Youngster aus Wetzlar krönen tolle Aufholjagd

Nachwuchs

Wenn man eigentlich schon ausgeschieden ist und dann noch als Erster durchs Ziel geht, hat allen Grund zum Feiern. Für die männliche-C-Jugend der HSG Wetzlar war diese Weisheit am Sonntagnachmittag Programm. Der Nachwuchs des Handball-Bundesligisten gewann das Endspiel des Junior-Sauerland-Cups der HSG Menden-Lendringsen, gegen ART Düsseldorf gelang den Hessen ein 16:14.

Es folgten unglaubliche Jubelszenen. Die jungen Handballer lagen sich gegenseitig in den Armen, feierten ihren großen Triumph – und vor allen Dingen sich selbst. „Das haben die sich auch redlich verdient“, sagte ihr Trainer Eike Schumann und freute sich über eine starke Turnierleistung seiner Schützlinge.

„Dass wir hier noch gewinnen, haben wir selbst nicht mehr erwartet“, blickte der HSG-Coach zurück auf einen völlig verkorksten Einstieg in die Vorrunde mit bitteren Niederlagen gegen den SV Mecklenburg Schwerin (14:16) und den Bergischen HC (10:14). Wetzlar konnte erst mit 20:8 gegen die für TuSEM Essen kurzfristig eingesprungene JSG Haaner TV/Ohligser TV den eigenen Ansprüchen gerecht werden und war spätestens mit dem 18:12 im Gruppenfinale gegen die HSG Handball Lemgo im Rennen. „Dieser Sieg hat uns dann durchs Turnier getragen“, bezeichnete Schumann gerade die Partie gegen Lemgo als Schlüsselspiel. „Danach lief es für unsere Jungs.“

Siegeszug in der Zwischenrunde

Wie gut es für Wetzlar lief, sollte der gestrige Tag zeigen. So setzten sich die Talente aus Dutenhofen und Münchholzhausen in der Zwischenrunde als Gruppenerster durch und bezwangen dabei auch die C-Jungen der JSG Menden Sauerland (15:11). Im Halbfinale besiegten die Hessen den Bergischen HC aus Solingen mit 15:11 – und setzten dann im Endspiel gegen Düsseldorf ihren Siegeszug fort.
„Unser Turniersieg ist einfach unglaublich – dabei waren wir eigentlich schon ausgeschieden“, stellte Eike Schumann noch einmal fest – der Wetzlarer Coach wiederholte sich gern. Und er genoss mit großen Stolz, wie seine Youngster bei der stimmungsvollen Siegerehrung den großen Pokal entgegen nehmen durften. „Diese Euphorie wollen wir nun mit in die neue Saison nehmen – nicht zuletzt deshalb war wichtig, hier zu gewinnen.“

Starker Turnierauftritt

Auch die C-Mädchen des TV Aldekerk bekamen für die schon bald beginnende Oberliga-Runde einen großen Motivationsschub. Denn sie setzten sich im Endspiel gegen den VfL Gummersbach mit 17:6 durch und bestätigten damit einen durchweg starken Turnierauftritt.
„Ich muss gestehen, dass ich irgendwie zum Fan dieses Verein geworden bin“, sagte Peter Blankenhagen von der gastgebenden HSG Menden-Lendringsen. Der routinierte Funktionär zeichnete einmal mehr als sachkundiger Hallensprecher verantwortlich und führte souverän durch die Siegerehrung. Bei der Feststellung, dass die Aldekerker mit ihren A- und B-Mannschaften bereits im Januar beim „großen“ Sauerland-Cup Glanzlichter setzen und den Gesamtsieg davon tragen konnten, hellte sich die Miene von Peter Blankenhagen zusätzlich auf.
Ina Beckmann, die Trainerin der erfolgreichen Mädels vom Niederrhein, sparte nach dem Endspiel gegen Gummersbach nicht mit Lob. „Das war überzeugend gespielt. Die Mannschaft hat ein sehr gutes Turnier hingelegt, es gab überhaupt keinen Einbruch“, meinte die erfahrene Handballerin und vergaß bei aller Freude über den Sieg nicht, für die Veranstalter dankende Worte zu finden. „Wir haben uns in Menden wohl gefühlt – unser Quartier in der Kluse war sehr gut“, stellte Ina Bleckmann fest.

Positive Rückmeldungen

Die Gastgeber konnten dieses Lob zwar nicht hören, aber die allgemeine Zustimmung ob einer nahezu perfekten Ausrichtung einer Veranstaltung, für die man im Vorfeld aufgrund einiger Hallenumbelegungen Organisationskunst beweisen musste, werden Turnierleiter Raimund Giacuzzo gern entgegen genommen haben. Der Lendringser wusste allerdings von vielen anderen positiven Rückmeldungen zu berichten. „SC Magdeburg, Aldekerk und einige andere Vereine haben sich schon nach dem Junior-Sauerland-Cup im nächsten Jahr erkundigt – die wollen alle gern wieder kommen.“

Quelle: Der Westen - Eberhard Tripp