„Zu viele kleine Fehler“! HSG Wetzlar unterliegt beim Meister in Mannheim

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DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen verlieren bei Rhein-Neckar Löwen mit 20:24 (10:13) – Trainer Kai Wandschneider nach Spielschluss angefressen

Die HSG Wetzlar hat am Sonntagnachmittag dem amtierenden Meister, den Rhein-Neckar Löwen, in deren Arena das Leben zwar sehr schwer gemacht, am Ende jedoch nichts Zählbares mit in die Domstadt nehmen können. Die Mittelhessen unterlagen den „Löwen“ letztlich mit 20:24 (10:13) und rangieren somit aktuell mit 8:12-Punkten auf Platz 10 der Tabelle.

„Mir hat unser Auftreten heute nicht gefallen“, bilanzierte Wetzlars Trainer Kai Wandschneider nach der Partie, die von zwei starken Abwehrreihen dominiert wurde. „In der Defensive hat mir von einigen Spielern die notwendige Beinarbeit gefehlt, deshalb haben wir zu viele Eins-gegen-Eins-Situationen verloren. Am Angriff hat sich heute jeder mindestens einen unnötigen Fehler geleistet und so kannst du am Ende bei einem Spitzenteam, das sicher auch nicht seinen besten Tag hatte, nicht gewinnen. Glückwunsch an die Rhein-Neckar Löwen zum deshalb verdienten Sieg. Für uns kommt die 14-tägige Länderspielpause wohl zum richtigen Zeitpunkt, denn wir müssen viel Aufarbeitung der vergangenen Spiele betreiben und werden das auch sehr detailliert tun.“

Die Gäste konnten in der SAP Arena glücklicherweise mit Europameister Jannik Kohlbacher und dem neu für die Nationalmannschaft nominierten Philipp Weber antreten, die wegen einer Schulter- bzw. Kapselverletzung am Daumen beide noch bis zum Vormittag um ihren Einsatz bangen mussten. „Bei beiden hat sich Besserung eingestellt, wieso sie am Montag auch zur Nationalmannschaft reisen werden, wobei mit reisen da nicht viel ist, denn der Lehrgang findet bei uns in Wetzlar statt“, so Geschäftsführer Björn Seipp, der ebenfalls „die vielen Fehler, vor allem im Angriff" bemängelte, "die am Ende die Chance gegen die Löwen vielleicht etwas mitnehmen zu können, zu Nichte machte".

Durch Treffer von Vladan Lipovina und Jannik Kohlbacher kamen die Mittelhessen gut ins Spiel und führten nach drei Minuten mit 2:0. Eine Zeitstrafe für Abwehrchef Evars Klesniks nutzten die "Löwen" dann jedoch, um durch den agilen Alexander Petersson und Regisseur Andy Schmid auszugleichen. Der Schweizer war es dann auch, der in der Folgezeit nach Belieben traf und somit dafür sorgte, dass sich die Hausherren bis zur 15. Spielminute auf 7:5 absetzen konnten. Doch die Grün-Weißen blieben dran, und dass, obwohl gleich zwei Tempogegenstoß-Pässe beim Gegner oder im Aus landeten und Benjamin Buric nach einem Ballgewinn in Überzahl das leere "Löwen-Tor" verfehlte. Trotzdem war es erneut Jannik Kohlbacher, der in der 28. Minute zum 10:11-Anschlusstreffer traf. Eine weitere Herausstellung, diesmal gegen den Ex-Mannheimer Stefan Kneer, führte dann jedoch dazu, dass die Gastgeber bis zur Halbzeit auf 13:10 davonziehen konnten.

Nach dem Wechsel schlichen sich mehr und mehr die bereits erwähnten einfachen Fehler ins Wetzlarer Angriffsspiel ein, was Trainer Kai Wandschneider nach eigener Aussage dazu veranlasste, „sehr viel ins Spiel einzugreifen“. Der 56-jährige wechselte munter durch, brachte auch Neuzugang Stefan Cavor, doch die "Löwen" zogen nunmehr, auch dank eines immer stärker werdenden Schlussmanns Mikael Appelgren, Tor um Tor davon.

Auch in der Abwehr lief es zwischenzeitlich für die Mittelhessen alles andere als rund. Gleich vier Abpraller landeten nach Buric-Paraden direkt wieder beim Gegner. Resultat jeweils: Gegentor oder Siebenmeter! „Da wirst du wahnsinnig“, beschrieb es Kai Wandschneider nach dem Spiel nüchtern.

Nach einem Treffer des tapfer antreibenden Philipp Weber war es auf der Gegenseite nur Sekunden später Kim Ekdahl Du-Rietz, der zum 19:14 für die Gelb-Schwarzen traf (41.). „Wir wollten die Mitte dichtmachen und die Außen der Löwen vermehrt werfen lassen. Das haben wir aber nicht hinbekommen und viel zu viele Tore über das Zentrum bekommen“, analysierte Wandschneider nach dem Spiel. „Es sah zwischenzeitlich danach aus, dass wir hier mit acht oder zehn Treffern verlieren können. Deshalb bin ich zumindest über das Ergebnis noch einigermaßen froh, auch wenn ich über unsere Leistung enttäuscht bin.“

Letztlich konnten sich die Grün-Weißen bei ihrem Schlussmann Benjamin Buric bedanken, der in der letzten Viertelstunde zahlreiche Paraden verzeichnete, dass es beim 20:24-Endstand blieb. „Bei 20 Toren braucht man nicht an Punkte zu denken“, weiß Geschäftsführer Björn Seipp. „Wir haben viel zu viel verworfen und zu viele kleine Fehler gemacht. Deshalb war es ein verdienter Heimsieg für die Löwen, die letztlich im Angriff mehr Konstanten als wir hatten.“