Zu viele Fehler sorgen für Niederlage gegen die SG BBM Bietigheim!

www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Schlechter Start in den November - 12:11 Halbzeitführung

Der Start in den knallharten November mit sieben Spielen in 23 Tagen ist den Handballern der HSG Wetzlar nicht geglückt. Mit 26:29 (12:11) verloren die Lahnstädter gegen den Aufsteiger aus Bietigheim nach durchwachsenem Spiel letztlich verdient. Nach der langen Pause und der ungewohnten Situation ohne Linkshänder im rechten Rückraum tat sich die HSG zu Anfang extrem schwer. Besonders im Angriff machte sich die ungewohnte Formation in Form von vielen Unzulänglichkeiten und Fehlern bemerkbar. Die Gäste aus Bietigheim nutzten dies auch zunächst eiskalt und lagen Dank ihre guten Deckung mit einem starken Jan Kulhanek und der konsequenten Umsetzung ihrer Konter mit 7:3 (14.) in Front. 

Kai Wandschneider versuchte es nun mit einem zweiten Kreisläufer auf der Mitte und den entsprechenden Auslösehandlungen, doch auch diese Variante schien wenig zu fruchten. Erst als die Gäste binnen drei Minuten drei Zeitstrafen absitzen mussten und gut eine Minute gar in doppelter Unterzahl agieren mussten, kam das HSG Spiel etwas besser ins Rollen. Der stark aufspielende Ivano Balic, Kristian Bliznac und Christian Rompf schafften binnen drei Minuten den Anschluss zum 7:9 (18.). Doch kurz bevor die Gäste sich komplettierten, erwischte es nun auch „Tito“ mit einer Zeitstrafe und so verschaffte sich der Aufsteiger wiederetwas Luft und erhöhte durch einen Dahlhaus-Doppelschlag auf 11:7 (21.). 

Bei den Grün-Weißen indes schien nun wieder Sand im Getriebe und ganze sechs Minuten blieben die Balic, Weber und Co. ohne eigenen Treffer, konnten sich bei „Jota“ Hombrados bedanken, der mit zahlreichen Paraden dafür sorgte, dass der Rückstand nicht noch deutlicher ausfiel. Ein geniales Kreisanspiel von Balic nutzte Weber am Kreis und Bliznac mit einem mehr als glücklichen Treffer aus der zweiten Welle brachten die Gastgeber allerdings wieder heran. Die HSG-Abwehr in Verbindung mit Hombrados stand nun sehr gut und verdammte Bietigheim allzu oft zur Ideenlosigkeit. Auch der nun wieder auf der Mitte die Fäden ziehende Tim Salzer vermochte das Spiel seiner Truppe nicht in Gang zu bringen. Schließlich blieben seine Farben die letzten neun Minuten vor der Pause ohne Treffer und der 5:0-Lauf der Wandschneider-Sieben sorgte für die Wende und beim Rückraumknaller von Steffen Fäth zum Pausenpfiff beim 12:11 für die erstmalige Führung der Wetzlarer. 

Auch der Start in Halbzeit schein verheißungsvoll für die HSG-Anhänger, denn ihre Farben machten mächtig Druck und erhöhten binnen zweieinhalb Minuten auf 14:11 (33.). Doch die Gäste ließen sich nicht beirren. Besonders der nun den Kasten der SG hütende Neuzugang Darko Stanic avancierte mit acht Paraden – darunter ein Strafwurf von Joli – zur Lebensversicherung seiner Farben. Im Zuge seiner Leistung steigerte sich dann das Defensivkollektiv der Schwaben auch immer mehr und blieb beim 16:17 (40.) weiter dran. Und auch der erneute Zwischenspurt der HSG auf 21:18 (43.) durch Adnan Harmandic sollte die Domstädter nicht auf die Siegerstraße bringen. 

Zu viele leichte Fehler und eine unermüdlich rackernde SG-Deckung schafften den 21:21 Ausgleich (46.) durch Dahlhaus, der in der zweiten Welle mit viel Mut und Risiko durch zwei Abwehrspieler durchspringen konnte. Nun waren die Gäste wieder da, sorgten mit viel Energieleistung dafür, dass Wetzlar sich nicht mehr absetzen konnte. Als Marco Rentschler dann nach einem erneuten technischen Fehler der HSG-Angreifer in der zweiten Welle die 26:25 Führung (54.) für sein Team erzielte, witterte die SG Bietigheim Morgenluft. Angetrieben von Timo Salzer schaffte der Aufsteiger nach Harmandics Ausgleich erneut die Führung. 

