„Zu Hause hat man immer die Chance gegen große Gegner zu gewinnen!“

DKB Handball-Bundesliga

28-Jähriger Nationalspieler steht stellvertretend für aktuellen Wetzlarer Aufschwung

Auch nach dem 6. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga gehört die HSG Wetzlar weiter zum Verfolgerfeld des aktuellen Spitzenreiters, den Füchsen aus Berlin. Das hätten sich bei dem schwierigen Auftaktprogramm der Domstädter wohl auch die kühnsten Optimisten nicht zu träumen gewagt.

Ein Spieler in Reihen der Grün-Weißen steht dabei wie kein anderer stellvertretend für den Aufschwung in Mittelhessen: Michael Müller (Bild). Der Kapitän, vor Saisonbeginn von den Rhein-Neckar Löwen an die Lahn gewechselt, hat mitgeholfen, die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider auf ein anderes spielerischen Niveau zu heben. Persönlicher Lohn war die Rückberufung ins Nationalteam beim letzten DHB-Lehrgang und den Testspielen gegen Serbien. Im Interview erklärt der Linkshänder den guten Saisonstart seines Teams, spricht über die Chancen am kommenden Spieltag gegen die SG Flensburg-Handewitt und ordnet seine Rolle in der Nationalmannschaft ein.

Michael, mit 8:4 Punkten steht die HSG Wetzlar momentan auf dem fünften Tabellenrang. Habt Ihr mit einem so guten Start gerechnet?

Michael Müller
: „Wir haben natürlich gehofft, dass wir aus den ersten sechs Spielen ein paar Zähler mitnehmen können, dass es aber so gut laufen würde, damit haben wir sicherlich nicht gerechnet. Wir wissen aber, dass wir einen guten Kader beisammen haben. Wenn wir zurückblicken, dann haben wir sogar bei der MT Melsungen noch mindestens einen Punkt verschenkt. Da war für uns mehr drin.“

Auch gegen die Rhein-Neckar Löwen habt Ihr ein gutes Spiel abgeliefert. Am Ende hat es aber auch dort nicht zu etwas Zählbarem gereicht. Sind diese verpassten Chancen noch ein Thema innerhalb der Mannschaft?

Michael Müller
: „Nein, die beiden Begegnungen sind kein Thema mehr für uns. Wir haben nach den Partien gemeinsam die Fehler, die wir gemacht haben, genauestens analysiert und akribisch daran gearbeitet, diese nicht zu wiederholen. Wir wissen trotz des guten Starts, dass wir solche Gelegenheiten auswärts Punkte zu sammeln nicht nochmal fahrlässig auslassen dürfen, denn nach wie vor gilt es für uns, möglichst frühzeitig den Klassenerhalt sicher zu stellen.“

Saisonübergreifend ist die HSG Wetzlar nun in vier Heimspielen ungeschlagen. Am Mittwoch kommt der Vizemeister SG Flensburg-Handewitt in die Rittal Arena. Könnt Ihr die Serie aufrechterhalten?

Michael Müller
: „Generell hat man zu Hause immer die Möglichkeit gegen große Gegner zu gewinnen! Wir wollen auch morgen unsere Heimstärke ausspielen – auch wenn wir wissen, dass mit der SG eine der Top-Mannschaften Europas zu Gast ist. Unsere Chance könnte sein, dass sich Flensburg momentan etwas im Stress befindet. Die Spiele gegen den TV Großwallstadt in der Liga und gegen Montpellier in der Champions League haben sicherlich viel Kraft gekostet, sodass die Spieler sicher etwas müde sind.“

Wie habt Ihr Euch auf das morgige Spiel gegen Flensburg vorbereitet?

Michael Müller
: „Für uns ist die Partie morgen ein Spiel wie jedes andere auch, von daher kann man nicht sagen, dass wir uns anders oder spezieller vorbereitet hätten. Wir sind alle absolut motiviert, spielerisch und taktisch hervorragend eingestellt und wollen mit der Unterstützung unserer sensationellen Fans die nächsten zwei Punkte einfahren!“

Wenn wir den Blick etwas in die jüngere Vergangenheit schweifen lassen, stoßen wir unweigerlich auf den letzten DHB-Lehrgang, bei dem Du zum Kader gehört und die zwei Testspiele gegen Serbien bestritten hast. Wie warst du mit deiner Leistung zufrieden?

Michael Müller: „
Erst einmal hat es mich sehr gefreut, dass ich wieder im Kreise der Nationalmannschaft war. Mit der Leistung im ersten Spiel gegen Serbien war ich allerdings alles andere als zufrieden. Im zweiten Spiel lief es dann nicht nur bei mir, sondern beim kompletten Team etwas besser. Insgesamt denke ich, konnte ich die Lücke, die Holger Glandorf und Adrian Pfahl hinterlassen haben, gut schließen.“

Wie siehst Du Deine Rolle im Nationalteam mit der von Dir angesprochenen Konkurrenz auf Deiner Position?

Michael Müller
: „Ich möchte natürlich wieder fest zum Kader des DHB dazugehören. Dafür gilt es jetzt aber erst einmal meine Leistungen im Verein auf einem hohen Niveau zu stabilisieren und vor allem Konstanz in die Auftritte zu bekommen. Wenn ich das schaffe und weiter konzentriert an mir arbeite, werde ich sicherlich wieder zur Nationalmannschaft eingeladen – trotz großer Konkurrenz.“