbedingt den Punkt zurückholen, den wir zu Hause verloren haben«, verspricht Chalepo mit Blick auf das Duell in der Unterfankenhalle in Aschaffenburg mit dem TV Großwallstadt am Sonntag um 17.30 Uhr die grundlegenden Attribute »Kampf und Leidenschaft«, die sein Team von der ersten Minute zeigen wolle. Die Voraussetzungen könnten für die Mission »erster Auswärtspunkt« nicht besser sein. Alle Wetzlarer sind fit und einsatzbereit – Chalepo kann also aus dem Vollen schöpfen.

Nach Punkten betrachtet ist die bisherige Auswärtsbilanz der Mittelhessen schlecht. In drei Spielen in fremden Hallen konnte Wetzlar nicht einen Zähler ergattern. Bei genauerem Hinschauen fällt jedoch auf, dass die HSG womöglich ihre besten Saisonauftritte bislang auswärts hingelegt hat. Gerade bei der knappen 23:25-Niederlage bei den Füchsen Berlin schnupperten Timo Salzer und Co. an einer Überraschung. Auch die 30:36-Niederlage bei der heimstarken SG Flensburg/Handewitt war alles andere als ein Beinbruch, denn phasenweise hielten die Grün-Weißen auch im hohen Norden beachtlich gut mit. »Wir haben auswärts bislang ordentliche Leistungen gezeigt. Wir waren immer dran«, meint Chalepo und fügt energisch hinzu: »Jetzt müssen wir aber auch mal sehen, dass wir mal punkten. Auch wenn Wetzlar auswärts gegen Großwallstadt noch nie gewinnen konnte.«

Dabei möchte der Trainer in Mainfranken ähnlich spielen wie zuletzt gegen Balingen: »Das war absolut in Ordnung. Ich habe mir das Spiel noch einmal auf Video angeschaut und festgestellt, dass wir in den Eins-gegen-eins-Situationen gut waren und bis zum Abschluss vieles richtig gemacht haben. Wir haben uns immer gut in Position gebracht. Einzig die Chancenauswertung war schlecht.«

An der bayerisch-hessischen Grenze ist ein Punktgewinn im Bereich des Möglichen, denn beim TVG läuft bislang nicht so viel zusammen. Die letzten drei Spiele gegen Flensburg (20:21), in Hannover (27:34) und gegen die vermeintliche Übermannschaft THW Kiel (25:32) gingen verloren. Trainer Peter David bleibt aber noch gelassen, weil die Ziele in Großwallstadt mit denen der vergangenen Jahre nicht mehr zu vergleichen sind: »Wir wollen nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben, weil wir derzeit einen Konsolidierungskurs machen. Da muss man damit rechnen, auch mal Rückschläge hinnehmen zu müssen. Vier Punkte bis jetzt sind in Ordnung, weil wir auch schon gegen starke Mannschaften gespielt haben«, sagt der Coach, der in der vergangenen Saison mit Wetzlar in Verbindung gebracht worden war, ehe man sich dort für Chalepo als Nachfolger von Michael Roth entschieden hat.

»Wetzlar ist für mich der leichte Favorit«, fügt David hinzu. Beim TVG dreht sich eigentlich alles um Nationalspieler Steffen Weinhold im rechten Rückraum, der mit Stefan Kneer auf Halblinks und Spielmacher Oliver Köhrmann ein hervorragendes Rückraum-Trio bildet. Allerdings machte sich zuletzt vor allem der Ausfall von Weinhold stark bemerkbar. Der Auswahlspieler hatte sich beim 29:25-Auswärtserfolg beim Bergischen HC eine Fraktur des Mittelfußknochens zugezogen und fällt noch mindestens drei bis vier Wochen aus. Chalepo hat dennoch Respekt vor dem Gegner: »Köhrmann kann die Kreisläufer gut einsetzen«, warnt er vor dem Zusammenspiel des Rückraumstrategen mit den Kreisläufern Sverre Jakobsson (Island) und Joakim Larsson (Schweden). Dies sei eine besondere Stärke des TVG. »Jakobsson hält auch die Abwehr dicht«, lobt Chalepo.

(jms)