Technische Fehler und Fehlwürfe auf HSG Seite sorgten nicht nur für das 28:26 (57.) sondern, dank eines weiteren verworfenen Strafwurfes und dem Tor aus dem daraus resultierenden Konter durch Neuzugang Praznik für die Entscheidung. Während die Gäste nun wieder Mut und Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt schöpfen, wird die Luft für die HSG nun immer dünner und schon am Samstag in Erlangen sollte sich das Team nicht nur für die bittere Pokalniederlage revanchieren sondern dringend die Punkte neun und zehn einfahren, soll der November nicht zur Eiszeit avancieren.

HSG Wetzlar: Hombrados, Wolff; Prieto, Tiedtke (1), Rompf (1), Weber (1), Müller, Fäth (8/3), Kraft, Hahn, Harmandic (5), Bliznac (3), Joli (2/1), Balic (5).

SG BBM Bietigheim: Kulhanrek, Stanic; Haller (2), P. Rentschler, Praznik (2), Salzer (6), Dahlhaus (5), Schäfer, Blodig (2), M. Rentschler (3), Lindt, Emrich, Lohrbach (5/4), Kirveliavicius (4).

Schiedsrichter: Tobias Küsters (Saulheim) und Florian Gerhard (Ingelheim) – Zuschauer: 4.053  – Zeitstrafen: 2:6  ( Wetzlar: Tiedtke, Hahn 2– SG BBM: Rentschler M. 2, Rentschler P., Emrich, Kirveliaicius) – Strafwürfe: 6:4 / 5:4 (Hombrados gegen Schäfer (10.),Stanic gegen Jolie (36.) und Fäth (60.)

 

Stimmen zum Spiel:

Kai Wandschneider (HSG Wetzlar): Wir haben heute personelles Neuland betreten und das phasenweise auch gut gelöst. Nach dem es uns gelungen ist von 7:11 auf 12:11 davon zuziehen und bei drei Toren vor in Halbzeit zwei haben uns die Nerven vor dem Tor einen Strich durch die Rechnung gemacht und somit geht der Sieg sicher in Ordnung. Leider haben heute nicht alle ihr Potenzial abgerufen. Ein Lob geht an Ivano Balic, der ein überragendes Spiel gemacht hat und versucht hat alle mitzureißen. Es gibt eben keinen anderen Spieler der zur Zeit solche Impulse setzen kann und insofern schmerzen die Ausfälle doch sehr. Dank der Punkte in Hamburg und Melsungen und gegen Berlin stehen wir mit 8:12 immer noch ordentlich da. Heute haben wir ein Big Point Spiel verloren und nun blicken wir erst einmal nach Erlangen und müssen uns dort weiter steigern.

Björn Seipp (HSG Wetzlar): Wir sind natürlich sehr enttäuscht, hatten wir doch große Hoffnungen, dass wir dieses Spiel erfolgreich gestalten können. Kai hat es bereits erwähnt, der ein oder andere hat heute eben nicht die Leistung gezeigt, die nötig gewesen wäre, um die fehlenden Akteure zu kompensieren. Wir werden das aufarbeiten und analysieren, lange Zeit bleibt dazu allerdings nicht, schon am Samstag und vielleicht ist das gut so, haben wir die nächste Chance zur Wiedergutmachung.

Hartmut Mayerhofer (SG BBM):  Wir sind sehr glücklich und dieser Sieg tut nach der langen Durststrecke sehr gut. Ich denke auch, dass er nicht unverdient war. Wir hatten in Halbzeit eins zwanzig sehr starke Minuten und dann einige zu einfache Fehler und oft Unterzahl, zudem haben wir in der zweiten Hälfte trotz Rückstand nie abreißen lassen und uns dann am Ende dafür belohnt.

Timo Salzer (SG BBM): Es ist Zeit geworden, dass wir mal ein Spiel holen, wo keiner dran glaubt. Die richtig gute Abwehr über sechzig Minuten und zwei gute Torhüter haben da heute sicher den Ausschlag zu gegeben. In der ersten Halbzeit haben uns die Zeitstrafen sehr weh getan aber wir haben trotzdem alles ruhig runter gespielt. Das HSG-Verletzungspech spielt uns da sicher in die Karten, aber die HSG hat trotzallem noch große individuelle Qualität auf die Platte gebracht. Man hat heute auch gesehen, wie gut uns die Neuzugänge tun uns gut, sowohl im Tor, als auch im Feld, das sah nach wenigen Trainingseinheiten schon sehr flüssig aus.

Sebastian Weber (HSG Wetzlar): Bietigheim hat das heute gut gemacht und unsere Fehler eiskalt bestraft. Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, alles andere und Detailanalysen kann man jetzt noch nicht machen, da muss man sich das Spiel nochmal ansehen. Ich glaube aber trotzdem, dass wir die Situation ohne Linkshänder gut gelöst haben, auch wenn uns die natürlich sehr fehlen.